Der entscheidende Moment beim Gurkenanbau sorgt für eine reiche Ernte
Gurken können saftig, knackig und angenehm süßlich werden, wenn Sie ihnen von Anfang an das richtige Pflegeregime gönnen. Es reicht nicht, sie nur zu pflanzen und ab und zu zu gießen. Entscheidend ist die Kombination aus Wärme im Boden, regelmäßiger Feuchtigkeit, ausgewogener Düngung und auch einer rechtzeitigen Lenkung des Wachstums. Wenn Sie diesen Schlüsselmoment nicht unterschätzen, danken es Ihnen die Pflanzen mit einer langen und reichen Ernte.
Warum Jungpflanzen besser sind als Direktsaat
Aus Jungpflanzen gezogene Gurken tragen meist zuverlässiger und reichlicher als solche, die Sie direkt ins Beet säen. Jungpflanzen haben einen Vorsprung, wachsen nach dem Auspflanzen schneller an und nutzen die kurze Phase, in der Gurken am stärksten zulegen, besser aus. Grundvoraussetzung ist ein warmer, gut durchwärmter Boden und ein über die ganze Fläche gut versorgtes Beet, nicht nur die Pflanzstelle. Dann breiten sich die Wurzeln in die Fläche aus und die Pflanze wird nicht durch Nährstoffmangel gebremst.
Gießen entscheidet über Größe und Geschmack der Früchte
Gurken reagieren empfindlich auf Schwankungen der Bodenfeuchte. Gibt es einmal Trockenstress und dann wieder sehr viel Wasser, zeigt sich das am Wachstum und an der Fruchtqualität. Ideal ist eine regelmäßige Wassergabe, je nach Wetter und Bodenart etwa 2 bis 3 Liter pro Pflanze und Tag. Wichtig ist, dass die Pflanze nie längere Zeit schlapp hängt, aber auch nicht in kalter, staunasser Erde steht. Eine gleichmäßige Wasserversorgung fördert einen kontinuierlichen Fruchtansatz und senkt das Risiko von Bitterkeit.
Der Wendepunkt nach dem Auspflanzen: Wachstum nicht überstürzen
Nach dem Auspflanzen müssen Gurken zuerst kräftiger werden und genügend Blattmasse aufbauen. Ein häufiger Fehler ist, gleich zu Beginn zu viele Früchte stehen zu lassen: Die Pflanze erschöpft sich und schafft später das hohe Erntetempo nicht mehr. Deshalb lohnt es sich, die erste Wachstumsphase zu steuern. Bis ungefähr zum achten Blatt empfiehlt es sich, Seitentriebe zu entfernen und auch die kleinen, gerade entstehenden Früchte auszubrechen. So steckt die Pflanze Energie in Wurzeln und Blätter, die die Früchte später mit ausreichend Assimilaten versorgen.
Formieren nach dem Erreichen der Rankhilfe
Sobald die Gurke die Rankhilfe erreicht, im Gewächshaus typischerweise die Höhe des Spanndrahts, kann sich die Strategie ändern. Seitentriebe können Sie nun stehen lassen, es ist aber sinnvoll, sie hinter dem zweiten Blatt einzukürzen. So bleibt der Bestand luftig und übersichtlich, die Pflanze wuchert nicht unnötig in Blattmasse, und mehr Energie fließt in Blüte und Fruchtbildung. Richtiges Formieren senkt zugleich den Krankheitsdruck, weil die Blätter schneller abtrocknen.
Düngung: vom Stickstoff zum Kalium
Wenn Sie die Jungpflanzen nach einer Phase mit Spätfrösten ausgepflanzt haben, können Sie zu Saisonbeginn einen Dünger mit Stickstoff in ammoniumbetonter Form geben. Das fördert die Blattbildung und die allgemeine Kräftigung der Pflanze. Eine weitere, zugleich letzte Stickstoffgabe ist nach etwa drei Wochen sinnvoll. So baut die Gurke ausreichend Blattfläche auf, die für die Versorgung der späteren Früchte entscheidend ist.
In der nächsten Phase ist es besser, auf einen Mehrnährstoffdünger mit höherem Kaliumanteil umzusteigen. Kalium unterstützt Blüte, Fruchtansatz und Fruchtqualität. Außerdem hilft es den Pflanzen, Wasser besser zu nutzen. Bei Gurken lohnt es sich, chloridhaltige Dünger zu vermeiden, da sie darauf empfindlich reagieren und dann schwächer wachsen und tragen können.
Schutz vor Falschem Mehltau und Echtem Mehltau beginnt mit Vorbeugung
Gurken gehören zu den Kulturen, die häufig von Echtem Mehltau oder Falschem Gurkenmehltau befallen werden. Diese Krankheiten treten vor allem dann auf, wenn das Wetter günstig ist und der Bestand dicht, schlecht belüftet oder lange nass bleibt. Das A und O ist die regelmäßige Kontrolle der Blätter, besonders der unteren und der im Inneren des Bestands. Sobald die ersten Anzeichen sichtbar sind, sollten Sie rechtzeitig reagieren, denn eine spätere Bekämpfung ist meist deutlich schwieriger.
Spritzungen und die richtige Anbautechnik
Gegen Krankheiten können Sie je nach bevorzugter Anbauweise und Befallsstärke natürliche oder chemische Spritzmittel einsetzen. Mindestens ebenso wichtig ist jedoch die Anbautechnik selbst. Ein luftiger Bestand, gleichmäßiges Gießen, maßvolle Düngung und das richtige Formieren können den Krankheitsdruck deutlich reduzieren. Wenn Sie Gurken zu Beginn nicht mit Früchten überlasten und ihnen zugleich eine stabile Pflege geben, erhöhen Sie die Chance auf gesunde Pflanzen und volle Körbe über die ganze Saison erheblich.
Den größten Unterschied beim Ertrag macht oft die erste Phase nach dem Auspflanzen: die Pflanze stärken, sie nicht mit Früchten überlasten und eine gleichmäßige Wasserversorgung halten.
Quelle: AA Selection, Research Gate, GrowVeg, Pestrazahrada.cz
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