Gardenino

Gärtner warnen, dass manche Pflanzen Hornissen in Hausnähe anlocken

June 10, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Gärtner warnen, dass manche Pflanzen Hornissen in Hausnähe anlocken
Hornisse / Foto: Depositphotos
AD

Die Vorstellung von einem ruhigen Nachmittag auf der Terrasse ist meist ganz einfach: Wärme, Blütenduft und etwas Kaltes zu trinken. Doch ein kurzer Moment genügt, und in den Bereich am Haus dringt ein lautes, tiefes Brummen. Es ist keine Biene und auch keine unauffällige Fliege. Eine große Hornisse kann einen allein durch ihre Größe und ihre Flugweise verunsichern. Oft ist das kein Zufall, sondern die Folge davon, was wir anbauen und wie wir den Garten gestaltet haben.

Warum Hornissen sich in der Nähe von Wohnhäusern aufhalten

Hornissen sind nicht nur Schädlinge, auch wenn es so wirken kann. In der Natur haben sie ihre Aufgabe: Sie jagen einen Teil der Insekten, die sonst im Garten lästig wären, und tragen zugleich zur Bestäubung bei. Zum Problem wird es in dem Moment, in dem ihre Flugroute regelmäßig an Fenstern, dem Eingang oder an dem Platz vorbeiführt, an dem wir sitzen und essen. Ein Hornissenstich ist sehr schmerzhaft und kann bei empfindlicheren Menschen eine ausgeprägte allergische Reaktion auslösen. Für Kinder oder Personen mit geringerer Widerstandskraft ist die Situation ebenfalls riskanter.

Der stärkste Magnet ist meist Nahrung. Hornissen suchen vor allem süße Düfte, Nektar und später in der Saison auch zuckerhaltige Säfte aus überreifem oder gärendem Obst. Wenn wir ihnen das direkt am Haus anbieten, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie sich die Route merken.

Die Anordnung der Bepflanzung entscheidet mehr als die Pflanzenauswahl selbst

Nektarreiche Pflanzen mit auffälligen Blüten ziehen viele Bestäuber an, und Hornissen sind da keine Ausnahme. Man muss solche Arten nicht komplett aufgeben. Sinnvoller ist es, darüber nachzudenken, wo man diese Bestände platziert. Ein Beet voller attraktiver Blüten direkt neben der Tür kann häufige Vorbeiflüge und Stress bei jedem Öffnen des Fensters bedeuten. Wenn wir ähnliche Pflanzen weiter weg von der Terrasse setzen, halten sich Hornissen eher im abgelegeneren Teil des Gartens auf.

Efeu an der Fassade kann schön sein, aber problematisch

Es geht nicht nur um bunte Blüten. Sehr stark wirken auch Pflanzen, die zu einer Zeit blühen, in der es sonst kaum noch Nahrung gibt. Ein typisches Beispiel ist Efeu, der an der Schwelle von Sommer zu Herbst süßen Nektar als letztes größeres Festmahl der Saison bietet. Ein Haus, das mit Efeu bewachsen ist, kann beeindruckend wirken, zugleich steigt aber die Wahrscheinlichkeit, dass sich an Wänden und Fenstern mehr Insekten bewegen, Hornissen eingeschlossen.

Welche Blüten und Kräuter Hornissen am häufigsten anziehen

Hornissen machen gern Halt an Blüten, die gut erreichbar und ausreichend groß sind. Oft handelt es sich um Arten, die wir aus Zierbeeten kennen. Anziehend können zum Beispiel Margeriten, Stiefmütterchen, Dahlien oder Hortensien sein. In der Praxis bedeutet das: Zierpflanzungen direkt am Sitzplatz können die Zahl der Besuche unnötig erhöhen.

Ein besonderer Anziehungspunkt sind auch manche Kräuter. Stark anziehend wirken Pflanzen aus der Familie der Doldenblütler, typisch Kümmel und vor allem Fenchel. Ein solches Beet lockt zudem nicht nur Hornissen an, sondern generell viele Insektenarten. Wenn Sie das nicht stört, ist das in Ordnung, man sollte nur damit rechnen und diese Pflanzen nicht direkt an Stellen setzen, an denen man sich häufig aufhält.

Obst am Boden ist eine Einladung zum Festmahl

Neben der Bepflanzung spielt auch Ordnung auf dem Grundstück eine entscheidende Rolle. Hornissen, Wespen und andere Insekten finden zuverlässig heruntergefallene süße Früchte. Sobald Obst weich wird und zu gären beginnt, setzt es Düfte frei, die als klares Signal funktionieren: Hier gibt es leicht verfügbare Energie. Lassen wir unter dem Baum Birnen, Äpfel oder Pflaumen liegen, können wir damit einen Platz schaffen, an den sie regelmäßig zufliegen.

Vorbeugung ist einfacher als das Problem zu lösen

Am wirksamsten ist es, eine kluge Platzierung attraktiver Pflanzen mit regelmäßigem Aufsammeln von Obst und dem Entfernen von Resten süßer Getränke rund um die Terrasse zu kombinieren. Hilfreich kann auch die Wahl von Sorten sein, die später reifen, damit die größten süßen Lockstoffe nicht genau in die Zeit fallen, in der wir am meisten im Garten sitzen. Und wenn doch einmal eine Hornisse auftaucht und es nur ein kurzer Besuch ist, reichen oft Ruhe und ein kurzer Rückzug. Wir sind Teil derselben Umgebung, und manchmal ist es am vernünftigsten, die Natur vorbeiziehen zu lassen, ohne sie unnötig zu reizen.

Quelle: Cornwall Wildlife Trust, House Digest, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

Diesen Artikel bewerten
4.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD