Gardenino

Sieben Stauden, die jetzt in die Erde gehören und im Frühjahr schneller durchstarten als die vom Nachbarn

September 28, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Jarmila M.
Sieben Stauden, die jetzt in die Erde gehören und im Frühjahr schneller durchstarten als die vom Nachbarn
Pflanzen von Stauden / Foto: Depositphotos
AD

Der Herbst ist für das Pflanzen von Stauden oft eine sehr gute Zeit, und bei vielen Arten sogar geeigneter als das Frühjahr. Stauden sind Pflanzen, die mehrere Jahre am selben Standort bleiben, und gerade bei der Herbstpflanzung bekommen sie die Chance, sich vor allem auf die Wurzelbildung zu konzentrieren. Sie müssen nicht so viel Kraft in schnelles Blatt- und Blütenwachstum stecken und können sich dadurch vor dem Winter besser im Boden etablieren.

Umpflanzen bedeutet für Pflanzen immer Stress. Wird im Frühjahr gepflanzt, folgt kurz darauf der Sommer mit Trockenheit und hohen Temperaturen – zusätzlicher Druck für frisch gesetzte Pflanzen. Im Herbst sind die Bedingungen meist günstiger: Der Boden ist vom Sommer noch warm, die Luft kühler und es steht häufig mehr Feuchtigkeit zur Verfügung. So wachsen Wurzeln leichter ein, und die Pflanze geht kräftiger in die nächste Saison.

Die wichtigsten Vorteile der Herbstpflanzung

Ein großer Pluspunkt ist der geringere Gießbedarf. Herbstwetter bringt in der Regel regelmäßigere Niederschläge und weniger Verdunstung aus dem Boden. Der Garten muss daher nicht so häufig gegossen werden wie bei einer Frühjahrspflanzung, auf die ein heißer Sommer folgt.

Ein weiterer Vorteil ist weniger Konkurrenz im Beet. Viele einjährige Pflanzen und auch Unkräuter beenden im Herbst ihren Lebenszyklus, sodass neu gepflanzte Stauden mehr Platz, Wasser und Nährstoffe haben. Über den Winter geht die Pflanze in die Ruhephase und startet im Frühjahr mit einem gut aufgebauten Wurzelsystem. Dadurch ist sie im Sommer meist widerstandsfähiger und weniger auf zusätzliches Gießen angewiesen.

Wann es besser ist, bis zum Frühjahr zu warten

Der Herbsttermin passt nicht für alle Pflanzen. Grundsätzlich gilt: Wenn gerade der Winter für eine Art besonders kritisch ist, lohnt sich eher eine Frühjahrspflanzung. Das betrifft häufig immergrüne Pflanzen, die nicht einziehen und auch im Winter eine gewisse Aktivität beibehalten.

Krautige Stauden, die in die Winterruhe gehen, verkraften eine Herbstpflanzung dagegen sehr gut. Entscheidend ist auch das lokale Klima. Die Pflanze sollte noch genug Zeit zum Anwurzeln haben, bevor stärkere Fröste einsetzen. Sinnvoll ist eine Pflanzung mindestens einige Wochen vor dem üblichen ersten Herbstfrost, idealerweise etwa einen Monat vorher.

Stauden direkt ins Beet aussäen

Der Herbst eignet sich nicht nur zum Umpflanzen und Setzen von Containerpflanzen. Bei manchen Stauden lassen sich die Samen direkt ins Beet säen. Einige Arten müssen nämlich eine Kältephase durchlaufen, damit sie im Frühjahr keimen. Über den Winter bleiben sie in Ruhe und beginnen mit steigenden Temperaturen zu wachsen.

Praktisch ist es, die Aussaatstelle mit einem Stab oder Schildchen zu markieren. So werden die Jungpflanzen im Frühjahr nicht versehentlich für Unkraut gehalten. Auch hier lohnt es sich, die Ansprüche der jeweiligen Art vorab zu prüfen, denn geeigneter Termin und Saattiefe können unterschiedlich sein.

