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Thuja wird innen oder außen braun, über die Hecke entscheidet ein Detail, das kaum jemand kennt

September 28, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Thuja wird innen oder außen braun, über die Hecke entscheidet ein Detail, das kaum jemand kennt
Bräunende Thuja / Foto: Depositphotos
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Der diesjährige Sommer hat Gärten in Tschechien stark gefordert – und besonders schnell zeigte sich das an Thuja-Hecken. In vielen Straßen sieht man heute Streifen aus Lebensbäumen mit gelblichem oder braunem Inneren, mancherorts bereits mit völlig vertrockneten Partien. Das Hauptproblem steckt im Boden. Thujen haben überwiegend ein flaches Wurzelsystem, oft nur in einer Tiefe, die bei lang anhaltender Hitze und fehlendem Niederschlag als Erstes austrocknet. Die Pflanze schafft es dann nicht mehr, die Krone ausreichend mit Wasser zu versorgen, und beginnt zu schwächeln.

Zuerst sterben ältere Zweigpartien im Inneren des Bestands ab, später lichtet sich die Hecke, verliert an Dichte und Widerstandskraft. Geschwächte Gehölze werden außerdem leichter zum Ziel von Krankheiten und Schädlingen. Genau deshalb schauen sich immer mehr Gartenbesitzer nach Arten um, die einen mitteleuropäischen Sommer mit weniger Verlusten überstehen.

Wann Braunfärbung noch normal ist und wann sie bereits warnt

Nicht jede Braunfärbung bedeutet, dass die Hecke verloren ist. Bei Thujen ist es normal, dass ältere und beschattete Zweiglein im Inneren des Gehölzes nach und nach absterben. In einem trockenen Jahr ist dieser Effekt ausgeprägter und im Frühjahr kann sich die Pflanze teilweise durch neuen Austrieb regenerieren. Ist der Schaden jedoch größer, sollte man aufmerksam werden.

Als ernstere Signale gelten braune Spitzen am diesjährigen Austrieb, das Vertrocknen einer ganzen Strauchseite oder ein Absterben, das von außen nach innen voranschreitet. Dann kann es nicht nur Trockenheit sein, sondern auch Winterschaden, Salzbelastung, ein ungeeigneter Standort, eine Pilzinfektion oder Schädlingsbefall. Heiße und trockene Saisons verstärken das Problem zwar deutlich, sind aber für sich genommen meist nicht die einzige Ursache.

Eine alte Hecke kommt mit Wasser nicht mehr von allein zurecht

Braun werdende Thuja / Depositphotos
Braun werdende Thuja / Depositphotos

Bei Thujen galt lange die Vorstellung: Sind sie erst einmal eingewurzelt, kommen sie fast ohne Pflege aus. In den letzten Jahren funktioniert das jedoch immer weniger. Selbst ältere Hecken benötigen im Sommer heute häufig regelmäßige Wassergaben, sonst lässt ihre Vitalität schnell nach. Wichtig ist auch eine Mulchschicht, die die Feuchtigkeit im Wurzelbereich hält und die Überhitzung des Bodens abmildert.

Eine große Rolle spielt außerdem, wie die Hecke in der Vergangenheit geschnitten wurde. Wurde zu tief ins alte Holz geschnitten, können Thujen die beschädigten Stellen oft nicht mehr zuverlässig schließen. Das ist einer der Hauptgründe, warum die Regeneration bei ihnen schwieriger ist als bei laubabwerfenden Alternativen.

Womit sich Thuja im normalen mitteleuropäischen Garten ersetzen lässt

Die Auswahl an Ersatzgehölzen ist heute deutlich größer als früher. Sehr häufig werden Hainbuche, Kirschlorbeer, Feuerdorn oder Glanzmispel ‘Red Robin’ in Betracht gezogen. Jedes dieser Gehölze hat andere Stärken. Kirschlorbeer bildet schnell eine immergrüne Wand und blüht im Frühjahr zusätzlich. Feuerdorn überzeugt mit gutem Wachstum und einer besseren Trockenheitstoleranz, bringt dafür aber Dornen mit. Die Glanzmispel wirkt durch den roten Austrieb sehr zierend, kann in kühleren Lagen jedoch unter Frost leiden.

Eine sehr vernünftige Wahl ist häufig die Hainbuche. Sie ist zwar nicht immergrün, behält aber über den Winter oft ihr trockenes Laub, sodass die Hecke weiterhin als Sichtschutz funktioniert. Gleichzeitig verträgt sie tiefere Korrekturschnitte besser, kommt nach dem Anwachsen gelassener durch heiße Sommer und verzeiht insgesamt mehr Pflegefehler als Lebensbäume.

Wann es sich lohnt, Thujen zu retten und wann man besser den Austausch plant

Verbräunte Thuja
Verbräunte Thuja / Depositphotos

Jede beschädigte Hecke sofort zu roden, ist selten die beste Lösung. Liegt das Problem vor allem im Inneren des Bestands und bleibt die äußere grüne „Hülle“ intakt, kann sich der Zustand nach besserer Wasserversorgung und einem schonenden Schnitt wieder verbessern. Helfen können regelmäßiges Gießen, Mulch und ein Schnitt ausschließlich bis ins grüne Gewebe.

Ein Austausch ergibt dagegen eher Sinn, wenn auch die Außenseite der Hecke geschädigt ist, ganze Abschnitte wiederholt vertrocknen oder die Erneuerung einen Eingriff ins alte braune Holz erfordern würde. Genau dort haben Thujen die geringste Fähigkeit, wieder neu auszutreiben. In unklaren Fällen ist es sinnvoll, zunächst die tatsächliche Ursache der Probleme zu klären – denn die unnötige Beseitigung eines insgesamt noch vitalen Bestands kann unnötig hohe Kosten verursachen.

Über den Erfolg entscheidet nicht nur der Preis der Pflanzen

Eine neue Hecke kann – je nach Art und Pflanzengröße – von einigen Tausend Kronen bis zu deutlich höheren Summen kosten. Das Pflanzenmaterial macht jedoch nur einen Teil der Ausgaben aus. Hinzu kommen das Entfernen des Altbestands, die Bodenvorbereitung, Mulch sowie gegebenenfalls eine Bewässerung. Bei längeren Hecken kann das Budget schnell sehr hoch werden.

Noch wichtiger als der Preis ist jedoch die richtige Einschätzung des Standorts. Auf einem feuchteren, teilweise schattigen Grundstück mit durchlässigem Boden können auch Thujen gut funktionieren. An einem überhitzten Südrand des Gartens in leichtem, schnell austrocknendem Boden wird nahezu jedes Gehölz Probleme bekommen, wenn es in den ersten Jahren nicht ausreichend gepflegt wird. Die Wahl der passenden Art für die konkreten Bedingungen entscheidet heute oft mehr als das, was vor zehn Jahren in den Gärten beliebt war.

Quelle: Eko Jutro, My Perfect Plants, Pestrá zahrada, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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