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Der richtige Schnitt von Johannisbeeren nach der Ernte ist die Basis für mehr Früchte und gesündere Sträucher

August 15, 2026 · 5 Min. Lesezeit · Tomas Rohlena
Der richtige Schnitt von Johannisbeeren nach der Ernte ist die Basis für mehr Früchte und gesündere Sträucher
Johannisbeerenernte / Foto: Depositphotos
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Sobald die Beeren abgepflückt sind, lassen viele Hobbygärtner die Sträucher bis in den Herbst oder sogar bis zum Frühjahr unbeachtet. Genau das ist jedoch oft der Grund, warum Johannisbeeren im Folgejahr schwächeln, weniger Blütenknospen ansetzen und die Ernte dann spürbar zurückgeht. Die Zeit nach der Ernte ist für den Strauch entscheidend, weil er jetzt Kraft für die nächste Saison einlagert, das Triebwachstum abschließt und Knospen anlegt, die darüber bestimmen, wie viele Früchte Sie beim nächsten Mal ernten.

Es geht nicht um komplizierte Maßnahmen, eher um ein paar regelmäßige Schritte, die sich in kurzer Zeit erledigen lassen. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt. Was Sie im Sommer und zu Beginn des Herbstes tun, zeigt sich im nächsten Jahr in der Gesundheit des Strauchs sowie in Menge und Größe der Beeren.

Schnitt nach der Ernte als Basis für die kommende Fruchtbarkeit

Der beste Zeitpunkt zum Auslichten ist direkt nach der Ernte. Der Strauch ist noch im aktiven Wachstum, Schnittwunden verheilen besser, und Sie fördern zugleich die Bildung kräftiger junger Triebe. Verwenden Sie stets scharfe Gartenscheren, damit die Schnitte sauber sind und das Gewebe nicht ausfranst.

Entfernt werden vor allem alte, schwache oder bodennahe Triebe, die den Strauch verdichten, Licht wegnehmen und häufig weniger ertragreich sind. Bei roten Johannisbeeren lohnt es sich außerdem, auf Triebe mit auffällig veränderter oder deformierter Rinde zu achten, denn sie können geschwächt oder beschädigt sein. Ziel ist ein luftiger Strauch mit ausreichend Licht, in dem vor allem kräftige, jüngere Triebe stehen bleiben, die im nächsten Jahr die meisten Früchte tragen.

Welches Ergebnis ein richtiger Schnitt bringen soll

Eine gut gepflegte Johannisbeere soll nicht wie ein dichtes Knäuel aus Zweigen wirken, sondern wie ein übersichtlicher Strauch, in den Licht und Luft eindringen. Das senkt den Krankheitsdruck, verbessert das Ausreifen des Holzes und unterstützt zugleich eine bessere Knospenanlage.

Blätter nicht abreißen und warum das riskant ist

Manchmal wird empfohlen, vor allem bei schwarzen Johannisbeeren, die Blätter von Hand zu entfernen, in der Vorstellung, die Energie der Pflanze gehe dann schneller in die Knospen. Dieses Vorgehen ist jedoch problematisch. Blätter haben eine Schutzfunktion, und ohne sie können Knospen der prallen Sonne ausgesetzt sein, was zu Schäden führen kann. Außerdem tragen die Blätter weiterhin durch Photosynthese dazu bei, Reserven aufzubauen, die der Strauch gerade für die nächste Saison braucht.

Bei roten und weißen Johannisbeeren bleiben die Blätter zudem oft bis weit in den Herbst hinein am Strauch. Lassen Sie sie daher natürlich absterben und beobachten Sie nur, ob sie deutlich von Krankheiten befallen sind. Betroffene Partien behandeln Sie gezielt durch passende Maßnahmen oder durch sorgfältige Hygiene im Garten.

Vermehrung durch Steckhölzer nutzt, was sonst verloren ginge

Die geschnittenen Triebe müssen nicht auf dem Kompost landen. Johannisbeeren lassen sich relativ einfach über Steckhölzer vermehren, das gelingt auch Einsteigern. Aus geeigneten, gesunden Trieben können Sie Steckhölzer schneiden und neue Sträucher heranziehen. Bei guten Bedingungen wächst Johannisbeere zügig und beginnt recht bald zu tragen, sodass Sie damit Ihre Pflanzung unkompliziert erweitern oder alte, wenig ertragreiche Sträucher ersetzen.

Wässern nach der Ernte entscheidet über die Knospen

Der Ertrag von Johannisbeeren hängt eng mit einer gleichmäßigen Bodenfeuchte zusammen. Rote Johannisbeeren vertragen Trockenheit besser, schwarze reagieren auf Trockenstress deutlich empfindlicher. Bei Wassermangel können sie Blätter und auch Knospen abwerfen, was sich später in einem Ertragsrückgang zeigt. Deshalb lohnt es sich, die Wasserversorgung auch nach der Ernte nicht zu unterschätzen.

