Aus einem Laubhaufen wird ein Bodenwunder, Gärtner kennen den Trick mit Drahtgitter und Säcken
Herbstlaub wird oft als Abfall gesehen, der möglichst schnell weggeräumt werden muss. Dabei kann es als hervorragendes und völlig kostenloses Material für den Garten dienen. Lässt man es richtig verrotten, entsteht daraus Lauberde, also eine dunkle, krümelige organische Masse, die sich zum Mulchen und zur Bodenverbesserung eignet. Es ist ein langsamer, natürlicher Prozess, an dem vor allem Pilze und ein feuchtes Milieu beteiligt sind. Genau darin liegt der Zauber: Ohne komplizierte Eingriffe gewinnt man ein wertvolles Material, das Beeten und dem Bodenleben guttut.
Wenig Platz und einfache Ausstattung reichen völlig
Für die Herstellung von Lauberde braucht es weder einen großen Garten noch eine aufwendige Infrastruktur. Ideal ist eine ruhige, schattige und leicht feuchte Ecke, in der das Laub in Ruhe verrotten kann. Einen einfachen Sammelbehälter baut man aus vier Pfosten, Drahtgitter und ein paar Befestigungsklammern. So entsteht ein Raum, in dem die Blätter nach und nach weich werden und zerfallen.
Fehlt ein geeigneter Platz, funktionieren auch stabile Müllsäcke mit einigen Luftlöchern sehr gut. Diese kann man in der Garage, im Schuppen oder an einem anderen geschützten Ort lagern. Das Laub zersetzt sich darin langsam, aber zuverlässig. Nach gut einem Jahr lässt sich der Inhalt als Frühjahrs-Mulch verwenden. Ein weiterer Vorteil: Bei sorgfältigem Umgang können dieselben Säcke mehrfach genutzt werden.
Lauberde verhält sich anders als normaler Kompost
Im Gegensatz zu klassischem Kompost braucht Lauberde weder hohe Temperaturen noch ein ausgewogenes Verhältnis verschiedener Materialien. Beim Kompostieren ist es wichtig, grüne und braune Bestandteile zu kombinieren, also stickstoff- und kohlenstoffreiche Materialien. Bei Lauberde ist das Rezept deutlich einfacher. Die Grundlage sind nur Blätter und Feuchtigkeit. Darum sammelt man Laub am besten bereits leicht feucht auf oder befeuchtet es beim Einlagern vorsichtig.
Der Abbau läuft außerdem in kühlerer Umgebung ab und ohne dass regelmäßiges Umsetzen nötig wäre. Das macht diese Methode zur bequemen Art, Gartenmaterial zu verwerten – auch für alle, die keinen „aktiven“ Kompost pflegen möchten. Der gesamte Prozess ist langsamer, dafür aber sehr anspruchslos.
Zerkleinern beschleunigt den Prozess deutlich
Eine große Hilfe ist es, die Blätter vor dem Einlagern zu häckseln. Praktisch ist, mit dem Rasenmäher direkt über das Laub auf dem Rasen zu fahren – so verbindet man das Aufräumen und Verarbeiten in einem Schritt. Kleinere Stücke zersetzen sich schneller und gleichmäßiger, sodass feine, nutzbare Lauberde schon nach sechs bis zwölf Monaten entstehen kann. Ganze Blätter werden meist zu gröberem Material und brauchen mehr Zeit.
Manche Laubarten haben eine festere oder wachsige Oberfläche und widerstehen der Zersetzung länger. Das betrifft zum Beispiel Rosskastanie, Bergahorn, immergrüne Gehölze oder anderes zähes Laub. Gerade das Zerkleinern hilft, diese natürliche Widerstandskraft zu überwinden. Außerdem sackt gehäckseltes Laub im Haufen weniger zusammen, Luft kann besser zirkulieren und Pilze arbeiten effektiver. Das ist besonders wichtig bei nassem, ganzem Laub, das dazu neigt, dichte und schwere Schichten zu bilden.
