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Ausgegeizte Tomatentriebe nicht wegwerfen, daraus lässt sich ein günstiges Spritzmittel kochen

June 3, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Ausgegeizte Tomatentriebe nicht wegwerfen, daraus lässt sich ein günstiges Spritzmittel kochen
Ausgeizen von Tomaten / Foto: Depositphotos
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Wer Tomaten anbaut, weiß: Ohne regelmäßige Kontrolle und das Ausgeizen der Seitentriebe verausgabt sich die Pflanze unnötig und der Ertrag fällt oft geringer aus. Die meisten Gärtner bringen die abgebrochenen Geiztriebe automatisch auf den Kompost oder lassen sie am Boden liegen. Genau damit verschenken sie jedoch eine einfache Möglichkeit, zu Hause ein wirksames Spritzmittel gegen Schädlinge herzustellen, ohne teure chemische Präparate kaufen zu müssen.

Die jungen grünen Teile der Tomate enthalten nämlich Stoffe, die die Pflanze als eigene Abwehr nutzt. Wenn Sie sie richtig ausziehen lassen, erhalten Sie ein natürliches Mittel, das auch andere Kulturen im Garten schützen kann.

Solanin und Tomatin als natürliche Abwehr der Nachtschattengewächse

Tomaten gehören zu den Nachtschattengewächsen, und typisch für sie ist die Bildung schützender Alkaloide. Am häufigsten werden Solanin und das verwandte Tomatin genannt. Am höchsten ist der Gehalt dieser Stoffe in grünen Stängeln, Blättern und unreifen Früchten. In großen Mengen sind sie nicht für den Verzehr geeignet, im Garten können sie jedoch als rein natürliches Insektizid dienen.

Ein Auszug aus Tomatenblättern wirkt auf eine Reihe von Schädlingen wie ein Nervengift und kann ihr Auftreten deutlich reduzieren.

Am häufigsten wird er gegen saugende und beißende Schädlinge eingesetzt, zum Beispiel gegen Blattläuse in verschiedenen Farben, Raupen von Schmetterlingen, kleine Larven mancher Wanzen sowie gegen Spinnmilben. Bei vernünftiger Anwendung ist er für Nützlinge wie Bienen oder Marienkäfer in der Regel unproblematisch, solange Sie sie nicht direkt mit dem Spritznebel treffen.

Hausgemachtes Spritzmittel aus Tomatengeiztrieben

Die Zubereitung ist unkompliziert und dauert nur kurz, am wichtigsten ist die anschließende Standzeit. Sie eignet sich besonders dann, wenn Sie gerade Geiztriebe ausgeizen und sie sofort sinnvoll nutzen möchten.

Was Sie vorbereiten

Sie benötigen etwa zwei bis drei Handvoll frisch ausgebrochener Geiztriebe und eventuell auch untere Blätter, einen Liter Wasser sowie einige Tropfen flüssige Pflanzenölseife oder ein übliches Spülmittel. Die Seife dient hier als Netzmittel, damit die Lösung besser an den Blättern haftet und nicht abläuft.

Zubereitung

Schneiden Sie die grünen Triebe zuerst in kleinere Stücke, damit möglichst viel Pflanzensaft austreten kann. Geben Sie sie dann in ein Gefäß, übergießen Sie sie mit einem Liter kochendem Wasser und decken Sie das Gefäß ab. Lassen Sie die Mischung etwa zwölf bis vierundzwanzig Stunden ziehen, bis das Wasser eine dunkelgrüne Farbe und einen kräftigen Tomatengeruch angenommen hat.

Zum Schluss den Auszug sorgfältig durch ein feines Sieb oder ein Mulltuch abseihen, damit die Düse der Sprühflasche nicht verstopft. Geben Sie ein paar Tropfen Seife dazu, rühren Sie um und füllen Sie alles in den Drucksprüher. Diese Lösung wird anschließend nicht verdünnt, sondern in der angegebenen Konzentration verwendet.

Wann und wie Sie den Auszug anwenden, damit er wirkt

Spritzen Sie am besten am Abend, wenn die Pflanzen nicht mehr in der prallen Sonne stehen. So verringern Sie das Risiko von Blattschäden. Konzentrieren Sie sich auf die befallenen Stellen und sprühen Sie gründlich, vor allem die Blattunterseiten, denn genau dort verstecken und vermehren sich Blattläuse am häufigsten.

Der Auszug lässt sich nicht nur an Tomaten einsetzen, sondern auch an Rosen, Paprika, Kohlgewächsen, Johannisbeeren oder jungen Obstbäumen. Bei starkem Befall lohnt es sich, die Behandlung nach einigen Tagen zu wiederholen, weil aus der Umgebung neuer Befall nachkommen kann.

Praktischer Tipp bei starkem Blattlausbefall an Bäumen

Bei Obstbäumen passiert es häufig, dass Blattläuse auch nach dem Spritzen wiederkommen. Der Grund sind oft Ameisen, die sie gezielt umhertragen und schützen, weil sie von ihnen den süßen Honigtau bekommen. Daher ist es sinnvoll, zunächst den Ameisen den Zugang zum Stamm zu unterbinden, zum Beispiel mit einer mechanischen Leimbarriere, und erst danach den Baum mit dem Tomatenauszug zu behandeln. So ist die Wirkung des Spritzmittels meist deutlich besser und hält länger an.

Quelle: Urob si sám, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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