Draht-Trick lässt Tomaten schneller reifen und hilft zugleich gegen Krautfäule
Bei Tomaten zählt die Krautfäule zu den größten Schreckgespenstern der Saison. Ein paar feuchte Tage, kühlere Nächte und schlecht zirkulierende Luft im Bestand reichen aus, und das Problem kann sich so schnell entwickeln, dass innerhalb kurzer Zeit ein großer Teil der Ernte verloren ist. Deshalb probieren Gärtner verschiedene Vorbeugemaßnahmen aus – vom Lüften des Gewächshauses über das Gießen direkt an die Wurzeln bis hin zu Spritzungen. Es gibt aber auch eine sehr einfache Vorgehensweise, die die Eigenschaften von Kupfer nutzt und direkt an der Pflanze durchgeführt werden kann.
Der Kupferdraht-Trick und wann er sinnvoll ist
Die Methode besteht darin, den Fruchtstiel direkt am Tomatenansatz mit einem dünnen Kupferdraht zu durchstechen – und zwar in dem Moment, wenn die Frucht bereits ausgewachsen ist und sich zu färben beginnt. Der Draht bleibt an Ort und Stelle, die Frucht reift anschließend ganz normal weiter. Damit der Effekt möglichst gut sichtbar wird, lohnt es sich, den Vorgang an mehreren Früchten einer Pflanze durchzuführen, idealerweise an denen, die die beste Chance haben, bis zum Saisonende auszureifen.
Manche durchstechen die Tomaten nur unten am Stängel, 5–10 cm über dem Boden. Bei dieser Methode reichen ein paar wenige Drähte. Probieren Sie beide Varianten aus und sehen Sie, welche bei Ihnen besser funktioniert.
Besonders sinnvoll ist das in der zweiten Sommerhälfte, wenn das Wetter häufiger in Richtung feucht und kühl umschlägt und gleichzeitig die Zeit knapp wird. Genau dann muss man die Früchte gesund halten und zugleich die Reife fördern, denn die Vegetationszeit wird kürzer und grüne Tomaten können sonst unreif bleiben.
Wie Kupfer wirken soll
Die Wirkung wird damit erklärt, dass Kupfer Ionen an seine Umgebung abgibt. Diese sind für ihre antibakterielle und pilzhemmende Wirkung bekannt – das wird auch bei manchen gängigen Präparaten gegen Pilzkrankheiten genutzt. In der Praxis ist es der Versuch, direkt in unmittelbarer Nähe der Frucht ein Umfeld zu schaffen, das für die Entwicklung von Pilzen weniger günstig ist.
Außerdem wird genannt, dass Kupfer die Bildung von Ethylen fördern kann – also jenes Gases, das natürlicherweise an der Reifung beteiligt ist. Für den Anbau bedeutet das einen doppelten Effekt in einem Schritt: geringeres Krankheitsrisiko und ein schnelleres Vorankommen der Frucht zur Vollreife, was besonders zum Saisonende hilfreich ist.

Richtig vorgehen und auf Sauberkeit achten
Entscheidend ist, sauber zu arbeiten. Der Draht sollte wirklich aus Kupfer sein, dünn und vor allem frei von Verschmutzungen. Wenn er einen grünlichen Belag oder Reste von Oxidation hat, ist es besser, ein neues Stück zu nehmen oder ihn so zu reinigen, dass die Oberfläche glatt und sauber ist. Ziel ist nicht, der Pflanze ein weiteres Problem einzuschleppen, sondern sie zu entlasten.
Gestochen wird in den Fruchtstiel am Fruchtansatz, nicht in das Fruchtfleisch. Der Draht sollte so fixiert bleiben, dass er nicht herausfällt, sich aber auch nicht unnötig bewegt und den Stiel beschädigt. Der Eingriff ist simpel, dennoch ist Vorsicht sinnvoll und man sollte nicht mit Gewalt arbeiten, damit der Stiel nicht unnötig verletzt wird und die Frucht nicht abfällt.
Ist das für Früchte und Menschen unbedenklich
Optisch wirkt ein Tomatenbeet, aus dem kleine Drahtstücke herausragen, ungewohnt. Die Methode basiert jedoch auf den Eigenschaften eines Elements, das in kleinen Mengen auch für den menschlichen Organismus normal ist und sogar in Nahrungsergänzungsmitteln vorkommt. In der gärtnerischen Praxis lohnt es sich trotzdem, Maß zu halten, sauberes Material zu verwenden und nicht an Früchten einzugreifen, die noch klein sind und sich erst entwickeln.
So testen Sie die Methode ohne Enttäuschungsrisiko
Wenn Sie unsicher sind, ist es praktisch, nur mit einem Teil der Ernte zu starten. Behandeln Sie ein paar Früchte und lassen Sie den Rest zum Vergleich unbehandelt. So sehen Sie leicht, ob sich bei Ihnen eine schnellere Ausfärbung zeigt und ob die Früchte in der Zeit, in der die Krautfäule am häufigsten auftritt, länger gesund bleiben. Selbst so ein kleiner Versuch kann zeigen, ob es sich lohnt, diese einfache Technik in die regelmäßige Tomatenpflege aufzunehmen.
Die wichtigste Regel ist simpel: Verwenden Sie nur sauberen Kupferdraht und stechen Sie den Fruchtstiel am Fruchtansatz erst dann durch, wenn die Tomate ausgewachsen ist und zu reifen beginnt.

Wenn die letzten Wochen der Saison entscheiden
Das Saisonende ist oft die Phase, in der sich der Erfolg der ganzen Arbeit entscheidet. Genau dann kann ein kleines Detail darüber bestimmen, ob Sie den Großteil Ihrer Tomaten ausgereift ernten – oder ob Sie grüne Früchte vor den ersten kühlen Tagen und der Ausbreitung von Krankheiten retten müssen. Der Kupferdraht ist ein unscheinbarer Helfer, kostet praktisch nichts, ist schnell angebracht und kann sowohl die Gesundheit der Früchte als auch ihre Reife fördern. Wenn Sie einen einfachen Gartentrick suchen, den Sie ohne großen Aufwand testen können, ist das eine Möglichkeit, die einen Versuch wert ist.
Quelle: Garden Lux, Garden.org, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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