Die richtige Pflaumensorte ist die halbe Miete, ein falscher Schnitt kostet sonst zwei Jahre Ernte
Pflaumen gehören zu den Früchten, die im tschechischen und slowakischen Raum tief verwurzelt sind. Vielen wecken sie Kindheitserinnerungen: selbstgemachtes Pflaumenmus, Obstknödel oder den Duft des Spätsommers. Gerade deshalb greifen viele Hobbygärtner nicht nur wegen des Geschmacks, sondern auch aus Tradition wieder zur Pflaume. Pflaumen anzubauen heißt jedoch nicht nur einen Jungbaum zu kaufen und auf Früchte zu warten. Über das Ergebnis entscheiden die passende Sorte, der richtige Standort, der Schnitt und der Pflanzenschutz.
Erst den Garten kennen, dann die Sorte wählen
Bei der Sortenwahl achten viele vor allem auf den Geschmack oder darauf, ob die Früchte für Mus oder zum Brennen taugen. Genauso wichtig sind aber die Bedingungen im Garten. Es kommt auf Bodenart, Sonneneinstrahlung, Feuchtigkeit, Höhenlage und auch auf die Windverhältnisse an. Eine Sorte, die am warmen, sonnigen Hang hervorragend gedeiht, kann in einem kühleren oder schattigen Garten deutlich kümmern.
Ein häufiger Fehler ist, eine beliebte Sorte ohne weiteres Nachprüfen zu kaufen. Der Baum wächst dann schlecht, wird schwach, und man wundert sich über das Warum. Dabei ist es wie beim Autokauf: Es reicht nicht, dass es uns gefällt. Es muss zu den Bedingungen passen, unter denen es funktionieren soll. Darum lohnt sich die Beratung in einer Fachbaumschule – und auch die Frage nach der passenden Unterlage für den jeweiligen Boden.
Welche Sorten zum Naschen passen und welche zur Verarbeitung
Zu den bewährten Sorten zählen zum Beispiel Čačanska Lepotica, Čačanska Rodna, Stanley und Haganta. Jede bringt etwas andere Eigenschaften mit. Haganta liefert große, fleischige Früchte und passt zu allen, die ein kräftigeres Aroma mögen. Čačanska Rodna ist oft aromatischer. Čačanska Lepotica und Stanley werden wegen ihrer Süße geschätzt.
Für klassisches Pflaumenmus bewähren sich besonders Čačanska Lepotica und Čačanska Rodna. Für Maische und Slivovitz werden häufig Čačanska Rodna oder Stanley gesucht. Zum Einkochen, für Knödel und zum Naschen eignen sich auch kleinere, süße Sorten, die nach und nach ausreifen. Die Auswahl sollte also immer davon ausgehen, was Sie sich vom Baum konkret erwarten.
Die Pflanzung entscheidet über die Zukunft des Baumes

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst, auch wenn eine Pflanzung im Frühjahr ebenfalls möglich ist. Vor dem Setzen ist es sinnvoll, den Jungbaum kurz in Wasser mit einer Nährlösung zu stellen. Beschädigte Wurzeln sollten entfernt werden, und der Stützpfahl wird am besten eingeschlagen, bevor der Baum in die Pflanzgrube kommt, damit das Wurzelwerk nicht verletzt wird.
Die Erde rund um die Wurzeln muss gut angetreten werden, damit keine Luftlöcher bleiben, und nach dem Pflanzen ist gründliches Angießen Pflicht. Junge Bäume sollten außerdem vor Verbiss durch Hasen oder Rehwild geschützt werden. Ein Drahtgeflecht oder ein Schutzanstrich hilft. Mulch hält die Feuchtigkeit, sollte aber kontrolliert werden, damit sich darunter keine Wühlmäuse oder andere Nager einnisten.
Schnitt ja, aber mit Augenmaß
Bei Pflaumen ist der Erziehungsschnitt entscheidend, mit dem die Krone aufgebaut wird. Der Baum braucht ein stabiles Grundgerüst und ausreichend Abstand zwischen den Leitästen. Ist die Krone zu dicht, reiben Äste aneinander, Früchte werden beschädigt und der Baum wird schlechter durchlüftet. Es gilt nicht: mehr Äste gleich mehr Obst.
