Lavendelduft in Wohnung und Garten das ganze Jahr über
Lavendel gehört zu den beliebtesten Duftpflanzen im Garten. Seine silbrig-grünen Blätter, die ährenförmigen Blüten in Violett-, Rosa- oder Weißtönen und der markante, klare Duft machen ihn zugleich zur Zierde im Beet und zu einem praktischen Kraut für Haushalt und Wohlbefinden. Am häufigsten wird der Echte Lavendel, auch „Englischer“ Lavendel genannt, Lavandula angustifolia kultiviert. Bei richtigem Standort ist er sogar in kühleren Regionen recht robust. Neben seiner Schönheit erfüllt er auch eine wichtige ökologische Rolle: Er zieht Bienen, Hummeln und Schmetterlinge stark an und unterstützt damit auch umliegende Nutzpflanzen.
Der Name Lavendel wird oft mit dem lateinischen „lavare“ in Verbindung gebracht, also „waschen“ oder „abwaschen“. Kein Wunder: Lavendel wurde traditionell Badezusätzen beigefügt und ist bis heute Grundlage vieler Seifen, Shampoos und Kosmetikprodukte. Die aromatischen ätherischen Öle werden auch in der Aromatherapie eingesetzt, weil ihr Duft als beruhigend gilt und sich gut für die abendliche Entspannung eignet.
Welche Bedingungen Lavendel braucht
Das Erfolgsrezept ist einfach: viel Sonne und perfekte Drainage. Lavendel liebt Standorte mit mindestens 6 bis 8 Stunden direkter Sonne pro Tag. Im Schatten vergeilt er, blüht weniger und ist anfälliger für Probleme. Genauso wichtig ist der Boden: Er darf mager und steinig sein, sollte aber nicht lange nass bleiben. Staunässe und schwere, tonige Erde sind die häufigsten Ursachen für Wurzelfäule.
Ideal ist ein leicht alkalischer Boden. Bei schweren Böden hilft es, sie zu lockern und den Wasserabzug zu verbessern. In der Praxis bewährt sich auch eine Pflanzung auf einem kleinen Wall, in einem Hochbeet oder am Hang. Rund um die Pflanzen wird häufig mineralischer Mulch (Splitt oder Kies) verwendet: Er unterdrückt Unkraut und hält deutlich weniger Feuchtigkeit als Rindenmulch. Wichtig ist, den Mulch so anzuhäufeln, dass er den Wurzelhals nicht direkt berührt.
Wann und wie man Lavendel pflanzt
Am sichersten ist die Pflanzung im Frühjahr, wenn der Boden sich erwärmt hat und keine starken Fröste mehr drohen. Im Herbst kann man ebenfalls pflanzen, dann lohnen sich jedoch größere, gut durchwurzelte Pflanzen, damit sie bis zum Winter noch kräftig werden. Jungpflanzen aus einer guten Gärtnerei sind für den Einstieg am zuverlässigsten, denn die Anzucht aus Samen ist langsam und die Keimung kann ungleichmäßig sein.
Halten Sie beim Pflanzen je nach Sorte und erwarteter Breite des Halbstrauchs etwa 60 bis 90 cm Abstand. Lavendel braucht Luftbewegung, damit er nach Regen rasch abtrocknet und nicht unter Pilzkrankheiten leidet. Nach dem Pflanzen gut angießen, anschließend sparsam wässern und erst dann wieder, wenn die obere Bodenschicht abgetrocknet ist.
Pflege übers Jahr: Gießen, Düngen und Überwintern
Ist Lavendel erst einmal eingewachsen, ist er erstaunlich trockenheitsverträglich. Ein häufiger Fehler ist zu viel Wasser, das sich durch gelbe Blätter und allgemeines Kümmern zeigen kann. Junge Pflanzen nach dem Setzen maßvoll gießen, ältere Büsche meist nur in längeren Trockenphasen unterstützen. Gießen Sie an die Wurzeln, nicht über das Laub.
Düngen ist meist nur minimal nötig. In zu nährstoffreichen Böden bildet Lavendel oft viel Blattmasse, blüht aber weniger und verliert seine kompakte Form. Wenn Sie die Pflanze leicht unterstützen möchten, dosieren Sie sparsam und vermeiden Sie vor allem zu viel Stickstoff.
In kühleren Lagen kann ein Winterschutz helfen, besonders gegen austrocknenden Wind und starke Temperaturschwankungen. Geeignet sind Reisig oder eine leichte Abdeckung, aber es gilt weiterhin: Nässe darf sich nicht stauen. Eine Alternative ist die Kultur im Topf, den man im Winter an einen hellen, kühlen Platz stellen und nur sehr wenig gießen kann.
