Ein gelber Rasen ist nicht tot, er schützt sich nur und falsche Pflege macht alles schlimmer
Lange Hitzewellen ohne Regen, pralle Sonne, häufiges Begehen im Garten oder auch ein Pool in der Nähe können den Rasen schnell austrocknen. Wenn statt einer sattgrünen Fläche gelbe Halme, ausgedörrte Stellen oder in einer Ecke Moos auftauchen, ist das meist keine endgültige Katastrophe. Gräser gehen häufig nur in eine Sommerpause, fachlich Sommerdormanz. Praktisch heißt das: Sie reduzieren das Wachstum und sparen Wasser, um die Trockenzeit zu überstehen. In diesem Moment ist es wichtig, den Rasen nicht durch ungeeignete Maßnahmen unnötig zusätzlich zu schwächen.
In der größten Hitze lohnt es sich, keine radikalen Arbeiten zu machen, denn ein geschwächter Rasen erholt sich davon nur langsam.
Erste Hilfe in der Hitze, die dem Rasen wirklich guttut
Höher schneiden schützt Wurzeln und Boden
Im Sommer zahlt sich ein kurzer „Golfplatzschnitt“ nicht aus. Besser ist es, die Schnitthöhe auf etwa 6 bis 8 cm einzustellen. Längere Halme beschatten den Boden besser, schützen die Bestockungsknoten vor Verbrennungen und reduzieren die Verdunstung deutlich. Wenn Meteorologen extreme Temperaturen über 32 °C ankündigen, ist es besser, das Mähen ein paar Tage zu verschieben, statt den Rasen unnötig zu stressen.
Seltener, dafür durchdringend wässern und immer morgens
Häufiges, kurzes Sprengen jeden Tag führt dazu, dass das Gras seine Wurzeln dicht unter der Oberfläche hält. Genau dort überhitzt der Boden aber am schnellsten, und die Wurzeln leiden dann. Effektiver ist es, etwa 2- bis 3-mal pro Woche zu wässern, dafür gründlich, damit das Wasser mindestens 10 bis 15 cm tief eindringt. Als Richtwert gelten ungefähr 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter, je nach Bodentyp und Temperaturen.
Wässern Sie ausschließlich am frühen Morgen, idealerweise zwischen 4:00 und 7:00 Uhr. Abendliches Gießen bei warmem Wetter schafft oft ein schwül-feuchtes Milieu, das Sommerpilzkrankheiten und Schimmel begünstigt.
Stopp mit Stickstoff, im Sommer ist Kalium wertvoller
Düngen Sie einen ausgetrockneten Rasen nicht mit schnell löslichen stickstoffbetonten Wachstumsdüngern. In Kombination mit Trockenheit kann es zu Verbrennungen und weiterer Schwächung kommen. In der Sommerbelastung ist eine Kaliumbetonung sinnvoller, denn Kalium festigt das Gewebe und verbessert den Wasserhaushalt der Pflanzen. Wenn Sie düngen, wählen Sie Produkte mit höherem Kaliumanteil und timen Sie die Anwendung so, dass der Rasen nicht völlig ausgedörrt ist.
Wann eine große Renovation sinnvoll ist und warum man bis September warten sollte

Eine komplette Regeneration, Nachsaat und Maßnahmen wie Vertikutieren gehören eher in den Spätsommer und Frühherbst, typischerweise von Ende August bis Oktober. Dann sind die Nächte meist kühler, häufigerer Morgentau hilft, die Feuchtigkeit zu halten, und der Boden ist noch warm, sodass Saatgut schnell keimt. In der größten Hitze würden Sie den Rasen mit Vertikutierer und tiefem Schnitt eher endgültig ruinieren.
Herbst-Neustart Schritt für Schritt
Tiefer Schnitt erfolgt ausnahmsweise erst im September, wenn Sie die Fläche einmalig auf die niedrigste Einstellung mähen können, damit besser Luft an die Bodenoberfläche und für die folgenden Maßnahmen kommt.
