Tomaten bei Sommerhitze schützen damit die Früchte nicht aufplatzen
Heiße Tage am Übergang von Frühling zu Sommer setzen nicht nur Menschen zu, sondern vor allem den Pflanzen im Beet. Tomaten, die noch vor Kurzem problemlos wuchsen und die ersten Früchte ansetzten, geraten bei extremen Temperaturen schnell in Stress. Viele Gärtnerinnen und Gärtner machen aus Sorge vor dem Austrocknen einen gut gemeinten, aber entscheidenden Fehler: Sie gießen zu häufig oder schütten auf einmal riesige Wassermengen. Das Ergebnis ist dann meist keine schnelle Rettung, sondern aufplatzende Früchte, ein höheres Fäulnisrisiko und unnötige Enttäuschung über eine Ernte, die eigentlich wunderschön hätte ausfallen können.
Warum Tomaten aufplatzen und was Wasser damit zu tun hat
Aufplatzende Früchte sind meist keine Krankheit, sondern eine Folge der Physik und eines abrupten Wechsels der Bedingungen. Wenn der Boden um die Wurzeln austrocknet und Sie dann plötzlich kräftig wässern, saugt das Wurzelsystem sehr schnell Wasser auf. Das Fruchtfleisch im Inneren nimmt zu, doch die Schale kann sich nicht schnell genug elastisch anpassen und der Druck reißt sie buchstäblich auf. Solche Risse sind zudem ein offenes Einfallstor für Pilze, Bakterien und Schädlinge, sodass der Schaden häufig direkt an der Pflanze mit Fäulnis weitergeht.
Vergessen Sie das tägliche, flache Gießen
Die häufigste Unsitte bei Hitze ist das abendliche Gießen mit einer kleinen Wassermenge. Die obere Bodenschicht wird zwar feucht, doch das Wasser verdunstet schnell und nur wenig gelangt zu den Wurzeln. Die Pflanze bleibt dadurch in einem Wechsel aus Trockenheit und kurzen Feuchtephasen, genau das fördert Stress und in der Folge das Aufplatzen der Früchte.
Praktischer ist es, seltener, dafür durchdringend zu gießen. Bei normaler Sommerhitze bewährt sich eine Bewässerung etwa 2- bis 3-mal pro Woche, wobei das Ziel ist, Wasser an die Wurzeln zu bringen und nicht nur die Oberfläche anzufeuchten. Rechnen Sie pro Pflanze mit ungefähr 5 bis 10 Litern, je nach Größe, Bodentyp und danach, ob die Tomaten im Topf oder im Beet stehen.
Gießen Sie ausschließlich im Wurzelbereich und idealerweise früh am Morgen, wenn der Boden noch nicht aufgeheizt ist. Wasser auf den Blättern kann in Kombination mit praller Sonne wie eine Linse wirken und die Blätter verbrennen leicht, was die Pflanze zusätzlich schwächt und die Reife verzögert.
Wenn die Sonne nicht mehr hilft, sondern schadet
Tomaten mögen Licht und Wärme, doch bei extremer Hitze können sich die Früchte an der Pflanze so stark aufheizen, dass blasse, gelbliche bis weißliche Flecken entstehen. Das ist ein typisches Zeichen für Sonnenbrand. Dann geht es nicht mehr nur um die Optik, sondern um ein Signal, dass die Hitzelast gesenkt und die direkte Mittagssonne gebremst werden muss.
Sie müssen nicht gleich teure Konstruktionen anschaffen. Eine einfache Schattierung hilft, die genügend Licht für die Photosynthese durchlässt, aber den aggressivsten Teil der Strahlung abfängt. Über die Pflanzen können Sie ein weißes Vlies auf eine einfache Stabkonstruktion spannen. Die Temperatur im Bereich der Pflanzen kann dadurch um mehrere Grad sinken, was oft darüber entscheidet, ob die Früchte glatt ausreifen oder Schäden bekommen.
Wenn Ihr Beet von Süden her der stärksten Mittagshitze ausgesetzt ist, können Sie an dieser Seite ein Schattiernetz oder auch eine Schilfmatte befestigen. Ziel ist nicht, aus Tomaten eine schattenliebende Ecke zu machen, sondern die härteste Mittagsbelastung zu nehmen.
Mulch ist der schnellste Weg zu stabiler Bodenfeuchte
Das Wichtigste, was Sie Tomaten bei Hitze bieten können, ist eine möglichst gleichmäßige Bodenfeuchte. Starke Schwankungen zwischen trocken und nass stressen die Wurzeln und fördern das Aufplatzen der Früchte. Ein hervorragender Helfer ist Mulch, der die Verdunstung bremst und den Boden zugleich vor Überhitzung schützt.
Bringen Sie um jede Pflanze eine Mulchschicht von etwa 5 bis 10 cm Höhe aus. Sehr gut eignet sich Rasenschnitt, den Sie vor der Verwendung am besten ein paar Stunden anwelken lassen, damit er nicht zu stark erhitzt und fault. Auch Stroh oder Heu sind möglich. Mulch hält den Boden kühler, reduziert den Bedarf an häufigem Gießen und sorgt vor allem für stabile Bedingungen, unter denen die Früchte häufiger fest, gesund und ohne Risse bleiben.
Was Sie für den Rest der Saison mitnehmen sollten
In Hitzeperioden entscheiden Kleinigkeiten: regelmäßig tiefgründig gießen statt täglich oberflächlich zu sprengen, Wasser gezielt an die Wurzeln, Schutz vor der schärfsten Sonne und eine kräftige Mulchschicht. Wenn Sie diese Schritte kombinieren, kommen Tomaten meist auch mit extremen Temperaturen besser zurecht, die Früchte platzen seltener auf und das Risiko nachfolgender Fäulnis sinkt deutlich.
Quelle: The Spruce, Gardening Know How, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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