Lavendel schneiden, damit er nicht verkahlt und verholzt
Regelmäßiger Schnitt ist der Schlüssel, damit Lavendel dicht und langlebig bleibt. Meist schneidet man im Frühjahr, sobald der Austrieb beginnt, oder nach der Blüte leicht nach, um die Form zu halten. Als Faustregel gilt: etwa um ein Drittel einkürzen und zu einer niedrigen Kuppel formen.
Schneiden Sie nicht tief ins alte Holz ohne grüne Triebe. Aus sehr altem Holz treibt Lavendel häufig nicht mehr zuverlässig aus, und der Strauch kann dauerhaft lückig bleiben.
Verblühte Stiele können Sie laufend abschneiden, damit die Pflanze gepflegt wirkt und ihre Energie nicht in die Samenbildung steckt. In wärmeren Regionen wird ein Teil des Schnitts auch im Herbst gemacht, in frostgefährdeten Lagen ist es jedoch sicherer, den Hauptschnitt ins Frühjahr zu legen.

Ernte und Trocknen der Blüten – für Duft und weitere Verwendung
Zum Trocknen erntet man die Blüten, wenn etwa die Hälfte der Knospen geöffnet ist. Den höchsten Gehalt an ätherischen Ölen hat Lavendel meist morgens bei trockenem Wetter. Schneiden Sie die Stiele möglichst lang, binden Sie kleine Bündel und trocknen Sie sie kopfüber an einem luftigen, schattigen und trockenen Ort. Nach einigen Wochen fallen die Blüten leicht ab oder lassen sich sanft in ein verschließbares Gefäß „ausreiben“.
Richtig getrockneter Lavendel behält seinen Duft lange, wenn er dunkel und trocken gelagert wird. Er eignet sich hervorragend für Duftsäckchen im Schrank und bei Bettwäsche, wo er zugleich Motten fernhalten kann. Häufig wird er auch Bädern, selbst gemachten Badesalzen, Potpourris oder als Deko in Sträußen und Kränzen beigefügt.

Lavendel vermehren: Stecklinge für neue Jungpflanzen
Am zuverlässigsten gelingt die Vermehrung über Stecklinge. Nach der Blüte oder von jungen Trieben ohne Knospen nimmt man einen Seitentrieb, entfernt unten die Blätter und steckt ihn in ein lockeres, durchlässiges Substrat. Eine höhere Luftfeuchtigkeit zu Beginn fördert die Bewurzelung, das Substrat darf aber nicht dauerhaft nass sein. Sobald der Steckling fest im Substrat sitzt und neu austreibt, kann man ihn nach und nach abhärten und später umpflanzen.
Die häufigsten Probleme und wie man ihnen vorbeugt
Lavendel ist meist unkompliziert, wenn zwei Bedingungen stimmen: Sonne und Drainage. In zu nassem Boden treten Fäulnis an Wurzeln und Wurzelhals auf, bei zu dichter Pflanzung kann zusätzlich der Druck durch Pilzkrankheiten steigen. Unter den kleineren Schädlingen können Blattläuse oder Thripse vorkommen, sie sind jedoch meist kein großes Thema, wenn der Garten vielfältig ist und natürliche Gegenspieler genügend Lebensraum finden. Es hilft außerdem, nicht zu stark zu düngen und keinen zu weichen, wässrigen Austrieb zu fördern.
Arten und Sorten, die sich lohnen
Für die meisten Gärten ist der Echte Lavendel (Lavandula angustifolia) am universellsten: Er ist kälteresistenter und gilt mit seinem feineren Aroma als beste Wahl für die Küche. Häufig werden kompakte Sorten gezogen, die sich auch für Töpfe eignen. Wer besonders lange Blütenähren und einen kräftigen Duft für Duftsäckchen möchte, greift oft zu Lavandin (Lavandula × intermedia), der meist wüchsiger ist und etwas später blüht. In wärmeren Regionen sind auch Französischer Lavendel (L. dentata) oder Schopflavendel (L. stoechas) mit auffälligen „Öhrchen“ am Blütenstand interessant, sie sind jedoch weniger frosthart.
Lavendel verwenden: in der Küche und im Haushalt
In der Küche verwendet man Lavendel sparsam, weil sein Geschmack sehr intensiv ist. Am häufigsten nutzt man die Knospen des Echten Lavendels, da sie feiner sind. Sie können Zucker zum Backen aromatisieren, eine Prise in Kekse, Sirupe oder Teemischungen geben. Im Haushalt hat Lavendel traditionell seinen Platz in Kosmetik und Reinigung: Duftsäckchen für Wäsche, Badesalze, selbst gemachte Seifen oder einfache Lavendel-Mazerate gehören zu den beliebtesten Möglichkeiten, den Sommerduft bis in den Winter zu bewahren.
Quelle: Almanac, Garden Design , Pestrazahrada.cz
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