Vertikutieren bedeutet, die Rasenfläche längs und anschließend quer einzuschneiden. Die Messer entfernen die wasserabweisende Filzschicht, reduzieren Moos und schneiden zugleich die Horste an, was die Bestockung und Verdichtung fördert.
Aerifizieren und Besanden sind vor allem auf schweren und lehmigen Böden sinnvoll. Quarzsand mit einer Körnung von etwa 0 bis 2 mm hilft langfristig, die Wasserinfiltration und die Belüftung der Wurzelzone zu verbessern. Eingearbeitet werden ungefähr 2 bis 4 kg pro Quadratmeter, je nach Bodenzustand.
Substrat ergänzen und nachsäen behebt kahle Stellen. Säen Sie dort eine Regenerations-Rasenmischung nach, bedecken Sie sie leicht mit einer dünnen Schicht Rasensubstrat von etwa 5 Litern pro Quadratmeter und walzen Sie die Oberfläche anschließend an, damit das Saatgut guten Bodenschluss hat.
Feuchtigkeit halten ist nach der Aussaat entscheidend. Halten Sie die Saatfläche 2 bis 3 Wochen lang durch feinen Sprühregen stets leicht feucht, damit die Keimung auch an wärmeren Tagen nicht abbricht.
Wenn Sie nicht wässern möchten, helfen bodendeckende Pflanzen statt Rasen
An Stellen, an denen den ganzen Tag die Sonne brennt und Sie keine großen Wassermengen für die Bewässerung einsetzen möchten, kann es praktischer sein, einen Teil des Rasens durch robuste Teppichpflanzen zu ersetzen. Diese Pflanzen kommen in der Regel besser mit Trockenheit zurecht und benötigen weniger Pflege.
Sand-Thymian für Sonne und magerere Böden
Sand-Thymian eignet sich für volle Sonne, verträgt auch vorsichtiges Betreten und nach dem Winter reicht meist ein einmaliger Rückschnitt. Er wird etwa 5 bis 7 cm hoch und blüht im Sommer mit kleinen violetten Blüten, die Bienen und Schmetterlinge anlocken. Am besten gedeiht er in trockeneren, durchlässigen Böden.
Fetthenne als nahezu pflegeleichter Teppich
Fetthennen, zum Beispiel die Sorte Coral Carpet, bilden einen immergrünen Bewuchs von etwa 5 bis 10 cm Höhe. Sie lieben sonnige Standorte und magere Böden, sind sehr trockenheitsverträglich und breiten sich schnell aus. Sie blühen rotrosa und eignen sich für Steingärten, Beetkanten und Flächen, auf denen der Rasen nicht regelmäßig gewässert werden soll.
Teppich-Verbene für eine niedrige grüne Fläche
Teppich-Verbene wird etwa 3 bis 5 cm hoch, übersteht Trockenperioden und kann lange mit kleinen weißen Blüten blühen. Sie bildet einen dichten grünen Teppich und eignet sich für Sonne ebenso wie für Halbschatten. Der Pflegeaufwand ist meist gering, wenn Sie ihr die Chance geben, den Bestand schnell zu schließen.

Sternmoos in den Halbschatten, wo Gras oft versagt
Sternmoos ist beliebt dort, wo weniger Licht ist und ein klassischer Rasen ausdünnt. Es bildet einen niedrigen, dichten Bewuchs von etwa 2 bis 5 cm Höhe und blüht dezent mit weißen Blüten. Im Gegensatz zu trockenheitsliebenden Arten braucht es jedoch einen feuchteren Boden und gelegentliches Lüften, damit der Bestand nicht faulig wird.
Waldsteinie für Schatten und schnelles Schließen der Fläche
Golderdbeere bildet Teppiche im Halbschatten bis Schatten, hat dekorative gelbe Blüten und wird etwa 10 bis 15 cm hoch. Sie ist immergrün und kommt nach dem Anwachsen auch mit trockeneren Phasen zurecht, sodass sie eine gute Wahl unter Bäumen oder an Nordwänden sein kann, wo Gras mit Lichtmangel kämpft.
Quelle: Urob si sám, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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