Canna vor dem Winter ausgraben Falsches Timing ruiniert sie eine Woche mehr entscheidet über die nächste Saison
Canna gehören zu den besonders auffälligen Zierpflanzen, die mit kräftigen Blütenfarben und üppigem Wuchs beeindrucken. In wärmeren Lagen gedeihen sie als Stauden gut, doch dort, wo der Winter längere Frostperioden bringt, würden sie im Boden oft nicht überleben. Unter kühleren Bedingungen ist es daher am sichersten, die unterirdischen Pflanzenteile im Herbst herauszunehmen, abtrocknen zu lassen und bis zur Pflanzung im Frühjahr in einer geeigneten Umgebung zu lagern.
Hobbygärtner in Regionen mit kalten Wintern entscheiden sich meist zwischen zwei Möglichkeiten. Entweder sie ziehen Canna nur als Saisonpflanzen, oder sie bewahren sie für das nächste Jahr auf. Die zweite Variante ist nicht nur finanziell sinnvoll, sondern ermöglicht es auch, kräftige und bewährte Pflanzen zu erhalten, die in der nächsten Saison wieder durchtreiben.
Wann ist der beste Zeitpunkt zum Ausgraben
Das richtige Timing ist entscheidend. Canna sollten im Herbst dann aus dem Beet genommen werden, wenn das oberirdische Laub nach den ersten leichten Frösten zu welken beginnt. Man muss nicht beim allerersten kühlen Morgen in Eile geraten, denn leichter Bodenfrost dringt meist nicht tief genug zu den Rhizomen vor. Andererseits ist es nicht sinnvoll, auf starken und länger anhaltenden Frost zu warten, der die unterirdischen Teile schädigen könnte.
Ideal ist der Moment, wenn die Blätter bereits deutlich an Frische verloren haben und die Pflanze das Ende der Vegetation signalisiert, der Boden aber noch nicht durchgefroren ist. Im Frühjahr kommen Canna erst dann wieder nach draußen, wenn der Boden aufgetaut ist und die Gefahr weiterer Fröste vorüber ist. In den meisten Regionen ist das erst im späteren Frühjahr der Fall.
Was Sie vor Arbeitsbeginn bereitlegen sollten
Zum Ausgraben reicht übliches Gartengerät. Am besten eignen sich Spaten, Grabegabel oder eine stabile Handschaufel, denn die Rhizome sitzen mehrere Zentimeter unter der Oberfläche. Außerdem sind Zeitungspapier oder kleine Papiertüten sowie trockenes Material sinnvoll, das überschüssige Feuchtigkeit aufnimmt, zum Beispiel Torf oder Vermiculit.
Im Laufe der Saison kann ein Rhizom deutlich zulegen und seitliche Teilstücke bilden. Diese lassen sich zur Vermehrung nutzen. Sind sie ausreichend entwickelt, können sie entweder im Herbst beim Ausgraben oder erst im Frühjahr nach der Lagerung abgetrennt werden. Wird bereits im Herbst geteilt, ist es ratsam, die Schnittflächen mit einem schwefelhaltigen Präparat zu behandeln, damit während der Lagerung keine Pilzkrankheiten eindringen.
So heben Sie Canna sicher aus dem Beet
Beim Ausgraben ist wichtig, die Rhizome nicht direkt zu verletzen. Stechen Sie das Werkzeug daher in etwas Abstand zu den Stängeln ein und heben Sie die Erde vorsichtig an. Anschließend lässt sich der ganze Horst mit den Händen lockern und aus der umgebenden Erde lösen. Canna werden gewöhnlich etwa 10 bis 15 Zentimeter tief gepflanzt, daher sollte man damit rechnen, dass die Rhizome nicht direkt unter der Oberfläche liegen.
Sobald der Horst draußen ist, muss er nicht mit Gewalt von Erde befreit werden. Es genügt, die Erde sanft abzuschütteln oder mit der Hand zu entfernen. Grobes Reinigen oder Beschädigungen an der Oberfläche könnten später das Fäulnisrisiko erhöhen.
Blätter einkürzen und schonend säubern
Nach dem Herausnehmen aus der Erde wird der oberirdische Teil auf einige Zentimeter über dem Rhizom zurückgeschnitten. Ein kurzer Stängelrest erleichtert das Handling und die spätere Lagerung. Danach können die Rhizome leicht abgespült oder von loser Erde befreit werden, jedoch ohne Schrubben. Wichtig ist, die Oberfläche nicht zu verletzen, denn jede Wunde kann ein Eintrittstor für Fäulnis oder Schimmel sein.
