Wespen sind nicht nur der Schrecken beim Grillen, sie zerstören auch Ihre Gartenbauten
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Holz, und gerade bei Produkten für den Außenbereich sieht man schön, wie sie sich im Lauf der Zeit verändern. Irgendwie rechnen wir alle damit, dass Regen, Frost und UV-Strahlung die Oberfläche nach und nach ermüden. Überraschenderweise bestätigt sich mir aber immer wieder: Die schnellsten und sichtbarsten Schäden an manchen Konstruktionen verursacht nicht das Wetter, sondern Wespen. Sie können innerhalb kurzer Zeit auf Brettern und Balken lange Riefen, ausgehöhlte Stellen und aufgeraute Flächen hinterlassen, die anschließend Wasser aufsaugen und noch schneller altern.
Wie ich den Schaden bemerkt habe und was daran tückisch ist
Zum ersten Mal ist es mir auf einem Kinderspielplatz ins Auge gesprungen, der 2020 gebaut wurde. Nach ein paar Saisons zeigten sich an ausgewählten Stellen regelmäßige Kerben und ausgeschliffene Rillen, als hätte jemand mit grobem Schleifpapier darübergearbeitet. Beim Beobachten war klar zu sehen, dass die Wespen immer wieder anfliegen, sich auf dieselben Bereiche setzen und nach und nach Material abtragen. Ohne Augenzeugen oder Fotos würde das mancher kaum glauben, denn die Schäden können auf den ersten Blick wie normale Verwitterung wirken. Tatsächlich handelt es sich um gezieltes Abschaben der Holzfasern, das sich zudem häufig auf geschwächte Bereiche und Risse konzentriert.
Wespen fressen kein Holz, sie nutzen es als Baustoff
Ein häufiger Irrtum ist die Vorstellung, Wespen würden Holz fressen. Es ist keine Nahrung, sondern Rohstoff. Mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen schaben sie feine Fasern von der Oberfläche, vermischen diese mit Speichel und formen daraus eine papierartige Masse. Daraus bauen sie Schicht für Schicht ihr Nest und erweitern es laufend, je nachdem, wie die Kolonie wächst.
Am stärksten lockt Holz, aus dem sich die Fasern leicht lösen, denn Wespen suchen schnell verfügbares Material.
Welche Oberflächen am häufigsten betroffen sind
In der Praxis nehmen Wespen am häufigsten älteres und verwittertes Holz ins Visier, weichere Holzarten und Flächen ohne feste, geschlossene Oberflächenschicht. Risikoreich sind außerdem feuchte Bauteile, Stellen mit rissigem Anstrich und Kanten, an denen der Schutz schneller abgerieben wird. Die größte Aktivität fällt ins Frühjahr und in den Sommer, wenn der Materialbedarf am höchsten ist und das Nest am schnellsten wächst.
Warum sie sich ausgerechnet Außen-Holzprojekte aussuchen
Der Außenbereich ist für Wespen vor allem deshalb günstig, weil sie dort Holz finden, das Regen und Sonneneinstrahlung bereits angegriffen haben. Ist die Oberfläche rauer, weicher oder über längere Zeit ungeschützt der Witterung ausgesetzt, lösen sich die Fasern deutlich leichter. Eine große Rolle spielt auch, womit das Holz behandelt ist. Wenn die Oberfläche nur mit natürlichen Ölen imprägniert wurde, wirkt sie oft angenehm natürlich, ist aber auch nachgiebiger. Für Wespen bedeutet das weniger Widerstand beim Abschaben und einen schnelleren Rohstoffgewinn.
Der Unterschied zwischen Öl und widerstandsfähigeren Beschichtungen
Hochwertige synthetische oder hybride Lasuren bilden in der Regel eine härtere, kompaktere Schutzschicht. Sie schützt besser vor eindringender Feuchtigkeit und erschwert zugleich mechanische Beschädigungen der Oberfläche. Das heißt nicht, dass Wespen nicht anfliegen – aber oft ist ihnen so eine Oberfläche die Mühe nicht wert, oder sie wechseln zu einer leichteren Quelle.
So schützen Sie das Holz, damit die Schäden möglichst gering bleiben
Den Kontakt von Wespen mit Holz komplett auszuschließen, ist oft schwierig – besonders im Garten oder bei Bauten, die frei zugänglich sind. Trotzdem lassen sich Schäden mit dem richtigen Holzschutz und regelmäßiger Pflege deutlich reduzieren. Die Basis ist eine durchdachte Oberflächenbehandlung, die die Oberfläche festigt und schließt, sowie das rechtzeitige Ausbessern von Stellen, an denen der Schutz beschädigt wurde.

Was sich in der Praxis bei Außenkonstruktionen bewährt
Gut funktioniert eine Imprägnierung als erster Schritt, gefolgt von zwei bis drei Schichten Lasur – je nach Beanspruchung. Bei Projekten, die Sonne und Regen ausgesetzt sind, lohnen sich Dickschichtlasuren, widerstandsfähigere synthetische Anstriche oder harte Lacke mit UV-Schutz. Entscheidend ist die laufende Kontrolle, denn selbst sehr hochwertige Beschichtungen bauen mit der Zeit ab, und eine kleine Schadstelle wird schnell zu einem Bereich, den Wespen als ideal zum „Faserabbau“ einstufen.
Wenn Holz Arbeit und Hobby ist, tut es doppelt weh
Für Tischler, Heimwerker und Hersteller von Gartenbauten ist es frustrierend zu sehen, wie Insekten innerhalb weniger Tage Stunden an Arbeit entwerten können. Andererseits sollte man sich bewusst machen, dass Wespen nicht das Bedürfnis haben, unsere Projekte zu zerstören. Sie beschaffen sich lediglich effizient Baumaterial für ihre eigenen Kolonien. Umso mehr ergibt es Sinn, Holzschutz als genauso wichtigen Teil eines Projekts zu betrachten wie saubere Bearbeitung, Materialwahl und eine konstruktiv richtige Ausführung.
Quelle: Science Direct, Urob si sám, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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