Stangenbohnen bringen mehr Ertrag wenn Sie diese Anbaufehler vermeiden
Stangenbohnen gehören zu den beliebtesten Gemüsen im Nutzgarten, weil sie sich leicht anbauen lassen und bei guter Pflege große Mengen langer, grüner Hülsen liefern. Die Ernte beginnt meist im Hochsommer und dauert bei regelmäßigem Pflücken bis in den Frühherbst. Neben dem Nutzen sind sie auch optisch attraktiv, denn die kletternden Typen tragen auffällige Blüten in roten, rosa, weißen und zweifarbigen Tönen, nach denen sich rasch ganze Büschel von Hülsen bilden.
Am besten gedeihen sie in der Sonne, in nährstoffreichem Boden und mit ausreichend Feuchtigkeit. Interessant ist, dass sie oft sogar in kühleren, regenreichen Sommern gut wachsen, wenn andere Kulturen stagnieren. Grundlage für eine lange Saison ist, die Hülsen jung und zart zu ernten, damit die Pflanze weiter Blüten und neue Früchte ansetzt.
Sortenwahl und Anbauform
Die meisten Stangenbohnen sind kletternd und brauchen daher eine hohe, stabile Rankhilfe. Belohnt werden Sie mit hohem Ertrag auch auf kleiner Fläche, weil die Pflanzen in die Höhe wachsen. Es gibt auch buschige, niedrig wachsende Formen, die etwa 45 cm hoch werden. Sie eignen sich dort, wo kein Platz für Konstruktionen ist, oder für Kübel und windigere Standorte, liefern aber in der Regel weniger Ernte.
Kletternde Sorten starten etwas langsamer, tragen dafür länger. In heißen Sommern können Sorten mit einem Anteil an Gartenbohnen-Genen (Phaseolus vulgaris) im Vorteil sein, weil sie in wärmeren Lagen oft besser Hülsen ansetzen. Beim Kauf lohnt es sich außerdem, auf die Eigenschaften der Hülsen zu achten: Manche sind kräftiger, andere zarter, und auch der Geschmack unterscheidet sich. Wenn Sie möglichst sicher fahren möchten, wählen Sie bewährte Sorten aus hochwertigem Saatgut.
Standort und Bodenvorbereitung
Ideal ist ein sonniger, möglichst geschützter Platz, an dem die Pflanzen nicht unnötig vom Wind geknickt werden. Der Boden sollte gründlich von Unkraut befreit und mit reichlich Kompost oder gut verrottetem Mist verbessert werden. Am besten arbeiten Sie organisches Material mit etwas Vorlauf ein, damit sich das Beet setzen kann. Wer ohne Umgraben gärtnert, kann die Oberfläche mulchen und direkt in die Mulchschicht säen oder pflanzen, muss aber sicherstellen, dass Samen und Wurzeln in eine feuchte, nährstoffreiche Zone gelangen.
Rankhilfen für Kletterpflanzen
Stangenbohnen brauchen eine Rankhilfe von etwa 2,5 m Höhe. Am häufigsten baut man zwei Reihen Stangen einander gegenüber, mit einem Abstand von etwa 45 bis 60 cm zwischen den Reihen. In der Reihe stehen die Stangen ungefähr 15 bis 30 cm auseinander und werden nach innen geneigt, oben zusammengebunden und mit einer Querlatte stabilisiert, sodass eine feste Konstruktion entsteht. Wenn Sie mehrere Doppelreihen anlegen, lassen Sie dazwischen ausreichend Platz für Zugang und Ernte.
Eine Alternative ist eine Kreuzkonstruktion, bei der sich die Stangen ungefähr in der Mitte kreuzen. Das Pflücken ist dann oft bequemer, weil die Hülsen häufiger in Griffweite hängen, die Standfestigkeit kann jedoch geringer sein, wenn die Verbindungen nicht gut versteift sind. Für kleinere Flächen eignet sich auch ein Tipi aus mehreren oben zusammengebundenen Stangen. Das wirkt dekorativ, auch im Zierbeet oder in einem großen Kübel auf der Terrasse. Bohnen lassen sich ebenso an Drahtgitter, Spalier führen oder als Bogen über einen Weg ziehen, sofern die Konstruktion das Gewicht des Bewuchses trägt.
Bei Buschbohnen lohnt es sich, kurze Zweige zwischen die Pflanzen zu stecken: Das stützt sie und hält die Hülsen vom Bodenkontakt fern.

Aussaat und Keimtemperatur
Stangenbohnen vertragen keinen Frost, daher ist das Timing entscheidend. Für eine frühere Ernte können Sie in der zweiten Frühjahrshälfte im Haus vorziehen, was auch in kühleren Lagen praktisch ist, wo ein Start im Freiland die Saison verkürzen würde. Direktsaat ins Beet ist vom späten Frühjahr bis in den Hochsommer möglich, aber erst dann, wenn sich der Boden wirklich erwärmt hat.
Aussaat im Haus
Die Samen werden einzeln in kleine Töpfe oder tiefere Anzuchtzellen gelegt, damit die Wurzel ausreichend Platz hat. Gesät wird etwa 5 cm tief in ein feuchtes, hochwertiges torffreies Substrat. Die Gefäße stehen hell bei Temperaturen über 12 °C. Die Jungpflanzen wachsen schnell und müssen regelmäßig gegossen werden, damit sie nicht austrocknen. Ausgepflanzt wird erst nach Ende der Frostgefahr, meist Ende Mai bis Anfang Juni, und zuvor sollten die Pflanzen schrittweise abgehärtet werden.