Stauden teilen als einfache Vermehrungsmethode

Der Herbst ist außerdem eine sehr gute Zeit, um zu groß gewordene Horste zu teilen. Dabei wird eine größere Pflanze in mehrere kleinere Stücke geteilt. Das regt den Neuaustrieb an, oft auch eine reichere Blüte – und ganz nebenbei gewinnt man günstig mehrere Pflanzen für andere Gartenbereiche.

Zum Teilen eignen sich vor allem Stauden, die zu viel Platz einnehmen, weniger blühen oder in der Horstmitte lückig werden und braun werden. Ist der Boden trocken, sollte man die Pflanze am Vortag wässern. Danach wird der gesamte Horst vorsichtig ausgegraben und mit Spaten, Messer oder Schere in mehrere Teile getrennt. Jedes Teilstück sollte ausreichend Wurzeln und oberirdische Triebe besitzen.

Die neu gewonnenen Stücke werden einzeln in derselben Tiefe gepflanzt, in der sie zuvor gewachsen sind. Nach dem Pflanzen ist gründliches Angießen Pflicht. Eine Mulchschicht kann helfen, Feuchtigkeit zu halten und Temperaturschwankungen im Boden zu dämpfen. Sobald die Pflanzen kräftiger werden und tiefer wurzeln, kann das Gießen schrittweise reduziert werden.

Übrig gebliebene Teilstücke müssen nicht verloren gehen. Man kann sie Familie, Nachbarn oder Freunden anbieten und so Garten und Freude am Gärtnern weitergeben.

Was im Herbst im Garten zu tun ist

Die Herbstarbeiten unterscheiden sich je nachdem, was im Garten wächst und wozu er genutzt wird. Manche pflegen Zierstauden, andere bauen Gemüse an, wieder andere möchten vor allem Vögel und Bestäuber fördern. Davon hängt auch ab, ob man beispielsweise Verblühtes entfernt – oder als Unterschlupf und Samenquelle stehen lässt.

Meist ist es Zeit für die Ernte des letzten Gemüses, der Kräuter und des Obstes vor den ersten Frösten. Auch Kulturen der kühlen Jahreszeit wie Salate oder Radieschen können noch gesetzt werden. Ebenso bietet sich das Stecken von Knoblauch und das Pflanzen von Frühjahrsblühern an. Bäumen und Sträuchern tut das Entfernen abgestorbener oder kranker Äste gut, und bei laubabwerfenden Gehölzen kann ein günstiger Zeitpunkt zum Umpflanzen gekommen sein.

Der Nutzgarten profitiert von Gründüngung oder einer Zwischenfrucht, die den Boden über den Winter schützt und seine Struktur verbessert. Wichtig ist auch, organisches Material laufend zu kompostieren und bei Bedarf zu wässern, wenn der Herbst trocken ist. Empfindlichere Pflanzen sollten vor Frost geschützt werden, zum Beispiel mit Vlies, Jute oder einer Schicht Stroh.

Falllaub muss nicht immer sorgfältig entfernt werden. Wenn es Wege nicht behindert und andere Pflanzen nicht erstickt, kann es im Beet liegen bleiben und als natürlicher Bodenschutz sowie als Unterschlupf für kleine Tiere dienen. Wo mehr Ordnung erwünscht ist, können verblühte Sommerblumen und Gemüsereste entfernt und kompostiert werden.

Sieben Stauden, die sich im Herbst zu pflanzen lohnen

Katzenminze

Katzenminze ist beliebt wegen ihrer langen Blütezeit, Anspruchslosigkeit und der feinen, lockeren Wirkung. Die graugrünen Blätter und kleinen violetten Blüten passen sowohl in größere Pflanzungen als auch in niedrige Beeteinfassungen. Am besten gedeiht sie sonnig in gut durchlässigem Boden. Nach dem Anwachsen braucht sie keine übertriebene Pflege; nach der Blüte kann man sie zurückschneiden, damit sie erneut durchtreibt.

