Gardenino

Vergessen Sie das Jäten fünf Wildpflanzen unterdrücken Unkraut und heben die Gartenstimmung

July 12, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Vergessen Sie das Jäten fünf Wildpflanzen unterdrücken Unkraut und heben die Gartenstimmung
Wald-Malve / Foto: Depositphotos
AD

Unkraut im Hof muss nicht nur ein Problem sein, das Sie regelmäßig dazu zwingt, mit der Hacke in den Beeten zu knien. Naturnahe und wilde Gärten werden immer beliebter, in denen aus vermeintlicher Unordnung eine durchdachte, lebendige Bepflanzung wird. Das Prinzip ist einfach: widerstandsfähige Arten wählen, die den Boden rasch bedecken, mit unerwünschten Pflanzen konkurrieren und zugleich Blüten für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bieten. Geben Sie ihnen den richtigen Platz, können sie innerhalb einer Saison eine unschöne Ecke in eine blühende Oase verwandeln.

Gemeine Schafgarbe als sonnenliebender Dauerläufer

Gemeine Schafgarbe / Foto: Depositphotos
Gemeine Schafgarbe / Foto: Depositphotos

Haben Sie auf dem Grundstück eine trockene, steinige Stelle, an der die Sonne von morgens bis abends brennt und gewöhnliche Stauden dort ohne Wasser schnell schlappmachen? Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) kommt mit solchen Bedingungen erstaunlich gut zurecht. Sie bildet niedrige, dichte Bestände aus feinen Blättern, die den Boden so gut bedecken, dass sich weiteres Unkraut nur schwer hindurchsetzt.

Sie blüht lange, meist von Juni bis September, und bildet flache Blütendolden. Neben dem klassischen Weiß gibt es auch Sorten in lachsfarbenen, kräftig gelben oder ziegelroten Tönen. Sie passt an Südwände, auf trockene Mauerkronen und in nährstoffärmere, sandige Böden.

Wiesen-Storchschnabel als zuverlässiger Bodendecker für den Halbschatten

Storchschnabel / Foto: Depositphotos
Storchschnabel / Foto: Depositphotos

Unter Bäumen, am Zaun oder neben dem Kompost herrscht oft Halbschatten und häufig auch höhere Feuchtigkeit. Genau dort fühlen sich manchmal vor allem Brennnesseln wohl. Der Wiesen-Storchschnabel (Geranium pratense) ist eine gute Wahl, wenn Sie den Boden schnell begrünen und so „schließen“ möchten, dass Unkrautsamen kaum eine Chance haben. Er wächst zu kräftigen Horsten heran und bildet eine geschlossene Decke, die den Boden auf natürliche Weise beschattet.

Im Sommer belohnt er Sie mit vielen kleinen blauvioletten oder rosafarbenen Blüten. Im Herbst färben sich die Blätter oft bronzefarben und rötlich, sodass er auch nach der Blüte interessant bleibt. Am besten passen ihm etwas feuchtere Ecken im Halbschatten, etwa unter Baumkronen oder entlang von Zäunen.

Woll-Ziest und sein weicher silbriger Teppich

Ziest / Foto: Depositphotos
Ziest / Foto: Depositphotos

Den Woll-Ziest (Stachys byzantina) kennen viele unter dem Spitznamen Schaf- oder Eselsohren. Die Blätter sind dicht behaart, silbrig-grau und fühlen sich samtig an. Sein großer Vorteil ist die Fähigkeit, einen sehr kompakten, schwer zu durchdringenden Bestand zu bilden, der auch hartnäckigere Unkräuter unterdrücken kann.

Die silbrige Farbe hellt zudem optisch Bereiche auf, die fade oder dunkel wirken. Im Sommer erscheinen höhere Ähren mit violetten Blüten, die Hummeln stark anziehen. Pflanzen Sie ihn an Wegränder, auf trockene Böschungen und an sonnige Standorte mit eher magerem Boden.

Klatschmohn für wilde Sommerromantik

Klatschmohn / Foto: Depositphotos
Klatschmohn / Foto: Depositphotos

Wenn Sie ein umgegrabenes Stück Erde, eine freie Fläche nach Bauarbeiten oder einen Gartenteil haben, auf dem bisher nur unauffällige Unkräuter standen, hilft der Klatschmohn (Papaver rhoeas). Er ist eine typische Pionierpflanze, die frisch gestörten Boden liebt und freie Stellen schnell besetzt. Streuen Sie die Samen im Frühjahr oder Herbst aus und lassen Sie die Natur arbeiten.

Seine feuerroten Blüten wirken ungebändigt und leicht, wie ein Stück Wiese, das in den Garten getragen wurde. Nach der Blüte bleiben dekorative Samenkapseln, die sich auch für Trockenarrangements eignen. Er passt an Grundstücksränder, Böschungen, wenig gepflegte Streifen und überall dorthin, wo Sie einen natürlichen Wiesencharakter möchten.

Wilde Malve als hoher Sichtschutz am Zaun

Müssen Sie schnell einen alten Zaun, eine unschöne Schuppenwand oder vielleicht gelagerte Paletten kaschieren? Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist eine wilde Zweijährige bis kurzlebige Staude, die auch über einen Meter hoch werden kann. Sie hat feste Stängel und große Blätter und funktioniert dadurch als grüner Sichtschirm.

Vom Frühsommer bis in den Herbst bringt sie sehr viele auffällige Blüten mit dunkler violetter Aderung hervor. Optisch erinnern sie an exotischen Hibiskus, dabei ist es eine robuste, anspruchslose Pflanze. Setzen Sie sie in die hinteren Bereiche von Beeten, an Wände und Zäune oder überall dort, wo Sie Höhe und eine vertikale Struktur ergänzen möchten.

Wochenend-Plan so legen Sie eine wilde Ecke an

Sie müssen nicht gleich den halben Hof umgraben. Suchen Sie sich eine klar abgegrenzte Stelle aus, zum Beispiel einen Streifen am Zaun oder eine Ecke beim Gartenhaus. Lockern Sie den Boden einmalig grob auf und entfernen Sie die größten Grasbüschel sowie auffällige Wurzeln ausdauernder Unkräuter. Danach pflanzen Sie so, dass sich die Arten gegenseitig unterstützen: in den Halbschatten kommt der Wiesen-Storchschnabel, in die Sonne die Gemeine Schafgarbe und der Woll-Ziest, auf offenere gestörte Flächen können Sie Klatschmohn nachsäen und im Hintergrund die Wilde Malve ergänzen.

Freie Stellen zwischen den Jungpflanzen decken Sie vorübergehend mit Rindenmulch oder feinem Splitt ab, bis die Bestände kräftiger werden. Sobald die einzelnen Pflanzen zu einer geschlossenen Decke zusammenwachsen, setzt sich Unkraut deutlich weniger durch und die Ecke wirkt gepflegt, auch wenn sie natürlich-wild bleibt.

Quelle: Urob si sám, The Spruce, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

Diesen Artikel bewerten
4.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD