Johannisbeeren im Sommer einfach vermehren so ernten Sie bald eigene Früchte
Wenn sich nach Jahren des Ausprobierens endlich eine Johannisbeer-Sorte bewährt, die regelmäßig reich trägt und aromatische Früchte liefert, ist es schade, bei nur einem Strauch zu bleiben. Gerade der Frühsommer ist eine gute Zeit, um die Lieblingspflanze unkompliziert zu vermehren und weitere Jungpflanzen für den Garten oder auch für die Familie zu gewinnen. Johannisbeeren sind zudem recht pflegeleicht und passen auch in kleinere Gärten. Am besten gedeihen sie an einem sonnigen Standort, und Sie können zwischen Buschformen und Hochstämmchen wählen.
Wann man Johannisbeeren vermehrt und welche Methode sich eignet
Am häufigsten wird über verholzte, blattlose Steckhölzer vermehrt, die im Herbst geschnitten werden. Solche Steckhölzer sind meist etwa bleistiftdick und werden tiefer in die Erde oder in ein leeres Frühbeet gesteckt, wo sie nach und nach Wurzeln bilden. Im Sommer bietet sich jedoch noch eine weitere Möglichkeit an: die Vermehrung über grüne Stecklinge. Der ideale Zeitraum ist von der zweiten Junihälfte bis Anfang Juli, wenn die Triebe genügend Kraft haben und gleichzeitig noch nicht zu stark verholzt sind.
So wählen Sie den richtigen Trieb für einen grünen Steckling
Das beste Material erhalten Sie meist von Trieben, die auf der sonnigen Seite des Strauchs wachsen. Sie sollten gesund sein, ohne Anzeichen von Krankheiten oder Schädlingen, und zugleich fest im Gewebe. Nach der Bewurzelung und sobald die ersten neuen Blättchen erscheinen, werden die jungen Pflanzen entweder in Töpfe mit frischem Pflanzsubstrat umgesetzt oder an einen sonnigen Platz direkt ins Freiland gepflanzt. Wichtig ist, die regelmäßige Bewässerung nicht zu unterschätzen, denn gleichmäßige Feuchte fördert die Ausbildung eines dichten, kräftigen Wurzelsystems.

Schritt für Schritt Johannisbeeren mit grünen Stecklingen vermehren
Stecklinge vorbereiten und Blätter entfernen
Bereiten Sie zu Sommerbeginn grüne Stecklinge von etwa 20 cm Länge vor. Sie sollten vital sein und mehrere Blätter tragen, denn aktives Gewebe bildet in der Regel besser Wurzeln. Im unteren Bereich entfernen Sie die Blätter jedoch vollständig, damit sie im Substrat nicht faulen. Schneiden Sie das untere Ende des Stecklings schräg an, das verbessert die Wasseraufnahme und vergrößert die Fläche, an der sich Wurzeln bilden können. Bei den verbleibenden Blättern können Sie die Blattspreiten etwa zur Hälfte einkürzen, so wird die Verdunstung reduziert und der Steckling leidet weniger unter Trockenstress.
Bewurzelungshormon für besseres Anwurzeln verwenden
Um die Bewurzelung zu beschleunigen und zu verbessern, empfiehlt sich ein Bewurzelungshormon, häufig bewährt sich die Pulverform. Tauchen oder wälzen Sie den unteren Teil des Stecklings gründlich darin und klopfen Sie überschüssiges Pulver leicht ab, sodass nur ein dünner Film an der Oberfläche haften bleibt. Diese Behandlung hilft besonders dann, wenn das Wetter wärmer ist und die Stecklinge einen höheren Wasserbedarf haben.
In Substrat stecken und gründlich angießen
Stellen Sie Töpfe bereit, die mit frischem Anzuchtsubstrat zur Vermehrung gefüllt sind. Stecken Sie die Stecklinge etwas tiefer, aber vorsichtig, damit der Trieb beim Andrücken nicht bricht. Anschließend kräftig angießen, damit sich das Substrat um die Stängel setzt und die Stecklinge stabilen Kontakt zu der feuchten Umgebung haben.

Mit Abdeckung ein Mikroklima schaffen
Halten Sie das Substrat nur leicht feucht, es sollte nicht dauerhaft nass sein. Stellen Sie den Topf hell, aber ohne pralle Mittagssonne, und stülpen Sie einen Plastikbeutel darüber. So entsteht ein feuchteres Mikroklima, das den Stecklingen in den ersten Wochen ohne ausgeprägtes Wurzelsystem hilft. Kontrollieren Sie die Feuchtigkeit regelmäßig und lüften Sie die Abdeckung nach der Bewurzelung schrittweise, damit sich die jungen Pflanzen an normale Bedingungen gewöhnen.
Quelle: The Spruce, GrowVeg, Záhrada, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Einfacher Trick für mehr Paprikaertrag und schnelleres Ausreifen
Durch das gezielte Entspitzen der Paprikapflanzen fördern Sie Verzweigung, Blütenbildung und damit den Fruchtansatz. Richtig angewendet reifen die Früchte oft schneller und der Ertrag fällt deutlich höher aus.
Glühwürmchen werden seltener lernen Sie ihnen im Garten ein sicheres Zuhause zu schaffen
Glühwürmchen verschwinden zunehmend aus der Landschaft – vor allem durch Lichtverschmutzung, Pestizide und fehlende geeignete Lebensräume. Mit wenigen Anpassungen bei Rasenpflege, Bepflanzung, Feuchtigkeit und Beleuchtung kann Ihr Garten wieder zum sicheren Rückzugsort werden.
Es ist Zeit, die Ernte zu schützen, der Apfelwickler fliegt wieder und legt Eier
Wurmbefall an Äpfeln im Sommer ist kein Muss: Jetzt startet oft die zweite Generation des Apfelwicklers. Wer Flug und Eiablage beobachtet, trifft den Spritzzeitpunkt gezielt und vermeidet unnötige Behandlungen.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.