So wählen Sie duftenden Jasmin für Balkon, Terrasse und Garten aus, damit er gut gedeiht
Jasmin gehört zu den Pflanzen, die viele mit betörendem Duft und der romantischen Stimmung von Gärten verbinden. Unter dem Namen Jasmin verbergen sich jedoch mehrere Arten der Gattung Jasminum, die sich in Aussehen, Duft und Ansprüchen an die Kultur unterscheiden. Manche sind Kletterpflanzen und im Sommer voller sternförmiger Blüten, andere wachsen als Strauch und blühen mitten im Winter an kahlen Ruten. Neben Freilandarten gibt es auch wärmeliebende Jasminarten, die sich für Wohnräume, Wintergärten oder ein beheiztes Gewächshaus eignen.
Gemeinsam haben sie eines: Bei richtigem Standort und grundlegender Pflege sind es meist dankbare Pflanzen, die Wände, Pergolen und Balkone in eine lebendige Kulisse voller Blüten verwandeln können.
Die am häufigsten kultivierten Arten und wofür sie sich eignen
Echter bzw. Arznei-Jasmin
Jasminum officinale ist eine starkwüchsige Kletterpflanze mit weißen, intensiv duftenden Sommerblüten. Er eignet sich für Pergolen, Spaliere, Bögen und warme Hauswände. Sobald er gut eingewurzelt ist, wächst er zügig und braucht eine stabile Kletterhilfe.

Winterjasmin
wächst eher als breit ausladender, überhängender Strauch. Seine gelben Blüten erscheinen im Winter und zeitigen Frühjahr an kahlen Trieben. Der Duft ist meist eher zurückhaltend, doch der Farbeffekt in der Zeit, in der der Garten ruht, ist außergewöhnlich. Er wird häufig als Bodendecker, an Böschungen, zum Überhängen über Mauern oder angebunden an einer Wand verwendet.

Chinesischer Jasmin für den Innenbereich
ist ein beliebter Zimmerjasmin mit rosa Knospen und weißen, sehr duftenden Blüten zum Übergang von Winter zu Frühling. Er benötigt viel Licht, regelmäßige Wassergaben und gleichmäßige Wärme, daher wird er vor allem im Kübel kultiviert.

