Gardenino

So erkennen Sie, ob eine Aprikose nach einem Radikalschnitt neu veredelt werden muss

July 6, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
So erkennen Sie, ob eine Aprikose nach einem Radikalschnitt neu veredelt werden muss
Aprikose / Foto: Depositphotos
AD

Wenn Sie die Aprikose wegen starken Moniliabefalls und ausgeprägtem Gummifluss etwa einen Meter über dem Boden eingekürzt haben, ist es logisch zu überlegen, wie es weitergeht. Im Frühjahr treibt sie oft mit neuen Trieben wieder aus, und der Gärtner kann einige der kräftigsten Äste für die spätere Krone auswählen. Die zentrale Frage lautet, ob ein solcher stehen gelassener Stamm erneut veredelt werden muss oder ob man ohne weiteren Eingriff weitermachen kann.

Entscheidend ist die Höhe der ursprünglichen Okulation oder Veredelung

Ob eine erneute Veredelung nötig ist, hängt davon ab, in welcher Höhe das Bäumchen ursprünglich veredelt oder okuliert wurde. Anders gesagt: ob Sie mit dem Schnitt den Edelteil der Sorte entfernt haben oder ob er am Stamm noch vorhanden ist. Bei Bäumen aus der Baumschule wird häufig relativ niedrig veredelt, sodass selbst nach starkem Einkürzen oft noch realistisch ist, aus neuen Trieben wieder eine Krone aufzubauen.

Typische Veredelungshöhen bei Aprikosen

In der Praxis werden Aprikosen häufig bereits im Vorfrühling in einer Höhe von etwa 10 bis 15 cm über dem Boden auf Unterlagen veredelt. Beim Veredeln auf im Freiland gezogene Unterlagen liegt die Stelle öfter bei etwa 15 bis 25 cm. In größeren Betrieben trifft man auf eine Streuung von ungefähr 10 bis 30 cm. Haben Sie also deutlich oberhalb dieser Werte geschnitten, ist es wahrscheinlich, dass die Edelsorte am Baum noch vorhanden ist.

Hinweise liefern Blätter und die Unterlage, auf die Aprikosen veredelt werden

Viel verrät auch der Austrieb selbst. Aprikosen werden nämlich oft auf Pflaumenunterlagen veredelt. Wenn nach dem Schnitt Triebe mit typischen Aprikosenblättern erscheinen, besteht eine gute Chance, dass es sich weiterhin um die ursprünglich gekaufte Sorte handelt und der Baum nicht sofort neu veredelt werden muss. Treten dagegen Merkmale auf, die eher zur Pflaume passen, kann es sich um Schösslinge aus der Unterlage handeln – dann wäre eine Veredelung sinnvoll.

Veredeln von Obstbäumen / Foto: Depositphotos
Veredeln von Obstbäumen / Foto: Depositphotos

Entscheidend ist der Gesundheitszustand des Stamms

Auch wenn alles hoffnungsvoll aussieht, bleibt eine wesentliche Unsicherheit: Die Krankheit könnte sich direkt im Stamm festgesetzt haben, und die neuen Triebe müssen langfristig nicht gesund bleiben. Deshalb ist es sinnvoll zu beobachten, ob der Gummifluss erneut auftritt, ob Triebe zurücksterben und wie der Baum insgesamt wächst. Stabilisiert sich der Zustand, können Sie aus den stehen gelassenen Ästen nach und nach eine neue Krone aufbauen.

Wann weitermachen – und wann den Baum besser ersetzen

Wenn die neuen Triebe gut gedeihen und der Baum keine weiteren deutlichen Schäden zeigt, können Sie ohne Neuveredelung weiterkultivieren und sich auf den Kronenaufbau konzentrieren. Kehren die Probleme jedoch zurück, sterben Gewebe ab oder verstärkt sich der Gummifluss, ist es meist vernünftiger, den Baum zu entfernen und durch ein neues, gesundes Exemplar zu ersetzen. Die Entscheidung hängt also nicht nur davon ab, wo der Baum ursprünglich veredelt wurde, sondern vor allem davon, ob der Stamm nach der überstandenen Infektion noch lebensfähig ist.

Quelle: Gardening Know How, Záhrada, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

Diesen Artikel bewerten
4.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD