So steigern Sie im Juli die Tomatenernte durch richtiges Ausgeizen
Tomaten gehören zu den am häufigsten angebauten Gemüsesorten im Garten und auf dem Balkon. Damit die Pflanzen möglichst viele Früchte ansetzen und diese zugleich problemlos ausreifen, reichen Gießen und Düngen allein nicht aus. Eine wichtige Rolle spielt auch der laufende Rückschnitt, der sich gerade im Juli lohnt, wenn die Pflanzen schnell wachsen, dichter werden und viele Nährstoffe verbrauchen.
Ohne Eingriff fließt nämlich ein Teil der Energie in Bereiche, die der Ernte nicht helfen. Typisch sind überzählige Seitentriebe und auch große, ältere Blätter. Diese entziehen der Pflanze nicht nur Nährstoffe, sondern beschatten zudem die Früchte und verschlechtern die Luftzirkulation, was das Krankheitsrisiko erhöhen kann.
Was die Pflanze unnötig schwächt und warum Sie es entfernen sollten
Das größte Problem sind meist die Geiztriebe, die in den Blattachseln entstehen. Lässt man sie unkontrolliert wachsen, bildet die Tomate zu viel Blattmasse. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick oft positiv, weil die Pflanze kräftig erscheint, doch die Früchte entwickeln sich langsamer und können kleiner bleiben. Ähnlich wirken auch die alten unteren Blätter, die der Pflanze kaum noch nützen, aber weiterhin Wasser und Nährstoffe verbrauchen.
Ein weiteres Risiko sind Blätter oder Triebe, die schwach, beschädigt oder bereits krankheitsverdächtig sind. Entfernen Sie sie nicht rechtzeitig, können sie als Eintrittspforte für Infektionen dienen und das Problem breitet sich dann auf weitere Pflanzenteile aus.
Die wichtigsten Vorteile des Rückschnitts während der Saison
Richtiges Ausgeizen und das Entfernen von Blättern bringen mehrere praktische Vorteile. Die Pflanze bekommt gleichmäßiger Sonnenlicht, sodass die Früchte besser ausfärben und schneller reifen. Außerdem verbessert sich die Luftzirkulation im Inneren der Pflanze, dadurch sinkt die Feuchtigkeit zwischen den Blättern und das Risiko für Kraut- und Braunfäule sowie andere Pilzkrankheiten nimmt ab.
Der Schnitt hilft außerdem, die Pflanze so zu formen, dass sie zum vorhandenen Platz passt. Bei hohen Sorten ist es besonders hilfreich, die Tomate übersichtlich an der Stütze zu führen und sie die ganze Saison über vital zu halten.
Wann beginnen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen
Ein erster Schnitt ist sinnvoll, sobald die Pflanze etwa 20 Zentimeter hoch ist. Dann ist sie bereits kräftig genug, lässt sich aber noch leicht lenken. Im Juli setzen Sie den Schnitt anschließend regelmäßig fort, je nachdem wie schnell die Tomate weiterwächst.
Beginnen Sie unten und arbeiten Sie sich nach oben. Entfernen Sie zuerst die alten Blätter in Bodennähe, die am stärksten durch Feuchtigkeit belastet sind und oft den Boden berühren. Genau diese Partien sind anfälliger für Pilzbefall. Verwenden Sie zum Schneiden scharfe Gartenscheren, damit die Schnittstellen sauber bleiben und die Pflanze nicht unnötig einreißt.
Fortlaufendes Entfernen schwacher und kranker Teile
Während die Tomate wächst, schneiden oder kneifen Sie laufend Blätter und Triebe ab, die deutlich geschwächt, vergilbt oder beschädigt sind. Das ist aus zwei Gründen sinnvoll: Solche Teile ziehen Nährstoffe von gesunden Trieben und Früchten ab, und sie können außerdem eine Quelle für die Ausbreitung von Krankheiten auf die restliche Pflanze sein.
Seitentriebe ohne Blüten und überflüssige Nebentriebe
Triebe, an denen sich keine Blüten bilden, sowie kleine Nebentriebe sollten Sie entfernen, weil sie in der Praxis den Bestand oft nur verdichten. Bleiben sie stehen, investiert die Pflanze Energie in Blattmasse statt in Fruchtansatz und das Ausreifen der Tomaten. Eine übersichtliche Pflanzenstruktur unterstützt eine stabilere Ernte.
Was tun, wenn Tomaten unkontrolliert in die Höhe wachsen
Bei manchen Sorten kommt es vor, dass die Pflanzen stark nach oben schießen und immer neue Blattetagen bilden. Geht das Wachstum bereits auf Kosten der Früchte oder passt die Pflanze nicht mehr an die Stütze, können Sie die Spitze kappen. So lenken Sie die Kraft in das Ausreifen der bereits angesetzten Tomaten und begrenzen unnötiges Wuchern.
Zusätzlich ist es praktisch, die untersten Triebe zu entfernen, besonders wenn sie den Boden berühren. Neben dem geringeren Pilzrisiko verbessern Sie damit die Luftbewegung um den Stängel und senken die Feuchtigkeit im empfindlichsten Bereich der Pflanze.
Wundversorgung nach dem Schnitt und ein einfacher Zimt-Trick
Nach dem Schnitt können Sie die Schnittstellen leicht mit Zimt behandeln. Zimt hat natürliche desinfizierende Eigenschaften, kann das schnellere Verheilen unterstützen und hilft zugleich, die Ausbreitung möglicher Krankheitserreger zu begrenzen. Wichtig ist außerdem, den Schnitt bei trockenem Wetter durchzuführen oder zumindest dann, wenn die Blätter nicht nass sind, damit das Infektionsrisiko sinkt.
Regelmäßiges Ausgeizen im Juli hilft, Nährstoffe in die Früchte zu lenken, verbessert die Sonneneinstrahlung und hält die Pflanze luftig, was sich meist in einer höheren und qualitativ besseren Ernte zeigt.
Quelle: Tree Hunger, RHS, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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