Nach Sommergewittern schlägt der Falsche Mehltau an Gurken zu stoppen Sie ihn rechtzeitig ohne Chemie
Auf Gurken freuen sich im Sommer viele Hobbygärtner, denn oft genügen ein paar Tage und die Ernte ist zum Greifen nah. Gerade in der Phase, in der die Pflanzen am kräftigsten zulegen, kann jedoch der Falsche Mehltau an Gurken die Ernte ruinieren. Am häufigsten breitet er sich sprunghaft nach kurzen Sommerregenschauern aus, wenn Wärme und hohe Luftfeuchte zusammenkommen. Ähnliche Bedingungen entstehen aber auch durch falsches Gießen, wenn die Blätter dauerhaft nass bleiben und der Bestand zu dicht steht.
Der Erreger ist Pseudoperonospora cubensis, der nicht nur Gurken, sondern auch andere Kürbisgewächse bedroht, etwa Melonen und Kürbisse. Sobald die Infektion in Gang kommt, können die Verluste schnell groß sein – deshalb lohnt es sich, schon bei den ersten Anzeichen zu handeln.
Falschen Mehltau an Gurken sicher erkennen
Auf der Blattoberseite erscheinen zunächst hellgrüne bis gelbe Flecken, oft eckig, weil sie entlang der Blattadern „abgegrenzt“ sind. Auf der Blattunterseite bildet sich an den Flecken ein Belag, der weißlich bis graubraun sein kann und mitunter feucht wirkt.
Die befallenen Blätter werden dann rasch braun, sterben ab, rollen sich nach oben und vertrocknen. Verliert die Pflanze einen Großteil der Blattfläche, ist die Photosynthese stark eingeschränkt. Die Folge sind kümmerliche Früchte oder auch Fäulnis, weil die geschwächte Pflanze die Gurken nicht mehr ausreichend versorgen und gegen weitere Probleme schützen kann.
Wann das Risiko am größten ist und was es unnötig verschärft
Der Pilz liebt vor allem Temperaturen über 25 °C bei gleichzeitig hoher Luftfeuchtigkeit von etwa über 75 %. Genau das tritt nach einem Schauer, bei schwülem Wetter oder im schlecht gelüfteten Gewächshaus auf. Gefährdet sind auch am Boden wachsende Gurken ohne Rankhilfe, bei denen die Blätter auf feuchter Erde liegen und nach Regen nur langsam abtrocknen.
Deutlich begünstigt wird der Befall auch durch falsches Gießen, insbesondere durch regelmäßiges Überbrausen der Blätter. Wasser auf der Blattoberfläche verlängert die Nässephase und schafft so ideale Bedingungen für eine Infektion und ihre schnelle Ausbreitung im Bestand.
Erste Hilfe beim Fund befallener Blätter
Sobald Sie die ersten betroffenen Blätter entdecken, läuft die Zeit gegen Sie. Nehmen Sie eine scharfe Schere und ein Desinfektionsmittel und entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort. Arbeiten Sie dabei vorsichtig, damit Sie die Sporen nicht unnötig auf gesunde Blätter und Triebe verschleppen.
Legen Sie die Blätter getrennt in einen Behälter und entsorgen Sie sie im Restmüll. Für den Hauskompost sind sie ungeeignet, weil Sie den Erreger später wieder ins Beet zurücktragen könnten. Wichtig ist außerdem, die Schere nach jeder Pflanze zu desinfizieren, damit die Infektion nicht mechanisch beim Schneiden weitergegeben wird.
Hausmittel-Spritzungen und wann doch stärkerer Schutz nötig ist
In der Anfangsphase oder zur Vorbeugung können einfache Hausmittel-Spritzungen helfen. Sinnvoll ist eine Wiederholung etwa alle 5 bis 7 Tage, weil die Schutzwirkung auf den Blättern nicht dauerhaft anhält. Rechnen Sie aber damit, dass sie bei starkem Befall allein die Situation meist nicht mehr drehen.
Beliebt ist eine Mischung aus Milch und Wasser, etwa aus 200 ml frischer Milch und 800 ml Wasser. Nach dem Spritzen bilden die Eiweiße auf den Blättern einen feinen Schutzfilm, außerdem wirkt Milch zugleich als mildes Blattdüngemittel. Eine weitere günstige Option ist eine Natronlösung, zum Beispiel 1 Esslöffel Natron auf 1 Liter Wasser. Natron verschiebt den pH-Wert auf der Blattoberfläche ins Alkalische, was Pilzsporen allgemein weniger gut vertragen.
Ist der Bestand großflächig befallen, sind geeignete Fungizide gefragt. Häufig werden kupferhaltige Präparate eingesetzt, die vor allem an der Oberfläche wirken und eine schützende Barriere bilden. In schwereren Fällen kommen systemische Fungizide zum Einsatz, die in die Pflanze eindringen und auch den Neuzuwachs schützen. Halten Sie sich dabei immer an das Etikett und die Anwendungsbedingungen des jeweiligen Mittels.
Was die Wartezeit bei Spritzmitteln bedeutet
Wartezeit ist die Mindestanzahl an Tagen, die zwischen der letzten Behandlung und der Ernte liegen muss, damit die Früchte sicher verzehrt werden können. In dieser Zeit werden die Wirkstoffe an der Pflanze und in den Früchten schrittweise auf zulässige, gesundheitlich unbedenkliche Mengen abgebaut. Die Dauer unterscheidet sich je nach Produkt – verlassen Sie sich deshalb nie auf Schätzwerte, sondern auf die genaue Herstellerangabe.
Vorbeugung, die Gurken auch mitten in der Saison spürbar entlastet
Für die Zukunft lohnt es sich, Sorten mit erhöhter Widerstandsfähigkeit gegen Falschen Mehltau zu wählen, doch in der laufenden Saison ist die Anpassung der Pflege wichtiger. Den größten Unterschied macht Gießen ausschließlich im Wurzelbereich, also unter dem Blattwerk. Sobald Sie das Laub nicht mehr benetzen, senken Sie die Feuchte auf der Blattoberfläche und damit die Chance, dass sich die Infektion schnell festsetzt.
Sehr praktisch ist außerdem, Gurken an einer senkrechten Rankhilfe hochzubinden, etwa an einem Netz oder Drahtgitter. Wenn die Blätter vom Boden wegkommen, trocknen sie nach Regen schneller ab und haben keinen direkten Kontakt mehr zur nassen Erde. Ein zusätzlicher Vorteil ist die bequemere Ernte und der bessere Überblick, ob neue Flecken auftreten, die sofort angegangen werden müssen.
Quelle: Urob si sám, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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