Katzenminze (Nepeta) / Depositphotos
Katzenminze (Nepeta) / Depositphotos

Taglilie

Taglilien gehören zu den robusten Klassikern und überzeugen mit einer großen Farbpalette. Der Herbst eignet sich nicht nur für Neupflanzungen, sondern auch zum Teilen älterer Horste. Bis zum Winter können sich die Pflanzen noch setzen – und im Frühjahr blühen sie dann oft besonders üppig.

Taglilie / Foto: Pestrazahrada.cz
Taglilie / Foto: Pestrazahrada.cz

Mädchenauge

Mädchenauge bringt leuchtend gelbe Töne in den Frühling und Frühsommer. Es liebt volle Sonne und einen Boden, der Wasser gut ableitet. Auch weniger ideale Bedingungen werden toleriert, solange es nicht dauerhaft nass steht. Nach dem Anwachsen ist es nicht sehr gießbedürftig; Verblühtes sollte man am besten laufend entfernen.

Mädchenauge / Foto: Depositphotos
Mädchenauge / Foto: Depositphotos

Ehrenpreis

Ehrenpreis fällt mit seinen aufrechten Blütenständen auf, die im Beet einen deutlichen Kontrast zu Pflanzen mit runderen oder weicheren Blattformen schaffen. Er lässt sich gut mit vielen anderen Stauden kombinieren. Geeignet sind Sonne bis leichter Halbschatten und durchlässiger Boden. Regelmäßiges Entfernen verblühter Ähren fördert die Nachblüte.

Ehrenpreis (Veronica) / Foto: Pestrazahrada.cz
Ehrenpreis (Veronica) / Foto: Pestrazahrada.cz

Schwertlilie

Schwertlilien lassen sich im Herbst gut pflanzen und teilen. Sie brauchen einen sonnigen bis halbschattigen Platz und einen Boden, der nicht dauerhaft nass ist. Bei manchen Arten ist es wichtig, das Rhizom nicht zu tief zu setzen – ein Teil sollte über der Oberfläche liegen oder nur leicht bedeckt sein.

Schwertlilien / Depositphotos
Schwertlilien / Depositphotos

Sonnenhut

Sonnenhut ist eine robuste, ausdrucksstarke Staude, die dem Beet Farbe und Struktur gibt. Er liebt einen sonnigen Standort und durchlässigen Boden, der sich mit organischem Material verbessern lässt. Außerdem ist er dafür geschätzt, dass er Bienen und Schmetterlinge anzieht. Verblühte Blüten kann man entfernen – oder bis in den Winter stehen lassen, als Futter für Vögel.

Sonnenhut / Foto: Pestrazahrada.cz
Sonnenhut / Foto: Pestrazahrada.cz

Salbei

Salbei ist eine zuverlässige Staude mit früher Blüte und aufrechten Blütenähren, die zwischen den runderen Blüten anderer Arten besonders gut zur Geltung kommen. Am besten wächst er sonnig in durchlässigem Boden. Nach der Blüte ist ein Rückschnitt sinnvoll; das kann eine zweite Blütenwelle zu einem späteren Zeitpunkt fördern.

Salbei / Foto: Pestrazahrada.cz
Salbei / Foto: Pestrazahrada.cz

Die wichtigste Herbstregel

Egal, ob Sie Zierpflanzen, Kräuter oder Gemüse anbauen: Die wichtigste Tätigkeit im Herbst bleibt Aufmerksamkeit. Wer seinen Garten wirklich beobachtet, erkennt leicht, was er gerade braucht. Hier ist es Zeit zum Pflanzen, dort zum Ernten, zum Winterschutz – oder einfach zum ruhigen Beobachten, wie sich die Saison verändert.

Der Herbst ist nicht nur Zeit zum Aufräumen. Er ist auch eine der besten Gelegenheiten, das Fundament für einen schönen und gesunden Garten im nächsten Frühjahr zu legen.

Quelle: The Spruce, Brooklyn Botanic Garden, Pestrazahrada.cz

Teilen
AD
Jarmila M.
Diesen Artikel bewerten
5.0 (1)

Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Schreiben Sie den ersten Kommentar.

Kommentar hinterlassen
AD