Augustschnitt tut dem Garten gut, bei drei Gehölzen richtet er aber nur Schaden an
Der August ist oft der Höhepunkt des Sommers, zugleich aber die Zeit, in der sich der Garten unmerklich auf den Herbst einstellt. In den Beeten dominieren häufig spät blühende Stauden, und Ziergräser können nach und nach wärmere ockerfarbene Töne annehmen. Gerade jetzt lohnt es sich, laufend Verblühtes zu entfernen, Pflanzen an Stützen anzubinden und Beete wie auch Hecken in guter Kondition zu halten. So wirkt der Garten gepflegt, ohne seinen natürlichen Sommercharakter zu verlieren.
Was in der zweiten Sommerhälfte sinnvoll geschnitten wird
In der zweiten Sommerhälfte beenden Vögel meist die Brutzeit, und so kann die Heckenschnitt-Saison vorsichtig wieder beginnen. Eine Kontrolle ist aber immer nötig, ob sich im Bestand nicht doch noch ein besetztes Nest versteckt. Gleichzeitig nähert sich das Ende des geeigneten Zeitfensters für den Schnitt empfindlicherer Arten, die vor dem kühleren Herbstwetter genügend Zeit zum Wundverschluss brauchen.
Bei einigen krautigen Stauden, die bereits verblüht sind und unter der Last der Stängel umgekippt sind, kann man eine Kürzung bis knapp über Bodenniveau vornehmen. Bis zum Saisonende bilden sie oft eine ordentliche bodennahe Blattrosette, die das Beet optisch stabilisiert und seine Attraktivität verlängert. Im August ist es außerdem sinnvoll, allzu üppiges Wachstum bei Kletterpflanzen zu zügeln, falls sie in diesem Jahr noch keinen Schnitt bekommen haben, typischerweise bei Weinreben oder Blauregen.
Rosen und das Entfernen verblühter Blüten
Bei Rosen lohnt es sich, verblühte Blüten regelmäßig abzuschneiden. So wird die Pflanze nicht durch Samenbildung unnötig belastet und oft sogar zu einer weiteren Blüte angeregt. Gleichzeitig verbessert sich das Gesamtbild der Sträucher, und bei feuchter Witterung sinkt das Risiko, dass Blütenreste faulen.
Auslichten und Ausdünnen bei spät reifendem Obst
Bei Obstarten, die gerade erst ansetzen und ihre Früchte entwickeln, kann im August ausgedünnt werden. Ziel ist es, die Fruchtzahl so zu reduzieren, dass die verbleibenden Früchte besser ausreifen, süßer werden und gleichmäßiger reifen. Das Vorgehen ist besonders dort sinnvoll, wo der Behang zu dicht ist und die Äste überlastet sind.
Weinreben müssen im August oft gebändigt werden

Weinreben haben ein kräftiges Wurzelsystem, mit dem sie auch in trockeneren Böden Wasser finden. Deshalb gedeihen sie gut an sonnigen, warmen Standorten und können während der Vegetationszeit sehr viele Blätter und Triebe bilden. Diese hängen dann oft über, beschatten die Trauben und verschlechtern deren Durchlüftung.
Wenn die Trauben zu stark bedeckt sind und die Luft im Laub schlecht zirkuliert, steigt das Risiko von Pilzkrankheiten. Das Kürzen langer Triebe im August und eine übersichtlichere Triebführung helfen daher nicht nur, die Form zu halten, sondern verbessern auch die Bedingungen für die Reife und die Gesundheit der Pflanze.
Weitere Pflanzen, die man im Sommer in Form bringen kann
Ziel der Sommerpflege ist oft, den Garten so auf den Winter vorzubereiten, dass er einerseits Samen und Unterschlupf für Wildtiere bietet, andererseits aber nicht verwahrlost wirkt. Einige Arten hält man besser in vernünftigen Grenzen, entfernt umgeknickte Partien und korrigiert die Linien der Pflanzungen, besonders bei Hecken.
Kletterrosen
Bei Kletterrosen werden im August abgestorbene oder beschädigte Triebe an der Basis entfernt. Kräftige Seitentriebe kann man einkürzen, und lange Ruten bindet man am besten erneut an die Kletterhilfe, damit die Pflanze nicht bricht und sich gut auf der Konstruktion verteilt.
Immergrüne Hecken
Immergrüne Hecken können erneut geschnitten werden, damit der Garten frisch und ordentlich bleibt. Vor dem Schnitt muss geprüft werden, ob sich darin aktive Vogelnester befinden. Den Eingriff macht man am besten bei milder Witterung, damit die frisch geschnittenen Partien nicht unter Austrocknung leiden.
Lavendel nach der Blüte
Lavendel wird nach der Blüte nur leicht zurückgeschnitten, damit er kompakt bleibt. Wichtig ist, nicht ins alte Holz zu schneiden, denn daraus treibt Lavendel oft schlecht wieder aus, und der Halbstrauch könnte zurücktrocknen.
Formobst Apfel
Bei formgezogenen Apfelbäumen können im Sommer neue, blatttragende Triebe eingekürzt werden. Das fördert die Bildung von Fruchtholz und zugleich die Anlage von Blütenknospen fürs nächste Jahr. Das Ergebnis ist meist ein ausgeglicheneres Wachstum und eine bessere langfristige Ertragsleistung.

Welche Gehölze man im August besser in Ruhe lässt
Nicht alles ist für einen Schnitt im Spätsommer geeignet. Grundsätzlich werden in dieser Zeit häufiger immergrüne Gehölze geschnitten als Laubbäume, auch wenn es Ausnahmen gibt, etwa Apfelbäume, Pflaumen oder Pappeln. Bei manchen Arten bringt ein Augustschnitt jedoch mehr Risiko als Nutzen.
Ahorne
Ahorne brauchen in der Regel keinen Schnitt. Wenn ein Eingriff nötig ist, ist ein Termin in der Vegetationsruhe meist besser geeignet, typischerweise zwischen November und Januar, weil sich dann unerwünschtes „Bluten“ und Stress für den Baum leichter minimieren lassen.
Essigbaum
Der Essigbaum wird für seine intensive Herbstfärbung geschätzt. Mit einem Sommerschnitt könnte man sich um einen Teil dieses Effekts und um den natürlichen Kronenaufbau bringen, daher ist es vernünftiger, Korrekturen bis zum Frühjahr zu verschieben. Ähnlich sollte man auch bei anderen Bäumen und Sträuchern vorgehen, die vor allem durch Herbstfärbung überzeugen.
Schneebeere
Die Schneebeere bildet im Herbst Büschel kleiner weißer Beeren, die auch im Winter dekorativ wirken. Würde man sie im August stark zurückschneiden, gingen diese Früchte verloren, und der Strauch verlöre eines seiner wichtigsten Ziermerkmale.
Quelle: The Spruce, Záhrada, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
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