Arten mit rosa oder gelben Blüten
In Gärtnereien tauchen auch Arten wie Jasminum beesianum oder J. × stephanense mit zart rosafarbenen Sommerblüten oder Jasminum humile mit gelben Blüten auf. Bei diesen Pflanzen ist es wichtig, die Winterhärte zu prüfen, denn nicht alle sind in jeder Lage zuverlässig frostfest.
Nicht jeder „Jasmin“ ist botanisch ein Jasmin. Der sogenannte Sternjasmin wird zum Beispiel unter einem ähnlichen Namen verkauft, gehört aber zu einer anderen Gattung. Beim Kauf orientiert man sich deshalb am besten am lateinischen Namen.
Wo Jasmin am besten wächst
Die meisten Jasminarten schätzen Sonne bis lichten Halbschatten und einen durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Entscheidend ist, Standorte zu vermeiden, an denen sich Winterfeuchte und Frost halten. Sommerblühende Kletterjasmine fühlen sich an einem warmen, geschützten Platz am wohlsten, idealerweise an einer Wand, die tagsüber Wärme speichert. Winterjasmin ist toleranter und kommt auch mit weniger idealen Bedingungen zurecht, dennoch profitiert er davon, nicht eisigen Winden ausgesetzt zu sein.
Wärmeliebende Arten im Kübel gehören an einen hellen Platz mit ausreichender Luftzirkulation. Im Sommer dürfen sie nach draußen, nachts sollten sie jedoch rechtzeitig wieder ins Haus, sobald die Temperaturen in kühlere Bereiche absinken.
Wann und wie pflanzen, damit die Pflanze schnell anwächst
Sommerjasmin pflanzt man am besten im Frühjahr oder im Herbst. Winterjasmin wird häufig im Herbst bis in den Winter hinein gesetzt, sofern der Boden nicht gefroren ist. Die Pflanzen werden meist im Container angeboten, daher ist das Pflanzen unkompliziert: ein Pflanzloch etwas größer als der Wurzelballen ausheben, in derselben Tiefe einsetzen, gründlich angießen und bei Kletterpflanzen gleich eine Kletterhilfe bereitstellen. Bei Pergolen und Spalieren lohnt es sich, vorauszuplanen, denn ein ausgewachsener Jasmin kann schwer werden, und Wind bewegt ihn deutlich.
Im Kübel sind eine gute Drainage und ein hochwertiges Substrat wichtig, das Feuchtigkeit hält, aber nicht vernässt. Zu groß gewordene Pflanzen sollte man nach einiger Zeit in einen größeren Topf umsetzen und die Erde teilweise erneuern.
Gießen, Düngen und Mulchen im Jahresverlauf
Im ersten Jahr nach dem Pflanzen ist regelmäßiges Gießen entscheidend, damit die Wurzeln in den umgebenden Boden einwachsen. Ist Jasmin gut etabliert, kommt er im Beet meist ohne häufiges Nachgießen aus, ausgenommen längere Trockenperioden im Sommer. Kübelpflanzen hingegen müssen während der ganzen Saison laufend gegossen werden, weil ihnen nur ein begrenztes Erdvolumen zur Verfügung steht.
Düngen ist vor allem bei Kübelpflanzen wichtig. Für eine gute Blüte hilft ein Dünger mit höherem Kaliumanteil, ähnlich wie er typischerweise bei Fruchtgemüse verwendet wird. Bei Pflanzen im Boden reicht oft eine jährliche Gabe organischer Substanz.
Im Herbst lohnt es sich, Mulch aus reifem Kompost oder anderem organischen Material aufzubringen. Mulch reduziert Feuchtigkeitsschwankungen, unterdrückt Unkraut und schützt bei weniger robusten Arten den Wurzelhals teilweise vor Frost. Direkt am Pflanzenfuß lässt man am besten einen kleinen Abstand, damit die Stängel nicht faulen.
Überwintern und Schutz vor Kälte
Winterharte Arten wie Echter Jasmin und Winterjasmin überstehen den Winter im Freien in der Regel problemlos, sofern sie nicht frisch gepflanzt und extrem exponiert stehen. Empfindlichere Arten benötigen mehr Aufmerksamkeit: Im Kübel ist es sicherer, sie in einen hellen, frostfreien Raum zu bringen. Pflanzen, die draußen bleiben, sollten mit einer dickeren Mulchschicht an den Wurzeln geschützt werden und an einem Standort stehen, an dem sich im Winter kein Wasser staut.
Schnitt und Anbinden als Weg zu dichterer Blüte
Regelmäßiger Schnitt hält Jasmin vital, luftig und sorgt dafür, dass er auch weiter unten blüht, wo der Duft am besten wahrnehmbar ist. Als Grundregel gilt: Verblühte Triebe auf einen kräftigen Seitentrieb zurücknehmen und gleichzeitig beschädigte, schwache oder sich kreuzende Zweige entfernen.
Schnitt bei Sommerjasmin
Sommerblühende Arten schneidet man nach der Blüte, meist Ende Sommer bis Anfang Herbst. So kann die Pflanze noch ausreifen und Triebe bilden, die in der nächsten Saison früher blühen.
Schnitt beim Winterjasmin
Winterjasmin wird im Frühjahr direkt nach der Blüte geschnitten. Er blüht am vorjährigen Holz, daher ist der Schnittzeitpunkt entscheidend, damit die künftigen Blütenknospen nicht entfernt werden.
Starkes Verjüngen überalterter Pflanzen
Wenn Jasmin den Platz sprengt, verträgt er auch eine kräftige Verjüngung. Nach einem tieferen Rückschnitt treibt er schnell wieder aus, bis zur vollen Blütenpracht können jedoch zwei bis drei Saisons vergehen, bis die neuen Triebe ausgereift sind.
Vermehrung und typische Probleme
Jasmin lässt sich durch Absenker und Stecklinge vermehren. Bei Freilandarten bewähren sich oft verholzte Stecklinge im Winter, bei wärmeliebenden Zimmerformen eher weiche bis halbverholzte Stecklinge im Frühjahr und Sommer. Saubere Schnittstellen, ein luftiges Substrat und gleichmäßige Feuchtigkeit ohne Staunässe erhöhen die Erfolgsquote.
Unter passenden Bedingungen ist Jasmin meist unkompliziert. Im Freien treten gelegentlich Blattläuse an jungen Trieben auf, in der Regel ist das jedoch keine ernsthafte Bedrohung. Im Innenbereich können zusätzlich saugende Schädlinge auftreten, die man durch regelmäßige Kontrolle von Blättern und Trieben frühzeitig erkennen sollte. Das häufigste Problem in unseren Bedingungen sind eher Kälteschäden bei weniger robusten Arten oder die Kombination aus Frost und Winterfeuchte.
Warum es sich lohnt, Jasmin gerade jetzt zu pflanzen
Jasmin kann eine kahle Wand begrünen, eine Sitzecke beduften und Blüten in eine Zeit bringen, in der andere Pflanzen schweigen. Ob Sie sich für eine sommerblühende Kletterart an der Pergola entscheiden, für Winterjasmin mit gelben Blüten in den kalten Monaten oder für Chinesischen Jasmin als duftende Zimmerpflanze: Die Belohnung ist eine langfristig beeindruckende Pflanze, die mit vernünftiger Pflege von Jahr zu Jahr schöner wird.
Quelle: Almanac, Rhs , Pestrazahrada.cz
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