Legen Sie sich einen Lavendelgarten an mit einem cleveren Vermehrungstrick
Wenn Sie Ihr Lavendelbeet im Garten vergrößern oder mehr Pflanzen für Töpfe auf der Terrasse ziehen möchten, ist die Sommerzeit dafür sehr geeignet. Lavendel hat dann ausreichend Licht und Wärme, sodass sich junge Pflänzchen schneller erholen und Wurzeln bilden. So müssen Sie nicht jedes Mal neue Jungpflanzen in der Gärtnerei besorgen, denn Lavendel lässt sich zu Hause ganz einfach von der eigenen Pflanze vermehren.
Am praktischsten ist meist die Vermehrung über Stecklinge. Das ist eine unkomplizierte Methode ohne besonderes Zubehör, und Ergebnisse zeigen sich oft schon nach wenigen Wochen. Wichtig ist, eine gesunde Pflanze auszuwählen und den Trieb richtig vorzubereiten, damit er optimale Bedingungen zum Bewurzeln hat.
Die einfachste Methode: Lavendel über Stecklinge vermehren
Stecklinge sind eine schnelle Methode: Sie nehmen von der Mutterpflanze einen jüngeren Seitentrieb ab und lassen ihn in einem leichten, durchlässigen Substrat bewurzeln. Am besten eignen sich Triebe von Lavendel, der kräftig ist und idealerweise noch nicht blüht, weil die Pflanze dann mehr Energie in die Wurzelbildung steckt.
Was Sie vorab bereitlegen
Sie benötigen gesunden, nicht blühenden Lavendel, ein scharfes Messer, einen Topf mit etwa 10 cm Durchmesser und ein hochwertiges, gut durchlässiges Substrat. Sehr hilfreich ist außerdem ein Bewurzelungspulver bzw. Wurzelaktivator, der die Wurzelbildung beschleunigen und zugleich das Risiko von Problemen wie Fäulnis oder Schimmel verringern kann. Nützlich ist zudem ein einfacher Plastikbeutel, der ein feuchteres Mikroklima schafft.
Den richtigen Trieb auswählen und abnehmen
Wählen Sie einen Seitentrieb von einer gesunden Pflanze. Wichtig ist, ihn mit einem kleinen Ansatzstück von der Stelle abzunehmen, an der er am Haupttrieb saß. Gerade dieser untere Bereich ist für gutes Anwurzeln entscheidend, weil er Gewebe enthält, aus dem sich Wurzeln leichter bilden.
Glätten Sie anschließend an der Unterseite des Triebs mit einem scharfen Messer vorsichtig kleine Unebenheiten oder hervorstehende Stellen. Entfernen Sie danach die unteren Blattpaare, sodass am unteren Teil ein kleines, blattloses Stück Stängel frei bleibt. Dieser Abschnitt kommt ins Substrat, und die Stellen der entfernten Blätter dienen später als Punkte, an denen sich Wurzeln besonders gut entwickeln können.
Behandeln und ins Substrat setzen
Tragen Sie auf den freigelegten Stängel Bewurzelungspulver auf. Es beschleunigt den Prozess und ist zugleich eine sinnvolle Vorbeugung gegen Probleme, die in feuchter Umgebung auftreten können. Stecken Sie die Stecklinge eher am Rand des Topfes in das Substrat, damit sie rundherum mehr Platz haben. Bewährt hat sich eine lockere Mischung, zum Beispiel Pflanzerde mit Sand vermengt, damit sie besser durchlässig ist.
Nach dem Einsetzen gießen Sie die Erde gründlich an. Decken Sie den Topf anschließend mit einem Plastikbeutel ab, damit ein feuchtes Milieu entsteht, das die Stecklinge vor schnellem Austrocknen schützt. Diese einfache Abdeckung entscheidet oft über den Erfolg, besonders wenn die Luft in der Wohnung eher trocken ist.
Wo der Topf stehen sollte und wie es weitergeht
Stellen Sie den Topf an einen warmen, aber eher schattigen Platz, an dem die Stecklinge keine pralle Sonne abbekommen. Die Bewurzelung dauert meist etwa 4 bis 6 Wochen. Sobald der Prozess in Gang ist, sollten Sie nach und nach lüften, damit sich innen kein Schimmel bildet. Ein praktischer Trick ist, eine kleine Ecke des Beutels abzuschneiden: So verbessert sich die Luftzirkulation, das Klima bleibt aber weiterhin relativ feucht.
Nach weiteren Wochen können Sie den Beutel ganz entfernen. Lassen Sie die jungen Pflanzen so lange im Topf, bis sie ausreichend kräftige Wurzeln gebildet haben. Erst dann setzen Sie sie entweder in einzelne Töpfe um oder direkt ins Beet, je nachdem, wo Sie Ihren Lavendel kultivieren möchten.
Alternative: Lavendel im Wasser bewurzeln
Manchen gelingt auch ein noch einfacherer Weg über Wasser. Der Trieb wird wie bei Stecklingen für Substrat abgetrennt, die unteren Blattpaare werden erneut entfernt, und der vorbereitete Stängel kommt in ein Glas mit Wasser. Das Glas stellen Sie am besten an einen hellen Ort, zum Beispiel ans Fenster.
Wurzelansätze können sich nach etwa 8 bis 10 Tagen zeigen. Sobald sie gut sichtbar sind und das Pflänzchen stabil wirkt, wird es in einen Topf mit luftigem Substrat gesetzt. Auch bei dieser Methode ist Sauberkeit wichtig, und Blätter sollten nicht im Wasser hängen, um das Risiko von Fäulnis zu reduzieren.
Worauf Sie für den Erfolg achten sollten
Bei beiden Methoden sind vor allem gesundes Ausgangsmaterial, ein sauberer Schnitt und die richtige Feuchtigkeit entscheidend. Stecklinge dürfen nicht dauerhaft in zu nasser Erde stehen, sollen aber auch nicht austrocknen. Wenn Sie ein durchlässiges Substrat wählen, den Stecklingen Zeit geben und schrittweise lüften, gewinnen Sie ohne unnötige Ausgaben neue Lavendelpflanzen und können Ihren Liebling ganz unkompliziert im ganzen Garten verbreiten.
Quelle: Gardener’s World, The Spruce, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Hortensien brauchen ein saures Milieu das können Sie auch selbst schaffen
Hortensien blühen nur dann wirklich üppig, wenn pH-Wert und Nährstoffversorgung stimmen. Hausmittel wie Kaffeesatz oder Nadelstreu helfen, ersetzen aber keine ausgewogene Pflege für Moorbeetpflanzen.
Kräuter gehen bei Ihnen ein Eine unauffällige Ursache steckt oft dahinter
Wenn Kräuter eingehen, liegt es meist nicht am fehlenden grünen Daumen, sondern an zu viel Nässe und falschem Substrat. Mit dem richtigen Standort, guter Drainage und passenden Kombinationen gelingt die Kräuterecke drinnen wie draußen fast das ganze Jahr.
Warum Gärtner Erbsen gestaffelt säen und warum Sie es auch tun sollten
Frisch geerntete Erbsen sind deutlich süßer als Ware aus dem Handel und lassen sich mit wenig Aufwand anbauen. Mit gestaffelter Aussaat ernten Sie den ganzen Sommer über bis in den Herbst hinein.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.