So ziehen Sie dichte Hängegeranien mit üppigen Blütenkaskaden
In vielen Straßen findet sich immer ein Haus, dessen Fenster oder Balkon von wirklich mächtigen Kaskaden aus Hängegeranien geschmückt wird. Das ist weder Magie noch eine geheime Sorte, sondern das Zusammenspiel einiger einfacher Schritte. Bekommen Geranien den richtigen Start, wird die Verzweigung regelmäßig gefördert und werden Nährstoffe rechtzeitig nachgeliefert, wachsen aus kleinen Jungpflanzen kräftige Pflanzen, die schnell Volumen aufbauen und im Laufe der Saison lange Überhänge bilden.
Das A und O sind Wurzelraum und ein hochwertiges Substrat
Auch wenn Geranien-Jungpflanzen beim Kauf oft klein sind, legen sie nach dem Umtopfen in Balkonkasten oder Topf sofort kräftig zu und verbrauchen Wasser und Nährstoffe schnell. Altes Substrat von anderen Pflanzen oder normale Gartenerde ist für sie nicht ideal. Für den besten Start lohnt sich ein hochwertiges Substrat speziell für Pelargonien, das meist für die ersten drei bis vier Wochen bereits eine Grunddüngung enthält.
Wichtig ist außerdem, nicht zu dicht zu pflanzen. Setzen Sie die einzelnen Jungpflanzen etwa 15 bis 20 cm auseinander, damit sie Platz zum Verzweigen haben und der Bestand gleichzeitig vital bleibt, ohne dass es unnötig zu Fäulnis kommt.
Wenn Fensterbank oder Balkon es zulassen, wählen Sie Gefäße mit mindestens 15 cm Tiefe. Es gilt eine direkte Faustregel: Je kräftiger und besser entwickelt das Wurzelsystem, desto üppiger der oberirdische Teil. Sind die Wurzeln eingeengt, überlebt die Geranie zwar, aber wirkliches Volumen entsteht dann nur schwer.
Pinzieren ist der Schlüssel zu dichtem Wuchs
Ein häufiger Grund, warum Geranien spärlich wirken, ist, dass sie nur wenige, in die Länge gezogene Triebe bilden. Direkt nach dem Kauf hilft eine auf den ersten Blick radikale, aber sehr wirksame Maßnahme: das Ausknipsen der Triebspitzenblättchen an jedem Triebende. Das sind die jüngsten Blätter an der Stängelspitze, die Sie leicht mit den Fingernägeln oder einer Schere entfernen können.
Nach dem Pinzieren lenkt die Pflanze ihre Energie in die seitlichen Knospen, meist in den Blattachseln größerer Blätter weiter unten. Innerhalb von ein bis zwei Wochen erscheinen am zuvor dünnen Trieb neue Seitentriebe, der Kasten füllt sich schneller und die Geranie gewinnt deutlich an Volumen.
Für einen noch dichteren Wuchs können Sie diesen Schritt ruhig zwei- bis dreimal wiederholen, jeweils nur an den Enden der neuen Stängel. Achten Sie dabei auf eine ausgewogene Form. Wächst die Pflanze stark einseitig, kann sie bei Wind leichter kippen oder abbrechen. Wirkt die Geranie unausgeglichen, ist es besser, einige Triebe etwas stärker zu kürzen, damit sie stabil bleibt.
Die Düngung bestimmt Wachstumstempo und Blütenfülle
Allein mit Wasser ist es nicht getan. Sobald die Nährstoffe aus dem frischen Substrat nach etwa einem Monat aufgebraucht sind, verlangsamt sich das Wachstum sichtbar und die Blüte gerät ins Stocken. Zur Förderung von Blättern und Trieben zu Saisonbeginn verwenden Sie einen Dünger mit höherem Stickstoffanteil, meist etwa einmal pro Woche, immer nach Herstellerangabe des jeweiligen Produkts.
Ab etwa der zweiten Junihälfte empfiehlt es sich, auf einen Dünger mit höherem Phosphor- und Kaliumanteil umzusteigen. Phosphor unterstützt die Knospenbildung, während Kalium für intensivere Blütenfarben, festere und elastischere Stiele sowie eine bessere Widerstandskraft gegen Trockenheit, Hitze und einige Krankheiten sorgt. Regelmäßiges Nachdüngen einmal pro Woche hält Geranien in der Regel bis zum Saisonende zuverlässig in Blüte.
Praktische Grundsätze, die den größten Unterschied machen
Nicht in trockenes Substrat düngen
Gießen Sie Dünger niemals auf völlig trockenes Substrat. Wässern Sie die Geranien zuerst mit klarem Wasser, lassen Sie es einziehen und geben Sie erst danach das Düngerwasser. Sonst drohen feine Wurzeln durch konzentrierte Mineralsalze Schaden zu nehmen.
Verblühtes und trockene Blätter regelmäßig entfernen
Entfernen Sie jede Woche verblühte Blütenstände bis zum Stiel und knipsen Sie zugleich trockene oder beschädigte Blätter ab. So investiert die Pflanze keine Energie in die Samenbildung und setzt schneller neue Knospen an.

Genügend Sonne ist die Voraussetzung für üppige Blüte
Hängegeranien gedeihen am besten an der Süd-, Südost- oder Südwestseite. Ideal sind mindestens sechs Stunden direkte Sonne pro Tag. Im Halbschatten treiben sie zwar oft lange, grüne Triebe, doch die Blüte fällt meist schwächer aus und die Gesamtwirkung ist weniger eindrucksvoll.
Vorsicht vor Überwässerung und Staunässe
Hängegeranien vertragen ein kurzes Abtrocknen meist besser als dauerhafte Nässe. Kritisch ist vor allem wiederholtes Stehen von Wasser in Untersetzern, das Wurzelfäule begünstigt. Eine Drainageschicht am Gefäßboden hilft, den Kontakt der Wurzeln mit stehendem Wasser zu reduzieren. Gleichzeitig beschwert sie den Balkonkasten leicht, was auch als Vorbeugung gegen Umkippen bei Wind praktisch ist.
Wenn Sie ausreichend Platz, regelmäßiges Pinzieren, die passende Düngung und Sonne kombinieren, werden Geranien dicht, blühen konstant und bilden Überhänge, die schon von weitem ins Auge fallen.
Quelle: Urob si sám, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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