Warum Rhizome unbedingt abtrocknen müssen
Bevor Canna über Winter eingelagert werden, sollten sie eine kurze Abtrocknungsphase durchlaufen. Meist reichen etwa eine Woche in einem trockenen, warmen und gut belüfteten Raum. Geeignet sind zum Beispiel Garage, Abstellraum oder ein anderer Platz ohne hohe Luftfeuchtigkeit, in dem die Luft gut zirkulieren kann.
Dieser Schritt festigt die äußere Schicht der Rhizome und senkt die Wahrscheinlichkeit von Fäulnis im Winter. Würden sie zu früh eingelagert und blieben noch feucht, würde das Schadensrisiko deutlich steigen.

Die richtige Art der Überwinterung
Nach dem Antrocknen ist es am besten, jedes Rhizom einzeln in Zeitungspapier oder in eine kleine Papiertüte zu wickeln. Zum Einpacken gibt man am besten eine kleine Menge trockenen Torf oder Vermiculit dazu. Diese Materialien helfen, die Feuchtigkeit auszugleichen und das Fäulnisrisiko zu verringern.
Die eingepackten Rhizome kommen in einen Karton oder eine größere Papierverpackung. Sie sollten nicht dicht an dicht liegen, damit sich ein mögliches Problem nicht von einem Stück auf das nächste überträgt. Der Lagerplatz sollte kühl, trocken und möglichst gleichmäßig sein. Die Temperatur sollte nicht unter etwa 4 °C fallen.
Regelmäßige Kontrolle im Winter
In den Wintermonaten lohnt es sich, die Rhizome gelegentlich zu kontrollieren. Wenn weiche, dunkle oder unangenehm riechende Stellen auftreten, muss der geschädigte Teil entfernt oder das ganze Stück aussortiert werden. Im Frühjahr ist die Kontrolle noch wichtiger. Gepflanzt werden nur feste, gesund wirkende Rhizome, während vertrocknete oder angefaulte besser entsorgt werden.
Auch bei sorgfältiger Lagerung ist es normal, dass ein Teil der Rhizome bis zum Frühjahr nicht in perfektem Zustand bleibt. Wenn der Großteil der eingelagerten Stücke gelingt, gilt das als sehr gutes Ergebnis.
So gehen Sie bei Canna in Gefäßen vor
Wurden Canna in Töpfen oder anderen Gefäßen kultiviert, ist die Arbeit noch einfacher. Sie müssen nicht aus dem Topf genommen werden. Es reicht, das Laub bis auf Bodenniveau zurückzuschneiden und den ganzen Topf an einen trockenen und kühlen Ort zu stellen, an dem die Temperaturen nicht unter den Punkt fallen, bei dem die Rhizome Frost bekommen könnten.
Geeignet sind Keller, ein kühler Raum oder ein innerer Bereich der Garage. Auch hier gilt: Den Zustand von Substrat und Rhizomen ab und zu prüfen, damit es weder zu nass noch völlig ausgetrocknet ist.
Canna im Frühjahr zurück ins Beet
Sobald sich das Wetter stabilisiert und keine Frostgefahr mehr besteht, können die Rhizome wieder gepflanzt werden. Vor dem Einsetzen sollte man sie durchsehen, beschädigte Stücke aussortieren und gegebenenfalls kräftige neue Teilstücke zur weiteren Vermehrung abtrennen. Dank des richtigen Ausgrabens im Herbst und einer sorgfältigen Winterlagerung haben Canna beste Chancen, in der nächsten Saison wieder üppig zu wachsen und eindrucksvoll zu blühen.
Quelle: The Spruce, RHS , Pestrazahrada.cz
Als Krankenschwester von Beruf begeistert sie sich für einen gesunden Lebensstil, die Natur und alles, was sowohl den Menschen als auch der Welt um sie herum zugutekommt. In ihrer Freizeit beschäftigt sie sich gern mit Gärtnern, Kochen, Nähen und der Fürsorge für ihre Familie. In ihren Artikeln verbindet sie mit Freude fachliche Kompetenz mit praktischer Erfahrung aus dem Garten und dem Alltag.
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