Im August können Sie noch aussäen und bis in die kühlen Tage ernten
Mit dem August ist die Gartensaison längst nicht vorbei. Im Gegenteil: Es ist der Monat, in dem die ersten großen Ergebnisse geerntet werden, zugleich nimmt aber die Arbeit zu, die darüber entscheidet, wie lange die Beete in Form bleiben und wie gut die Pflanzen mit Hitze zurechtkommen. Wer seinen Garten bis in den Herbst hinein schön halten möchte, sollte auf eine Kombination aus Schnitt, kontinuierlicher Ernte, Nährstoffversorgung und einem cleveren Umgang mit Wasser setzen.
Es lohnt sich, die Aufgaben in Ziergarten, Nutzgarten und allgemeine Pflege zu gliedern. So erkennt man leicht, was Priorität hat, besonders wenn tropische Tage oder längere Trockenphasen kommen.
Was Sie für die Augustarbeiten bereitlegen sollten
Grundlage sind scharfe und saubere Gartenscheren, idealerweise Bypass-Scheren für lebende Triebe, sowie Werkzeuge für feinere Stängel bei Stauden und Kräutern. Praktisch sind Papiertüten oder Gläser für Saatgut, eine Gießkanne oder ein Tropfbewässerungssystem für schonendes Gießen und ein Dünger für Fruchtgemüse, typischerweise für Tomaten. Unverzichtbar ist auch das regelmäßige Reinigen der Werkzeuge, denn verschmutzte Klingen können Krankheiten übertragen und das Gewebe unnötig ausfransen.
Ziergarten im August
Leichter Rückschnitt und Formschnitt
Im August lässt sich mit der Schere viel erledigen. Manche immergrünen Sträucher vertragen eine sanfte Formkorrektur, und viele sommerblühende Arten danken einen Schnitt nach der Blüte. Ein typisches Beispiel ist Lavendel: Nach dem Rückschnitt verzweigt er sich besser und wirkt insgesamt gepflegter. Die Grundregel ist einfach: mit Gefühl schneiden und immer so, dass der Schnitt sauber ist und keine unnötigen Schäden entstehen.
Verblühtes laufend entfernen
Zu den wirksamsten Augustarbeiten gehört das Abschneiden verblühter Blüten. Die Pflanze verschwendet dann keine Energie auf die Samenbildung und setzt häufig erneut Blüten an. Das gilt für Sommerblumen ebenso wie für öfterblühende Rosen, die bei regelmäßiger Pflege bis zum Saisonende noch eine weitere Blütenwelle zeigen können.
Das Entfernen verblühter Blüten zählt im August zu den effektivsten Maßnahmen, weil es die Bildung neuer Knospen fördert und die Blütezeit verlängert.
Saatgut für das nächste Jahr sammeln
Wenn man bei einigen Pflanzen die Blütenköpfe ausreifen lässt, kann man daraus Samen für die nächste Saison gewinnen. Das ist besonders praktisch bei Arten, die sich leicht vermehren lassen und die man ohne weiteres Zukaufen erhalten möchte. Gesammelt wird erst, wenn die Blütenköpfe trocken sind. Dann schneidet man die Samenstände ab, schüttelt sie in eine Papiertüte oder liest die Samen vorsichtig direkt von der Pflanze aus.
Für die Lagerung eignet sich ein kühler, trockener und dunkler Ort am besten. Eine Papiertüte oder ein verschließbares Glas im Schrank hilft, das Saatgut bis zum Frühjahr in guter Qualität zu halten.
Vermehrung über Stecklinge
Auch für die Vermehrung ist das Augustwetter oft ideal. Viele Zierpflanzen lassen sich stecklingsvermehren, darunter Lavendel, Sonnenhut und weitere Stauden, die gut anwachsen. Wichtig ist, mit sauberem, scharfem Werkzeug zu arbeiten und gesunde, unbeschädigte Triebe auszuwählen. Viele Gärtner schneiden Stecklinge am liebsten morgens, wenn das Gewebe von Natur aus gut mit Wasser versorgt ist, was die Chancen auf eine erfolgreiche Bewurzelung erhöht.

Nutzgarten im August
Gemüse-Aussaaten für die Herbsternte und einen Vorsprung im Frühjahr
Wer die Saison verlängern möchte, kann auch im August noch aussäen. Geeignet sind Arten, die das kühlere Spätsommerwetter vertragen oder nach und nach geerntet werden können. Häufig empfohlen werden Grünkohl, Frühlingszwiebeln oder Mangold, weil sie auch später noch Ertrag bringen. Einige Kohlarten lassen sich so aussäen, dass sie im nächsten Jahr eine frühe Ernte liefern, wenn die Bedingungen passen.
Ernte fortsetzen und den Reifegrad im Blick behalten
Der August ist der Höhepunkt der Erntezeit. Bei Kartoffeln und Zwiebeln lohnt es sich, darauf zu achten, wann das Laub abtrocknet, und bei trockenem Wetter zu ernten. Bei Fruchtgemüse ist eine regelmäßige Ernte wichtig, denn sie fördert das weitere Ansetzen. Gurken, Tomaten und Zucchini können innerhalb weniger Tage überständig werden, daher zahlt sich ein fast täglicher Kontrollgang durchs Beet aus.