Der nächste Schritt ist der Erhaltungsschnitt, der nach der Ernte oder in der Vegetationsruhe durchgeführt wird. Sehr wichtig ist, dass Pflaumen am zweijährigen Holz fruchten. Ein falsch geführter Schnitt kann daher auch die Ernte im kommenden Jahr deutlich mindern. Ungünstig ist es zudem, den Baum zu schneiden, wenn er bereits austreibt.
Ein falscher Schnitt kann nicht nur die Optik des Baumes beeinträchtigen, sondern auch die künftige Ernte.
Krankheiten und Schädlinge können selbst eine vielversprechende Ernte ruinieren
Zu den schwerwiegendsten Problemen gehört Scharka, eine Viruskrankheit – befallene Bäume müssen in der Regel entfernt werden. Häufig ist auch die Monilia-Fruchtfäule, besonders wenn Pflaumen durch Hagel oder Insekten verletzt sind oder die Krone zu dicht steht. Ebenfalls tritt Blattfleckenkrankheit auf; hier helfen Herbsthygiene mit gründlichem Laubaufsammeln und eine passende vorbeugende Spritzung.
Bei den Schädlingen sind die Pflaumensägewespe und der Pflaumenwickler gefährlich, weil sie Madenbefall und vorzeitigen Fruchtfall verursachen. Blattläuse werden zudem oft von Ameisen „gepflegt“ und verbreitet. Wirksamer Schutz basiert vor allem auf Vorbeugung. Wenn sich ein Problem erst einmal ausbreitet, ist es häufig zu spät. Auch bei möglichst schonender Bewirtschaftung ist es deshalb wichtig, den Zustand der Bäume zu beobachten und rechtzeitig zu handeln.
Wann ernten und wie überreife Früchte genutzt werden

Eine reife Pflaume sollte sich fest, aber nicht hart anfühlen. Die Farbe variiert je nach Sorte, oft ist sie dunkelviolett. An heißen Tagen reifen die Früchte schnell und ungleichmäßig – deshalb sollte man den Baum regelmäßig kontrollieren. Überreife, weiche Pflaumen sind kein Nachteil. Im Gegenteil: Sie eignen sich hervorragend für Pflaumenmus ohne Zucker oder für die Maische.
Festere Früchte sind ideal zum Dörren, Einkochen, für Kuchen und zum direkten Verzehr. Je länger das Obst am Baum bleibt, desto höher ist meist der Zuckergehalt. Bei guten Pflaumen muss man dem Mus daher oft gar keinen Zucker zusetzen. Eine beliebte Art der Vorratshaltung ist auch das einfache Einkochen halbierter Früchte in Gläsern ohne zusätzliches Süßen, damit das Obst seinen natürlichen Geschmack bis in den Winter behält.
Drei Grundsätze für den erfolgreichen Anbau
Das Wichtigste ist, sich nicht nur vom Sortennamen locken zu lassen, sondern nach den Bedingungen im Garten auszuwählen. Außerdem sollte klar sein, wofür die Pflaumen gedacht sind – zum Naschen, Backen, für Mus oder zum Brennen. Und schließlich muss man mit regelmäßiger Pflege rechnen. Ohne Schnitt, Gesundheitskontrolle und grundlegende Vorbeugung erleben nur wenige eine reichhaltige und gesunde Ernte.
Quelle: Záhrada, RHS, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Geranien blühen sogar im Dezember Entscheidend sind der richtige Platz in der Wohnung und ein kleiner Zusatz im Gießwasser
Mit dem richtigen Standort am Fenster und einem kleinen Trick im Gießwasser können Geranien deutlich länger blühen. So überwintern die Pflanzen anschließend sicher und starten im Frühjahr kräftig durch.
Weihnachtskaktus kann den ganzen Winter blühen und immer neue Knospen ansetzen
Der Weihnachtskaktus (Schlumbergera) kann den ganzen Winter über üppig blühen, wenn Standort, Gießen und eine passende Nährstoffversorgung stimmen. Mit einfachen Hausmitteln lässt sich die Knospenbildung gezielt anregen.
Pfingstrosen lassen sich umpflanzen und September ist der ideale Zeitpunkt aber ein Fehler kostet Sie die Blüten
Pfingstrosen können sehr wohl umgesetzt und geteilt werden – am besten im September. Entscheidend ist vor allem die richtige Pflanztiefe, sonst bleiben die Blüten aus.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.