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Sommerhimbeeren verstecken die nächste Ernte an einer Stelle, die die meisten wegschneiden

September 9, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Sommerhimbeeren verstecken die nächste Ernte an einer Stelle, die die meisten wegschneiden
Himbeerernte / Foto: Depositphotos
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Bei Himbeeren gilt eine einfache Regel, die aber viele Gartenbesitzer übersehen: Bevor Sie zur Schere greifen, müssen Sie wissen, welchen Himbeertyp Sie im Garten haben. Der Herbstschnitt kann nämlich entweder der beste Schritt zu einer reichen Ernte sein – oder ein Fehler, nach dem Sie im nächsten Jahr kaum Himbeeren bekommen. Der Unterschied liegt darin, ob Sie Sommerhimbeeren oder sogenannte remontierende Sorten anbauen, die oft als Herbsthimbeeren bezeichnet werden.

Die Arbeit an den Himbeeren endet außerdem nicht beim Schnitt allein. Wichtig ist auch die Führung der Ruten an einer Stütze, damit der Bestand übersichtlich, luftig und gut zu pflegen bleibt. In den meisten Gärten reicht eine einfache Konstruktion völlig aus, die die Ruten aufrecht hält und das Umknicken bzw. Lagern verhindert.

Eine Stütze hilft den Ruten und der ganzen Pflanze

Himbeeren gedeihen am besten an einfachen Stützkonstruktionen. Das ist weder kompliziert noch teuer – entscheidend ist die Funktionalität und dass sich gut im Bestand arbeiten lässt. Zum Anbinden der Ruten können Sie gespannte Drähte verwenden oder auch Ranknetze. So behalten die Triebe besser ihre Form, brechen seltener, trocknen nach Regen schneller ab und die Ernte ist bequemer.

Ein gut geführter Bestand wirkt außerdem gepflegt und erleichtert auch den Schutz vor Krankheiten. Wenn die Ruten nicht am Boden liegen und nicht unnötig dicht stehen, sinkt das Risiko für die Ausbreitung von Problemen, die sich in dichter, feuchter Umgebung am längsten halten.

Sommerhimbeeren selektiv und mit Bedacht schneiden

Sommerhimbeeren tragen an zweijährigen Ruten. Das heißt: Die Ernte im nächsten Sommer entsteht an den Ruten, die in diesem Jahr gewachsen sind. Nach der Ernte haben die alten, abgeernteten Ruten keinen Nutzen mehr, denn sie tragen kein zweites Mal. Genau diese Ruten sollten Sie bodennah entfernen.

Gleichzeitig müssen Sie die jungen, diesjährigen Ruten stehen lassen – an ihnen sitzt der Fruchtansatz für die nächste Saison. Zusätzlich zu den abgeernteten Ruten lohnt es sich, auch schwache, beschädigte oder sichtbar kranke Triebe zu entfernen, die der Pflanze nur Kraft nehmen würden. Für ein normales Beet ist eine vernünftige Dichte sinnvoll, grob etwa sechs bis zehn kräftige Ruten pro Meter Pflanzreihe. So bekommen die Ruten genug Licht und Platz, und die Himbeeren danken es mit Größe und Qualität.

Remontierende Herbsthimbeeren können Sie bis knapp über den Boden zurückschneiden

Himbeeren auslichten / Foto: Depositphotos
Himbeeren auslichten / Foto: Depositphotos

Remontierende, also Herbsthimbeeren, verhalten sich anders. Sie tragen bereits an einjährigen Ruten, sodass ein Trieb, der im Frühjahr wächst, noch in derselben Saison in der zweiten Sommerhälfte und im Herbst Früchte ansetzen kann. Wenn Sie eine Ernte möchten, dafür aber richtig reichlich, ist der einfachste Weg nach Abschluss der Ernte: alle Ruten ohne Ausnahme knapp über dem Boden abschneiden.

Im Frühjahr treiben aus dem Wurzelstock neue Ruten aus, und diese bringen dann wieder die Herbsternte. Diese Methode ist praktisch, der Bestand wird nicht zu dicht und lässt sich leichter in guter Verfassung halten. Außerdem ist für den Gärtner klar, was stehen bleibt und was wegkommt – und die Pflanze konzentriert sich auf frische Triebe.

Zwei Ernten bei remontierenden Himbeeren sind möglich, der Schnitt ist aber anspruchsvoller

Wenn Sie aus remontierenden Himbeeren zwei Ernten holen möchten, müssen Sie vorsichtiger vorgehen. Ein Teil der Ruten, die im Herbst getragen haben, bleibt für eine frühere Sommerernte im nächsten Jahr stehen. Diese stehen gelassenen Ruten werden meist um etwa ein Drittel ihrer Höhe eingekürzt, um die Verzweigung und bessere Fruchtbarkeit zu fördern. Der Rest der Ruten wird entfernt. Für den normalen Hausgarten ist jedoch der komplette Herbstschnitt bis knapp über den Boden meist die bequemste und zuverlässigste Wahl, weil er übersichtlich ist und stabile Ergebnisse liefert.

Was nach dem Schnitt zu tun ist, damit der Bestand gesund bleibt

Lassen Sie das Schnittgut nicht zwischen den Himbeeren liegen. Besonders wenn die Ruten von Krankheiten oder Schädlingen befallen waren, gehört es aus dem Bestand entfernt. Solches Material eignet sich auch nicht für den Hauskompost, weil sich das Problem dort weiter halten und später wieder in die Beete zurückkehren kann.

Vor dem Winter lohnt es sich außerdem, die Bodenfeuchte zu prüfen. Ist es trocken, geben Sie den Himbeeren eine angemessene Wassergabe, damit sie nicht unnötig geschwächt in den Winter gehen. Hilfreich ist auch eine nachgelegte Mulchschicht: Sie schützt den Boden vor Temperaturschwankungen, reduziert das Austrocknen und verbessert die Bedingungen für die Wurzeln.

Am wichtigsten ist, den richtigen Himbeertyp zu erkennen

Himbeersträucher schneiden / Foto: Depositphotos
Himbeersträucher schneiden / Foto: Depositphotos

Die ganze Entscheidung lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Sommerhimbeeren niemals komplett bodennah abschneiden, weil Sie damit die zukünftige Ernte entfernen – während Sie remontierende Herbsthimbeeren beim Anbau auf eine Ernte ohne Sorge vollständig zurückschneiden können. Sobald Sie das klar vor Augen haben, wird der Herbstschnitt schnell und logisch – und bringt in der nächsten Saison einen sichtbaren Unterschied bei Menge und Qualität Ihrer Himbeeren.

Quelle: Gardening Know How, Zahrádkár, RHS, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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