Begonien voller Blüten Richtige Bewässerung Licht und Düngung entscheiden
Begonien zählen zu den beliebtesten Pflanzen für die Sommerbepflanzung, weil sie vom Frühsommer bis zu den ersten Frösten unermüdlich blühen können. Man nutzt sie für Töpfe, Balkonkästen, Ampeln und saisonale Beetbepflanzungen. Ein großer Vorteil ist, dass viele Arten und Sorten auch im Halbschatten gut gedeihen, wo die Auswahl an blühenden Pflanzen oft kleiner ist. Bei guter Pflege bringen Begonien praktisch den ganzen Sommer über Farbe und Fülle.
Grundlegende Einteilung der Gartenbegonien
Für die Kultur im Freien begegnen Ihnen am häufigsten zwei Gruppen. Knollenbegonien sind ideal für Kübel und Ampeln, weil sie große, auffällige Blüten bilden und lange blühen. Die zweite Gruppe sind Begonien mit faserigem Wurzelsystem, oft als semperflorens bezeichnet, die vor allem in Sommerbeeten und als Beetumrandung verwendet werden. Jede Gruppe hat etwas andere Ansprüche, daher lohnt es sich zu wissen, was genau Sie kultivieren.
Knollenbegonien in Töpfen und Ampeln
Knollige Sorten, oft aus Begonia × tuberhybrida hervorgegangen, werden wegen ihrer satten Farben und der markanten Blüten geschätzt. An einer Pflanze erscheinen sowohl männliche als auch weibliche Blüten, wobei die auffälligsten meist die männlichen sind. Für Hängegefäße werden häufig auch Typen gewählt, die an Begonia boliviensis anknüpfen, zum Beispiel Gruppen wie Million Kisses, die üppig blühen und elegant hängend oder halb hängend wachsen.
Knollen im Frühjahr vorziehen
Beginnen Sie mit dem Antreiben der Knollen im März bis April. Geeignet ist eine Temperatur um 18 °C. Bereiten Sie ein flaches Gefäß mit einem luftigen, leicht sandigen Substrat vor, das gleichmäßig feucht ist, aber nicht nass. Legen Sie die Knollen mit der hohlen Seite nach oben, etwa 2 cm voneinander entfernt, und setzen Sie sie nur leicht ein, sodass sie ungefähr 2,5 cm unter der Oberfläche liegen. Sobald Blätter erscheinen und die Pflanze in Gang kommt, wird in einzelne Töpfe mit etwa 10 bis 12,5 cm Durchmesser pikiert.
Nach den Frösten auspflanzen und Sommerpflege
Ins Freie kommen die Pflanzen erst nach dem Abhärten und wenn keine Frostgefahr mehr besteht. Begonien vertragen Sonne wie Halbschatten, in Gefäßen stehen sie jedoch oft besser, wenn sie nicht den ganzen Nachmittag der prallen Hitze ausgesetzt sind. Im Beet schätzen sie einen nährstoffreichen Boden. Halten Sie die Wasserversorgung regelmäßig, vor allem in Trockenphasen, und versuchen Sie dabei, die Blätter möglichst nicht zu benetzen, denn dauerhaft feuchtes Laub kann Krankheiten fördern. Etwa vier bis sechs Wochen nach dem letzten Umtopfen beginnen Sie mit einer wöchentlichen Düngung mit einem kaliumbetonten Dünger, typischerweise ähnlich Tomatendünger, und führen diese ungefähr bis September fort.
Knollenbegonien überwintern
Knollenbegonien müssen vor den ersten Frösten aus dem Freien genommen werden. Wenn die Blätter von selbst zu vergilben beginnen, reduzieren Sie die Wassergaben schrittweise. Nach dem Einziehen lässt man die Knollen abtrocknen und lagert sie in nur leicht feuchtem Sand oder Substrat frostfrei, idealerweise bei etwa 7 °C. Kontrollieren Sie sie gelegentlich und befeuchten Sie bei Bedarf ganz sparsam, damit die Knollen nicht zu stark austrocknen. Bei manchen Hängeformen kann die Knolle nach der ersten Saison klein bleiben, weshalb viele sie als Saisonpflanzen behandeln und jährlich neu kaufen.

Frosttolerantere Knollenbegonie für schattige Gartenbereiche
In geschützten Gartenecken wird manchmal auch eine robustere Knollenbegonie gepflanzt, die besonders im Spätsommer exotisch wirkt. Häufig empfohlen wird Begonia grandis subsp. evansiana, die ungefähr Temperaturen um den Gefrierpunkt verträgt. Die Knollen werden etwa 5 bis 7,5 cm tief in einen durchlässigen, mäßig nährstoffreichen Boden gesetzt und an einen sonnigen, windgeschützten Platz. In milden Regionen können die Knollen im Boden bleiben, wenn sie am Fuß einer warmen Südwand liegen und im Winter eine schützende Abdeckung erhalten. Sicherer ist es, die Knollen kühl bei etwa 10 °C vorzuziehen, eine Knolle pro Topf mit ungefähr 10 cm, und erst nach den Frösten auszupflanzen. Im Herbst, wenn das Laub gelb wird, Knollen abtrocknen lassen und bei mindestens 2 bis 4 °C überwintern.
Begonia semperflorens für Beete und Halbschatten
Semperflorens-Begonien haben faserige Wurzeln und sind wärmeliebend, deshalb werden sie bei uns meist als Sommerblumen kultiviert. Die Blüten sind weiß, rosa oder rot und erscheinen den ganzen Sommer bis zu den ersten Frösten. Die Pflanzen wachsen kompakt, haben oft auch dekorative Blätter und gehören zu den wenigen zuverlässigen Beetpflanzen, die auch im Halbschatten noch sehr gut wirken. Sie können sie aus Samen ziehen oder im Frühjahr Jungpflanzen kaufen.
Ins Freie pflanzt man sie erst nach dem Abhärten und nach dem Ende der Frostperiode. In Gefäßen empfiehlt sich im Sommer eine wöchentliche Düngung mit einem kaliumbetonten Dünger. Halten Sie die Wassergaben regelmäßig und versuchen Sie beim Gießen, die Blätter möglichst trocken zu lassen.

Rückschnitt und Stützen
Für die normale Gartenkultur müssen Blüten nicht aufwendig ausgeräumt werden. Wenn Sie Knollenbegonien jedoch auf Schauwert kultivieren, werden manchmal die weiblichen Blüten entfernt, damit die Pflanze mehr Kraft in die auffälligeren investiert. Triebe und Blätter können brüchig sein, deshalb ist bei höheren Pflanzen eine Stütze mit Stäben sinnvoll, besonders in windigen Lagen und in Gefäßen.
Vermehrung je nach Begonientyp
Knollen teilen
Knollenbegonien lassen sich durch Teilen der Knolle vermehren. Lassen Sie sie zunächst normal austreiben. Sobald Triebe sichtbar sind, schneiden Sie die Knolle so auseinander, dass jedes Stück mindestens eine Knospe besitzt. Die Schnittflächen einige Stunden abtrocknen lassen und die Teile dann in Töpfe setzen, sodass die Knolle ungefähr auf Substratniveau liegt. Wichtig ist: Ohne vorhandene Wurzeln und ohne Knospe wächst ein Knollenstück nicht weiter.
Stecklinge bei Knollenbegonien
Eine weitere Möglichkeit sind Stecklinge im Frühjahr, meist im April. Man nimmt einen etwa 10 cm langen Trieb mit Ferse, also mit einem kleinen Stück Knolle. Die Stecklinge werden in ein sandiges Vermehrungssubstrat gesteckt und bewurzeln gut bei Bodenwärme von etwa 18 bis 21 °C.
Aussaat und Stecklinge bei semperflorens-Begonien
Die Samen werden im Februar oder März in Aussaat- oder Universalsubstrat gesät und bei etwa 21 bis 25 °C gehalten. Die Samen sind sehr fein, deshalb werden sie nicht tief gesät, sondern nur auf die Oberfläche gestreut, da sie zum Keimen Licht benötigen. Man kann mit Folie abdecken oder höchstens leicht mit feinem Sand bestäuben. Sobald die Sämlinge das erste echte Blatt haben, werden sie in frisches Substrat pikiert und nach und nach in größere Töpfe umgesetzt. Gefüllt blühende Sorten werden häufig eher über Stecklinge vermehrt. Mutterpflanzen überwintern hell und eher kühl; im April schneidet man 7,5 bis 10 cm lange Stecklinge, die in sandigem Substrat bei Bodenwärme um 18 bis 21 °C bewurzeln.
Sorten, die sich zu testen lohnen
Für Ampeln und Kübel eignen sich die Serien Begonia Million Kisses mit halb hängendem Wuchs und reichem Flor. Aus dieser Gruppe ist zum Beispiel Devotion bekannt: mit schlankeren, spitz zulaufenden grünen Blättern mit zartrosa Rand und samtig roten, hängenden Blüten an rosafarbenen Stielen; meist ist kein laufendes Ausputzen nötig. Für einen kaskadenartigen Effekt ist auch die Serie Illumination gefragt, passend für Hängegefäße und in verschiedenen Farben erhältlich, darunter kräftige orange-rote Töne. Für Beete empfiehlt sich zum Beispiel Ambassador Rose, eine kompaktere semperflorens-Begonie mit glänzend grünen Blättern mit rötlichem Schimmer und einfachen rosa Blüten mit gelben Staubgefäßen, die den ganzen Sommer erscheinen.
Häufige Probleme und wie Sie vorbeugen
In zu nassem Substrat können Knollen leicht faulen, deshalb sind gute Drainage und bei Töpfen auch ein leicht erhöhtes Aufstellen sinnvoll, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Abwurf von Blüten kann umgekehrt auf zu große Trockenheit hinweisen. Bei der Winterlagerung kann ebenfalls Fäulnis auftreten, daher regelmäßig kontrollieren. Knollenbegonien können unter Mehltau, Blattfleckenkrankheiten und gelegentlich auch Wurzelfäule leiden. Bei jungen Sämlingen kann Umfallkrankheit auftreten, wenn es zu feucht und zu schlecht belüftet ist. In heißer, harter Sonne können Blätter außerdem vertrocknen oder verbrennen, daher ist bei großer Hitze ein leichtes Schattieren vorteilhaft.
Praxistipp: Der häufigste Fehler bei Begonien ist die Kombination aus Kälte und Nässe. Wenn Sie ein durchlässiges Substrat, regelmäßige aber maßvolle Wassergaben und einen geschützten Standort sicherstellen, danken sie es mit langer und sehr üppiger Blüte.
Quelle: Rhs, Garden Design , Pestrazahrada.cz
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