Zwiebelblumen nach der Blüte richtig ausgraben für gesunde Zwiebeln und mehr Blüten
Tulpen, Narzissen, Märzbecher und Schneeglöckchen verblühen zwar schon im Frühjahr, doch damit ist die Pflege nicht vorbei. Die ideale Zeit zum Herausnehmen der Zwiebeln ist dann, wenn das Laub von selbst einzieht und zu vergilben beginnt. Genau dann wandern die Reservestoffe aus dem Blatt zurück in die Zwiebel, und die Pflanze legt Vorräte für die nächste Saison an. Wer zum richtigen Zeitpunkt ausgräbt, erhält festere, vitalere Zwiebeln, die später leichter einwurzeln und häufiger mit reicherer Blüte danken.
Gleichzeitig lohnt es sich, nicht zu lange zu warten. Fällt der Frühsommer kühl und regnerisch aus, können manche Zwiebeln wieder aktiv werden und erneut Wurzeln bilden. In diesem Fall ist es oft sinnvoller, sie am Platz zu lassen und das Ausgraben auf das nächste Jahr zu verschieben, damit die Pflanze nicht unnötig geschwächt wird.
Warum es sich lohnt, Zwiebeln gelegentlich aus der Erde zu holen
Viele früh blühende Arten können mehrere Jahre am selben Standort bleiben, dennoch zahlt sich bei etlichen Zwiebelpflanzen das regelmäßige Ausgraben, Sortieren und erneute Pflanzen langfristig aus. Typisch ist das bei Tulpen, die dazu neigen, nach und nach tiefer in den Boden zu wandern. Nach ein paar Jahren können sie gut mehr als zehn Zentimeter tiefer liegen als zu Beginn – das erschwert das Auffinden und beeinträchtigt auch das weitere Wachstum.
Bei großblumigen modernen Tulpensorten und oft auch bei Narzissen kommt hinzu, dass die Nährstoffe im direkten Umfeld schneller aufgebraucht sind. Im zweiten bis dritten Jahr werden die Pflanzen dann schwächer und die Blüte fällt magerer aus. Bei Hyazinthen gilt das jährliche Ausgraben und Neupflanzen als sicherster Weg zu regelmäßiger Blüte, damit sie nicht nach und nach verschwinden und an Kraft verlieren.
Den Pflanzplatz markieren und die Zwiebeln nicht verletzen
Ein häufiger Fehler ist, zu warten, bis das Laub vollständig vertrocknet ist. Sobald das Blattwerk verschwunden ist, lässt sich meist kaum noch genau erkennen, wo die Zwiebeln sitzen. Praktisch ist es deshalb, den Standort zu markieren, solange die Blätter noch grün und gut sichtbar sind. Nach dem Einziehen wissen Sie dann genau, wo Sie graben müssen, und verringern deutlich das Risiko, die Zwiebel anzustechen oder zu verfehlen.
Beim Ausgraben ist es sicherer, den Spaten tiefer einzustechen, als die Zwiebeln ursprünglich gesetzt wurden. Gerade Tulpen können deutlich tiefer liegen, als man erwartet. Ein schonendes Herausnehmen ist auch deshalb wichtig, weil verletzte Zwiebeln Reserven schlechter einlagern und häufiger zu Fäulnis neigen.
Reinigen und Sortieren nach dem Herausnehmen
Nach dem Ausgraben befreien Sie die Zwiebeln von überschüssiger Erde und sortieren sie nach Größe und Gesundheitszustand. Kräftige Zwiebeln sind für die weitere Kultur am wertvollsten, weil sie meist mehr Blüten ansetzen und den Stress des Umsetzens besser verkraften. Weiche, beschädigte oder verdächtige Exemplare sollten Sie aussortieren, damit sich Probleme nicht in der ganzen Pflanzung ausbreiten. Das Sortieren hilft außerdem, die Pflanzung so zu planen, dass die Pflanzen genügend Platz haben und sich in zu dichten Horsten nicht gegenseitig auszehren.
Die richtige Lagerung je nach Art entscheidet über den Erfolg
Märzbecher und Schneeglöckchen vertragen kein Austrocknen
Märzbecher und Schneeglöckchen haben feine, dünne Zwiebelschalen und verlieren daher rasch Wasser. Schützen Sie sie nach dem Herausnehmen vor dem Austrocknen, lagern Sie sie eher kühl und leicht feucht und pflanzen Sie sie idealerweise so bald wie möglich wieder ein. Längere trockene Lagerung ist für sie riskant und zeigt sich oft in Schwächung oder schlechtem Anwachsen.
