Was im Herbst geschnitten werden sollte und was besser stehen bleibt
Im Herbst geht es im Garten nicht nur um das Aufräumen von Laub und die Vorbereitung der Beete auf den Winter. Gerade in dieser Zeit lohnt es sich, auch dem Schnitt von Stauden, Sträuchern und Bäumen Aufmerksamkeit zu schenken. Ein richtig terminierter Eingriff hilft den Pflanzen, besser zu überwintern, bremst die Ausbreitung von Krankheiten und erleichtert zugleich den Start in die nächste Saison. Es geht dabei nicht nur um das Entfernen vertrockneter Teile, sondern auch um sinnvolles Formen und das Zurücknehmen übermäßig wuchernder Bestände.
Stauden brauchen Sauberkeit und Kontrolle
Bei Dahlien zahlt es sich aus, Verblühtes laufend auszuschneiden. Die Pflanze blüht dadurch länger und wirkt gepflegter. Sobald die ersten Fröste kommen, ist es Zeit, das Laub zurückzuschneiden, die Knollen aus dem Boden zu nehmen und sie zum Überwintern einzulagern.
Wichtig ist der Herbstschnitt auch bei Stauden, die zur Selbstaussaat neigen. Wenn Sie nicht möchten, dass sich zum Beispiel Sonnenhut (Echinacea), Rudbeckien, Phlox oder Patagonisches Eisenkraut unkontrolliert im Garten ausbreiten, entfernen Sie die Stängel noch bevor die Samen vollständig ausreifen. So verhindern Sie, dass die Beete „verunkrauten“, und behalten die Pflanzung übersichtlich.
Ende Oktober und im November ist es sinnvoll, nach und nach die vollständig trockenen oberirdischen Teile mancher Stauden zu entfernen. Vertrocknete Stängel und Blätter können nämlich Erreger von Pilzkrankheiten und andere Probleme beherbergen, die in der nächsten Saison wieder auftreten würden. Besonders bei Staudenpfingstrosen, Astern, Phlox oder ausdauernden Sonnenblumen ist Vorsicht angebracht.
Nach dem Pflanzen folgt der erste Rückschnitt
Der Herbst ist die ideale Zeit, um viele Ziergehölze zu pflanzen. Neu gesetzte Sträucher brauchen häufig einen sogenannten Pflanzschnitt. Genau dieser fördert die Bewurzelung, eine bessere Vitalität und auch einen schönen Aufbau für die Zukunft. Die meisten Sträucher werden nach dem Pflanzen eingekürzt, weil sie im nächsten Jahr dann besser mit kräftigen neuen Trieben durchtreiben. Ausnahmen sind Gehölze mit einem deutlich ausgeprägten Haupttrieb, die man nach der Pflanzung üblicherweise nicht einkürzt.
Bäume und Sträucher vor dem Winter stabilisieren

Bei älteren, gut eingewurzelten Zierbäumen kann man im Herbst einen Teil der Seitenverzweigungen entfernen. Ein solcher Eingriff betont den Stamm und oft auch die Gesamtwirkung des Gehölzes. Der Schnitt muss dicht am Stamm am Astring geführt werden, und es sollte ausschließlich mit scharfem, sauberem Werkzeug gearbeitet werden. Am besten schiebt man diese Arbeit nicht zu weit in die späte Saison.
Höhere Sträucher an windigen Standorten sind im Winter durch starke Böen gefährdet. Bei Arten mit feineren Zweigen hilft es daher, sie um etwa ein Drittel ihrer Höhe einzukürzen. Schneiden Sie leicht schräg, knapp über einer Knospe. Die Pflanze steht stabiler, und das Risiko von Bruchschäden sinkt.
Bei der Herbstkontrolle von Gehölzen lohnt es sich, alles zu entfernen, was trocken, beschädigt oder angeknickt ist. Es müssen nicht immer starke Äste sein, oft reicht es, abgestorbene Triebspitzen sauber auszuschneiden. Das verbessert sowohl die Gesundheit der Pflanze als auch ihr Erscheinungsbild.
Kleinere Sträucher und Kletterpflanzen nur maßvoll schneiden
Bei wärmeliebenden Kleinstraucharten wie Lavendel ist es zu Herbstbeginn sinnvoll, verblühte Blütenstände sowie alle trockenen, schwachen oder beschädigten Triebe zu entfernen. Ein stärkerer Rückschnitt ist vor dem Winter jedoch nicht empfehlenswert. Mit dem tieferen Einkürzen wartet man besser bis zum Vorfrühling, wenn nicht mehr zu befürchten ist, dass frische Schnittstellen durch Frost Schaden nehmen.
Kletterpflanzen können ohne regelmäßige Pflege schnell überhandnehmen. Der Herbst eignet sich vor allem, um laubabwerfende Arten zu begrenzen. Kürzen Sie übermäßige Triebe und entfernen Sie jene, die an Fenster, Dach, Dachrinnen oder andere Gebäudeteile drängen. Das ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch eine wirksame Vorbeugung gegen Bauschäden.
Rosen und überwachsene Sträucher verlangen klare Entscheidungen

Kletterrosen sollte man im Herbst etwas in Form bringen. Ihre Seitentriebe können um etwa zwei Drittel eingekürzt und anschließend an der Stütze befestigt werden. Bei Park- und Wildrosen, die auch zu Herbstbeginn noch kräftig wachsen können, kürzt man meist die längsten Triebe um etwa ein Drittel bis zur Hälfte. Das verringert Windschäden und verhindert, dass die Sträucher auseinanderfallen.
Manche Sträucher werden mit der Zeit so groß, dass selbst ein regelmäßiger Schnitt nicht mehr ausreicht. Sie nehmen zu viel Platz ein, beschatten übermäßig oder produzieren im Herbst so viel Laub, dass sie die Pflege der Umgebung erschweren. In so einer Situation ist es oft praktischer, die Pflanze zu entfernen und durch eine Art zu ersetzen, die für den Standort besser geeignet ist. Gerade der Herbst ist für einen solchen Wechsel eine sehr gute Zeit.
Der Herbstschnitt sollte immer durchdacht, sauber und an die jeweilige Art angepasst sein. Nur so hilft er den Pflanzen wirklich und führt nicht zu einer unnötigen Schwächung vor dem Winter.
Quelle: Easy Garden Center, BBC Gardeners World, Garsons, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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