Fünf Pflanzen, die sich aus Samen kaum lohnen, und was stattdessen besser ist
Die Vorzucht aus Samen kann Geld sparen und ist für viele Hobbygärtner auch eine schöne Herausforderung. Trotzdem gibt es Pflanzen, bei denen die Aussaat unnötig langwierig, unzuverlässig oder sehr anspruchsvoll in der Kultur ist. Manchmal keimen Samen extrem langsam, manchmal ist die Erfolgsquote gering – und oft passiert es, dass die spätere Pflanze nicht dem entspricht, was das Samentütchen verspricht. Bei manchen Kulturen ist der Weg vom Samen bis zur Ernte außerdem so lang, dass es für den normalen Hausgarten schlicht keinen Sinn ergibt.
Gerade die richtige Entscheidung, was man aussät und was man besser als Jungpflanze kauft, kann darüber bestimmen, ob die Saison entspannt verläuft oder eher voller Enttäuschungen ist. Die folgenden fünf Pflanzen lohnen sich in der Regel eher als fertige Pflanzen – oder sie werden vegetativ vermehrt.
Minze ist aus Samen langsam und überrascht oft mit einem anderen Aroma

Minze ist dafür bekannt, sich leicht auszubreiten – aus Samen keimt sie jedoch oft langsam und vor allem bleiben die Eigenschaften einer bestimmten Sorte nicht unbedingt erhalten. In der Praxis heißt das: Die herangezogene Pflanze kann weniger Duft haben, anders schmecken oder ein anderes Aroma entwickeln, als Sie erwarten.
Sinnvoller ist es, eine Jungpflanze zu kaufen oder sich einen Steckling zu nehmen. Minze gehört zu den am einfachsten zu vermehrenden Kräutern. Schneiden Sie einfach einen gesunden Trieb ab, stellen Sie ihn ins Wasser und warten Sie, bis sich Wurzeln bilden, dann in Substrat pflanzen.
Kulturtipp: Minze hält man am besten in einem separaten Topf, weil sie sich schnell ausbreiten und andere Pflanzen verdrängen kann.
Rosmarin keimt aus Samen lange – und der Erfolg ist nicht sicher

Rosmarin wirkt zwar wie ein unkompliziertes mediterranes Küchenkraut, doch die Aussaat aus Samen ist oft eine Geduldsprobe. Die Keimung kann viele Wochen, manchmal sogar Monate dauern, und selbst bei guten Bedingungen ist die Keimquote häufig niedrig. Für den Hausgarten bedeutet das oft: langes Warten ohne Garantie – und am Ende Enttäuschung.
Besser ist es, eine kleine Pflanze zu kaufen oder Rosmarin über Stecklinge zu vermehren. Ein gesunder Trieb von etwa 10 bis 15 cm Länge wird unten entblättert und in ein feuchtes Substrat gesteckt. Bei gleichmäßiger Feuchte und Wärme bewurzelt er nach und nach.
In kühleren Regionen übersteht Rosmarin den Winter draußen oft nicht zuverlässig. Praktisch ist daher die Kultur im Topf, damit man ihn für die Winterzeit in einen hellen, kühleren Raum stellen kann.
Knoblauch aus Samen braucht Jahre – für den normalen Garten lohnt sich das nicht

Bei Knoblauch lassen sich Samen theoretisch nutzen, praktisch wird aber fast nie daraus ausgesät. Der Weg vom Samen bis zu einer voll ausgebildeten Knolle ist lang und kann mehrere Jahre dauern. Für die meisten Hobbygärtner ist das eine unnötig langfristige Sache ohne klaren Vorteil.
Deutlich einfacher ist es, einzelne Zehen oder ganze Pflanzknollen zu stecken. Meist pflanzt man im Herbst, damit die Pflanzen noch einwurzeln und im nächsten Sommer Ertrag bringen. Mit dem richtigen Zeitpunkt und normaler Pflege ist Knoblauch zuverlässig und stabil.
Praktischer Hinweis: Eine Knolle liefert mehrere Zehen – also Pflanzgut für mehrere Pflanzen. So lässt sich der Bestand ganz ohne Aussaat leicht erweitern.
Kartoffeln aus echten Samen sind unberechenbar – die Ernte wird oft uneinheitlich

Kartoffeln lassen sich auch über sogenannte echte Samen vermehren, doch dieses Vorgehen führt oft zu uneinheitlichen Ergebnissen. Die Pflanzen können sich in Wuchs, Ertrag und Knollenqualität deutlich unterscheiden. Außerdem treten auf diesem Weg leichter unerwünschte Probleme auf, etwa gesundheitliche Schwierigkeiten im Bestand.
Für eine verlässlichere Ernte greift man besser zu Pflanzkartoffeln aus einer geprüften Quelle. Zertifiziertes Pflanzgut wird kontrolliert und ist frei von Krankheiten – das erhöht die Erfolgschancen auch für Einsteiger. Wer kein Beet hat, kann Kartoffeln auch im Sack, in einem größeren Topf oder in einem Pflanzsack anbauen; bei guter Pflege lässt sich dort überraschend ordentlich ernten.
Erdbeeren aus Samen brauchen Zeit – und im ersten Jahr gibt es oft kaum Früchte

Erdbeeren aus Samen entwickeln sich langsam, und es ist keine Seltenheit, dass sie im ersten Jahr kaum tragen. Außerdem müssen sie meist lange im Haus vorgezogen werden und brauchen recht genaue Bedingungen, damit die Jungpflanzen gut anwachsen. Wer schneller zu Ergebnissen kommen möchte, macht es sich damit oft unnötig kompliziert.
Einfacher ist es, Jungpflanzen zu kaufen oder Ableger über Ausläufer zu nutzen. Ausläufer sind lange, waagerechte Triebe, die erwachsene Pflanzen von Natur aus bilden. Fixiert man so einen Trieb am Boden oder in einem daneben stehenden Topf, bewurzelt er sich leicht – und es entsteht ohne zusätzliche Kosten eine neue Pflanze.
Erdbeeren eignen sich auch gut für die Kultur im Topf. So lassen sie sich erfolgreich auf Balkon oder Terrasse anbauen, wo man Wasserbedarf und die Sauberkeit der Früchte besonders gut im Blick hat.
Wie Sie sich Arbeit ersparen und eine erfolgreichere Saison haben
Aussaaten haben ihren Platz – besonders bei Gemüse und Blumen, die zuverlässig und schnell keimen. Bei den genannten fünf Arten ergibt es aber meist mehr Sinn, auf Jungpflanzen, Stecklinge, Zehen, Pflanzgut oder Ausläufer zu setzen. Sie sparen Zeit, vermeiden Enttäuschungen durch schlechte Keimraten und bekommen oft ein besser planbares Ergebnis.
Wenn Sie gerade erst mit dem Gärtnern anfangen, ist es oft der beste Weg, zunächst mit einem einfachen Start zu beginnen und anspruchsvollere Aussaaten erst nach und nach dazuzunehmen – sobald Standort, Gießen und Pflege gut eingespielt sind. So wird Gärtnern mehr Freude als ein Kampf ums Überleben jeder einzelnen Jungpflanze.
Quelle: DUG.org, GrowVeg, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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