Gründüngung für freie Beete
Sobald nach abgeernteten Kulturen Platz frei wird, kann Gründüngung folgen. Die Aussaat von Senf oder Phacelia schützt den Boden, verbessert die Struktur und bringt zugleich organische Masse ein. Manche Mischungen reichern den Boden zudem auf natürliche Weise mit Nährstoffen an und bereiten die Beete auf das nächste Jahr vor, ohne dass sie über den Winter kahl bleiben und der Auswaschung ausgesetzt sind.
Fruchtgemüse nachdüngen
Tomaten, Paprika und Zucchini laufen im August auf Hochtouren und verlieren ohne Unterstützung oft an Schwung. Regelmäßiges Gießen und gezieltes Düngen, typischerweise einmal pro Woche mit Tomatendünger, kann die Reife beschleunigen und die Fruchtqualität verbessern. Wichtig ist ein gleichmäßiger Rhythmus, denn der Wechsel zwischen Trockenheit und Staunässe ist häufig eine Ursache für Fruchtprobleme.
Schädlinge und Krankheiten kontrollieren
Wärme freut nicht nur Gärtner, sondern auch Blattläuse, Raupen und andere Schädlinge. Im August lohnt es sich, die Pflanzen bei jedem Beetbesuch zu prüfen. Bei Tomaten und Kartoffeln sollte man mögliche Anzeichen von Kraut- und Braunfäule im Auge behalten, bei anderen Pflanzen wiederum Insekteneier und angeknabberte Blätter. Wird ein Problem früh erkannt, reichen oft das mechanische Entfernen der Schädlinge oder ein schonender, natürlicher Pflanzenschutz, bevor sich die Lage stark ausweitet.
Mehrjährige Kräuter zurückschneiden für eine neue Blattwelle
Kräuter sind im Sommer im Dauereinsatz, wirken nach wiederholter Ernte aber manchmal erschöpft. Ein Augustschnitt bei Schnittlauch, Minze oder Petersilie regt den Austrieb junger Blätter an und verlängert die Zeit, in der frisches Grün geerntet werden kann. Es lohnt sich auch, blühende Stängel bei Arten zu entfernen, bei denen die Blüte den Geschmack verschlechtert oder das Blattwachstum bremst.

Weitere Augustarbeiten und Pflege
Richtig gießen und die Bodenfeuchte halten
Bei Hitze sinkt die Bodenfeuchte schneller, als man denkt, deshalb ist im August eine durchdachte Bewässerung entscheidend. Am besten wirkt ein gründliches Gießen direkt an die Wurzeln, nicht das Sprengen der Blätter, bei dem ein großer Teil des Wassers verdunstet und nur wenig bei der Pflanze ankommt. Neupflanzungen gießt man am besten kräftig alle paar Tage, damit die Wurzeln in die Tiefe wachsen. Eine dicke Mulchschicht hilft, die Verdunstung zu reduzieren und die Bodentemperatur zu stabilisieren.
Eine praktische Lösung ist die Tropfbewässerung: Sie dosiert Wasser sparsam und gezielt. Außerdem ist sie ideal für Kübel, Balkonkästen und Hochbeete, in denen das Substrat am schnellsten austrocknet.
Rasenpflege und Hilfe für Wildtiere
Der Rasen leidet im August unter Trockenheit und intensiver Nutzung. Wird gemäht, sollte man eine höhere Schnitthöhe einstellen, damit die Halme den Boden besser beschatten und der Rasen weniger austrocknet. Beim Gießen gilt: seltener, dafür durchdringend ist meist besser als tägliches oberflächliches Sprengen, das flache Wurzeln fördert.
Neben den Pflanzen sollte man auch an Tiere denken. Das Auffüllen von Wasser im Teich oder in der Vogeltränke kann an heißen Tagen entscheidend helfen. Eine Vogeltränke sollte man außerdem regelmäßig reinigen, damit das Wasser sicher bleibt. Ein interessanter Tipp ist auch, eine flache Stelle mit feuchter Erde anzulegen, auf der Schmetterlinge landen und Mineralien aufnehmen können. Es reicht eine Schale mit einer Mischung aus Erde und Wasser, die an einem Platz steht, der einen Teil des Tages Sonne und einen Teil des Tages Schatten hat, und die man konstant feucht hält.
Quelle: Ideal Home, Rhs , Pestrazahrada.cz
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