Ideal ist es, den Boden gleichmäßig leicht feucht zu halten, aber nicht zu vernässen. Wichtig ist durchdringend zu gießen, damit das Wasser zu den Wurzeln gelangt und nicht nur die Oberfläche befeuchtet. Ein stabiler Feuchtehaushalt unterstützt außerdem das Ausreifen der Triebe, die dann besser durch den Winter kommen.

Boden lockern und jäten mit Rücksicht auf die Wurzeln

Johannisbeeren zurückschneiden
Rückschnitt von Johannisbeeren / Depositphotos

Ein gut durchlüfteter Boden ist für Johannisbeeren ein Vorteil, weil die Wurzeln besser mit Sauerstoff versorgt werden und die Pflanze Wasser und Nährstoffe effizienter aufnimmt. Regelmäßiges flaches Lockern im Bereich um den Strauch ist daher sinnvoll, ebenso das fortlaufende Entfernen von Unkräutern, die mit der Johannisbeere konkurrieren.

Bei schwarzen Johannisbeeren ist jedoch Vorsicht geboten. Sie haben ihre Wurzeln oft relativ flach, sodass tiefes Umgraben oder starkes Hacken das Wurzelsystem schädigen kann. Bei roten Johannisbeeren ist das Risiko meist etwas geringer, dennoch ist ein schonendes Vorgehen immer die sicherere Wahl.

Düngen nach der Ernte ersetzt, was die Früchte entzogen haben

Während Bildung und Reife der Beeren verbrauchen Johannisbeeren viele Nährstoffe. Nach der Ernte ist es daher sinnvoll, den Boden wieder zu stärken, damit der Strauch Material für neue Triebe und die Knospenanlage hat. Praktisch sind mineralische Mehrnährstoffdünger für Beerenobst, die die wichtigsten Elemente in verfügbarer Form liefern.

Zusätzlich können Sie rund um den Strauch organisches Material ausbringen, das die Bodenstruktur verbessert und das Bodenleben langfristig fördert. Wichtig ist, maßvoll zu dosieren und nicht zu überdüngen, denn ein Nährstoffüberschuss kann zu unerwünschtem Wachstum auf Kosten des Holzausreifens führen.

Strategiewechsel im Herbst ohne zu viel Stickstoff

Mit fortschreitender Saison sollte man stickstoffbetonte Dünger reduzieren. Spätsommer und Herbst sind Kalium- und Phosphorbetonte Gaben sinnvoller, da sie das Ausreifen der Triebe unterstützen. So sinkt das Risiko von Frostschäden, und der Strauch geht in besserer Verfassung in den Winter.

Schutz vor Krankheiten und Schädlingen nach der Ernte

Nach dem Ende der Fruchtphase verliert die Johannisbeere oft etwas an Vitalität und kann anfälliger für Krankheiten und Schädlinge sein. Deshalb lohnt es sich, nicht nur Sträucher mit sichtbaren Problemen zu kontrollieren, sondern auch solche, die gesund wirken. Vorbeugung ist meist einfacher als ein bereits fortgeschrittener Befall, der sich zudem in die nächste Saison hineinziehen kann.

Der Zeitraum vom Spätsommer bis zum frühen Herbst eignet sich auch, um weitere Maßnahmen zu planen, etwa ein Umpflanzen oder die Optimierung des Standorts. Wenn Sie den Strauch versetzen, sollte er genügend Zeit zum Anwachsen haben und zugleich nicht unnötig mit Stickstoff angeregt werden, der weiches, frostempfindliches Wachstum fördert.

Letzte Wassergabe vor dem Winter und eine kurze Zusammenfassung

Bevor es kühler wird, lohnt es sich, Johannisbeeren noch einmal gründlich zu wässern, damit sie mit ausreichender Bodenfeuchte in den Winter gehen. Trockener Boden und winterliche Wetterwechsel können Wurzeln und Knospen schwächen, während ein gut versorgter Strauch meist stabiler überwintert. Kombinieren Sie rechtzeitigen Schnitt, bedarfsgerechtes Gießen, schonendes Lockern, die Ergänzung von Nährstoffen und vorbeugenden Schutz, dann belohnt Sie die Johannisbeere im nächsten Jahr mit einer deutlich reicheren und qualitativ besseren Ernte.

Quelle: Thompson & Morgan, RHS, GrowVeg, Pestrazahrada.cz

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Tomas Rohlena
Tomas Rohlena

Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.

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