Direktsaat ins Freiland
Im Freien keimen die Samen zuverlässig, wenn kein Frost mehr droht und der Boden mindestens etwa 12 °C hat. Bei Stangenbohnen legt man oft zwei Samen an den Fuß jeder Stange, um mögliche Ausfälle auszugleichen, und lässt nach dem Auflaufen nur die kräftigere Pflanze stehen. Bei Buschbohnen wählt man Abstände von etwa 30 cm zwischen den Pflanzen und rund 50 cm zwischen den Reihen.
Anbau im Kübel
Stangenbohnen lassen sich auch im Kübel kultivieren, wichtig sind jedoch ausreichendes Volumen und Standfestigkeit. Niedrig wachsenden Sorten reicht meist ein Gefäß mit etwa 30 bis 45 cm Breite. Kletternde Typen brauchen deutlich mehr Raum, idealerweise etwa 75 cm Breite und ungefähr 45 cm Tiefe, und der Kübel muss so schwer sein, dass ihn das Blatt- und Rankenwerk nicht umkippt. Das Substrat sollte hochwertig sein, am besten eine torffreie Universalerde oder eine lehmige Mischung. Rankhilfen werden bereits bei der Aussaat oder Pflanzung angebracht, damit die Wurzeln später nicht verletzt werden.
Pflanzung und Schutz junger Pflanzen
Vorgezogene Pflanzen und gekaufte Jungpflanzen kommen erst nach den letzten Frösten ins Beet. Abhärten ist wichtig, denn ein abrupter Wechsel nach draußen kann das Wachstum stoppen. Nach dem Pflanzen setzt man die Bohne direkt an den Fuß der Rankhilfe, gießt gut an und bindet den Trieb locker an, damit er richtig ansetzt. Bei Buschsorten ist es sinnvoll, den Kontakt der Hülsen mit dem Boden zu reduzieren und gleichzeitig das Jäten zu erleichtern, zum Beispiel mit einem passenden Mulch. In dieser Phase ist außerdem der Schutz vor Schnecken besonders wichtig, denn junge Pflanzen sind für sie am attraktivsten.
Gießen, Mulch und Düngen
Stangenbohnen haben einen hohen Wasserbedarf und brauchen am meisten Feuchtigkeit vom Beginn der Blüte bis zur Hülsenbildung. Bei Trockenheit sinken ohne regelmäßiges Gießen schnell der Blütenansatz und die Hülsengröße. In Kübeln trocknet das Substrat deutlich schneller aus, daher muss häufiger und kräftiger gegossen werden, am besten direkt an den Wurzelbereich.
Nach dem Pflanzen hilft eine Schicht Kompost oder gut verrotteter Mist, die um die Pflanzen verteilt wird. Mulch hält die Feuchtigkeit, unterdrückt Unkrautkeimung und stabilisiert die Bodenverhältnisse. Im Freiland ist meist keine weitere Düngung nötig, weil die Pflanze vital ist und die organische Substanz im Beet gut nutzt. Im Kübel lohnt es sich jedoch, etwa alle zwei Wochen zu düngen, sobald die ersten Blüten erscheinen, und zwar mit einem kaliumbetonten Dünger.
Pflanzen führen und Triebspitzen einkürzen
Sobald die Triebe länger werden, sollten sie laufend an die Rankhilfen geleitet und gelöstes Wachstum wieder angebunden werden. Bei kletternden Sorten ist es praktisch, nach Erreichen der Konstruktion die Triebspitze zu kappen oder den weiteren Wuchs zu begrenzen. Die Pflanze bildet dann weiter unten mehr Seitentriebe, die Hülsen sind besser erreichbar, und der Bewuchs wird oben weniger überlastet.
Ernte für maximalen Ertrag
Die ersten Hülsen erscheinen meist im Hochsommer, je nach Aussaattermin und Sorte. Bei regelmäßigem Pflücken kann die Pflanze acht Wochen und länger tragen. Am besten sind junge, zarte, fadenlose Hülsen, oft etwa 20 bis 25 cm lang. Sie erkennen sie daran, dass sie sich leicht brechen lassen und die Samen im Inneren noch klein und hell sind.
Die wichtigste Regel lautet: häufig ernten, idealerweise alle zwei bis drei Tage. Wenn die Hülsen überreif werden, steckt die Pflanze Energie in die Samen, reduziert die Blüte und die Bildung neuer Hülsen verlangsamt sich deutlich. Nach Ende der Ernte wird das oberirdische Grün entfernt und kann kompostiert werden, die Wurzeln lässt man jedoch am besten im Boden, denn Leguminosen binden Stickstoff und die Wurzelreste verbessern die Bodenfruchtbarkeit.

Häufige Probleme und Vorbeugung
Der Anbau ist meist unkompliziert, dennoch treten bestimmte Schwierigkeiten immer wieder auf. Entscheidend ist, die Pflanzen keinem Frost auszusetzen, denn schon kurze Kälteeinbrüche können sie schädigen. Ein weiteres Risiko sind Schnecken, die junge Sämlinge innerhalb einer Nacht vernichten können. An den Triebspitzen sitzen mitunter Blattläuse, besonders dunkle Arten, die die Pflanze schwächen und den Wuchs verformen.
Große Pflanzen brauchen eine gleichmäßige Wasserversorgung, sonst setzen sie schlecht Hülsen an. Heißes Wetter kann außerdem Blüte und Bestäubung beeinträchtigen und so die Ernte mindern. Gelegentlich treten Blattkrankheiten auf, etwa Rost oder bakterielle Blattflecken, und bei warmem, trockenem Sommerverlauf können Spinnmilben Probleme machen. Die beste Abwehr ist Vorbeugung: ein passender Standort, regelmäßiges Gießen, ein luftiger Bestand, rechtzeitige Ernte und ein rasches Eingreifen bei den ersten Anzeichen von Befall.
Quelle: Rhs, Almanac , Pestrazahrada.cz
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