Tulpen, Narzissen und Hyazinthen vertragen es trockener
Tulpen, Narzissen und Hyazinthen besitzen festere Hüllschalen und kommen daher mit einer kurzfristigen sommerlichen Lagerung unter trockeneren Bedingungen deutlich besser zurecht. Meist passt ihnen ein trockener Platz bei etwa 15 bis 20 °C, wo sie bis zur Pflanzzeit im Herbst liegen können. Auch hier gilt jedoch: Lagern sollten Sie nur gesunde, unbeschädigte und gut ausgereifte Zwiebeln.
Herbstpflanzung und Bodentemperatur als natürlicher Schutz
Auch der Pflanztermin beeinflusst die Gesundheit von Zwiebelpflanzen stark. Zur Vorbeugung gegen manche bodenbürtigen Krankheiten hat es sich bewährt, erst zu pflanzen, wenn die Bodentemperatur unter 10 °C sinkt. In kühlerer Erde ist die Aktivität einiger Erreger geringer, und die Zwiebeln können vor dem Winter noch Wurzeln bilden, ohne unnötigen Krankheitsdruck.
Ungewöhnlich gefärbte Tulpen können auf eine Viruskrankheit hinweisen
Zeigen ursprünglich einfarbige Tulpen plötzlich Streifen oder Flecken und wirkt die Blüte auf einmal bunt, kann es sich um eine Virusinfektion handeln. Solche Blüten können zwar interessant aussehen, es ist jedoch keine gezielte Farbvariante. Gleichzeitig ist gut zu wissen, dass diese Viren oft weder die Zwiebelform noch die Blüte an sich stark einschränken – dennoch ist es sinnvoll, die Entwicklung zu beobachten und bei Verdacht vorsichtig mit dem Pflanzenmaterial umzugehen.
Warum Narzissen manchmal nicht blühen und was hilft

Einige Narzissensorten eignen sich gut dafür, am Standort zu bleiben und nach und nach zu verwildern, zum Beispiel im Rasen. Das gilt jedoch nicht pauschal. Wenn Narzissen scheinbar gesunde Zwiebeln bilden, aber keine Blüten erscheinen, kann die Narzissenfliege die Ursache sein. Sie kommt in einer größeren und einer kleineren Form vor, und ihre Larven schädigen das Zentrum der Zwiebel – also den Bereich, aus dem der Blütenstiel wächst. Äußerlich kann die Zwiebel lange unauffällig wirken, doch in der nächsten Saison bleibt die Blüte aus.
Die Ursache kann aber auch deutlich einfacher sein. Zwiebelpflanzen bleiben oft zu lange am selben Platz, vermehren sich zu dichten Horsten, und die einzelnen Zwiebeln werden nach und nach kleiner. Schwächere Zwiebeln haben dann nicht genug Reserven, um eine Blüte zu bilden. Bei Tulpen ist das typisch, weil zuverlässig vor allem kräftige Zwiebeln blühen, die mehr als zwei Blätter ausbilden können. Teilen, Umsetzen sowie das Schaffen von mehr Platz und das Ergänzen von Nährstoffen helfen den Pflanzen, wieder kräftiger zu werden und in den Folgejahren erneut mehr Blüten anzusetzen.
Praktische Empfehlung zum Schluss
Gehen Sie beim Ausgraben von Zwiebelpflanzen am besten ruhig und überlegt vor. Warten Sie, bis die Blätter ihre Reserven in die Zwiebel zurückgegeben haben, markieren Sie den Standort aber noch vor dem Einziehen des Laubs, damit das Ausgraben genau und schonend gelingt. Schieben Sie die Arbeit gleichzeitig nicht unnötig lange hinaus, denn in einem kühlen, feuchten Sommer können Zwiebeln wieder erwachen und einwurzeln. Wenn sich bereits neue Wurzeln bilden, ist es oft vorteilhafter, sie bis zum nächsten Jahr in der Erde zu lassen und sie mit einer Düngergabe zu unterstützen – zum Beispiel mit einem komplexen Granulat- oder Flüssigdünger –, damit sie genügend Nährstoffe haben und nicht unnötig geschwächt werden.
Quelle: Gardenary, The Spruce, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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