Welche Blätter am besten sind und welche Zeit brauchen
Grundsätzlich verrottet fast jedes Laub, doch manche Arten liefern bessere Ergebnisse als andere. Sehr gut geeignet sind Blätter von Eiche, Birke, Buche, Ahorn, Hasel oder Hainbuche. Sie ergeben verlässlich und ohne größere Probleme hochwertige Lauberde.
Langsamer sind meist Walnuss, Platane, Bergahorn oder Esskastanie, ebenso wie viele immergrüne Gehölze. Das heißt aber nicht, dass sie unbrauchbar sind. Sie brauchen lediglich mehr Zeit und idealerweise auch das Häckseln. Mit genügend Geduld wird auch daraus ein nützliches Material, das statt im Abfall zu landen den Boden bereichert und seine Gesundheit fördert.
Was ist mit Nadeln
Auch Nadelstreu zersetzt sich mit der Zeit, meist dauert das jedoch zwei bis drei Jahre. Geschnittene Zweige aus Nadelhecken gibt man besser auf den Kompost, als sie allein zur Herstellung von Lauberde zu verwenden. Kiefernnadeln kann man getrennt sammeln, weil das entstehende Material eher sauer reagiert. Das passt zum Beispiel für Heidelbeeren und andere Moorbeetpflanzen.

So lässt sich Lauberde im Garten nutzen
Fertige Lauberde ist dunkel, fein-krümelig und vielseitig einsetzbar. Sie verbessert die Durchlüftung des Bodens und hilft ihm, Feuchtigkeit besser zu halten. Darum ist sie sowohl für schwere Lehmböden als auch für leichte, sandige Beete wertvoll, die schnell austrocknen. Als Mulch um Pflanzen herum ausgebracht, reduziert sie Wasserverluste und unterstützt eine gesunde Wurzelentwicklung.
Durch den hohen Humusanteil verbessert sie die Bodenstruktur und schafft gute Bedingungen für nützliche Mikroorganismen. Der Boden wird dadurch widerstandsfähiger gegen Wetterextreme und langfristige Belastung. Obwohl Lauberde keine großen Nährstoffmengen enthält, ist genau das in vielen Situationen ein Vorteil.
Wann sie einsatzbereit ist
Schon nach einem Jahr kann teilweise verrottetes Material als Mulch geeignet sein. Reift es jedoch zwei Jahre oder länger, verwandelt es sich in eine feinere Masse, die an Erde erinnert. In dieser Form ist es ideal als Bodenverbesserer oder als Bestandteil von Aussaat- und Anzuchtsubstraten.
Weil sie nicht zu stark nährstoffhaltig ist, eignet sie sich auch für junge Pflanzen und Setzlinge. In Substrate eingemischt verbessert sie das Wasserspeichervermögen, ohne dass durch Nährstoffüberschuss Wurzelschäden drohen. Das macht sie zu einem sehr vielseitigen Material für den Einsatz über die ganze Saison hinweg.
Aus gewöhnlichem Herbstlaub kann ohne große Kosten ein nützliches Material entstehen, das dem Boden, den Pflanzen und dem ganzen Garten hilft.
Ein einfacher Weg, um gratis etwas Wertvolles zu gewinnen
Lauberde herzustellen zeigt, dass Gärtnern weder kompliziert noch teuer sein muss. Man sammelt Laub, lagert es unter passenden Bedingungen und gibt ihm Zeit. Das Ergebnis ist ein natürlicher Mulch und Bodenverbesserer, der sonst leicht als Abfall enden würde. Selbst auf kleinem Raum lässt sich mit dieser Methode das Herbstaufräumen in einen langfristigen Gewinn für den ganzen Garten verwandeln.
Quelle: Rhs, Plantura.Garden, Pestrazahrada.cz
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