Johannisbeeren im Herbst richtig schneiden und die wichtigste Regel für eine sichere Ernte
Der Herbstschnitt bei Johannisbeeren ist keine Arbeit, die Sie lösen, indem Sie einfach alle alten Triebe herausnehmen. Ein zu radikaler Eingriff kann den Strauch unnötig schwächen, er überwintert schlechter und überrascht in der nächsten Saison dann oft mit weniger Früchten. Ziel des Herbstschnitts ist vor allem zu erkennen, was dem Strauch Kraft raubt, was ihn verdichtet und welche Triebe das größte Potenzial haben, im nächsten Jahr Ertrag zu bringen.
Die beste Zeit ist nach dem Laubfall. Der Strauch ist übersichtlich, die einzelnen Äste sind gut zu sehen und Sie erkennen viel leichter trockene Spitzen, Schäden, überaltertes Holz sowie kräftige junge Bodentriebe.
Beginnen Sie mit dem Sanitätsschnitt und dem Auslichten
Bevor Sie das Alter der Triebe beurteilen, entfernen Sie zuerst alles, was eindeutig unerwünscht ist. Weg gehören trockene und abgebrochene Äste, Triebe mit Krankheitsanzeichen oder Schädlingsbefall, am Boden liegende Zweige sowie sehr schwache, dünne Ruten, die meist ohnehin nichts Qualitatives hervorbringen. Wichtig ist auch, Triebe herauszunehmen, die nach innen wachsen und die Strauchmitte unnötig verstopfen.
Schon nach diesem Schritt ist die Johannisbeere luftiger. Der Lichteinfall verbessert sich, das Schimmel- und Pilzrisiko sinkt, und Sie sehen zugleich besser, welche Triebe es sich lohnt, als tragendes Gerüst zu belassen.
Entscheidend sind Triebalter und Johannisbeerart
Schwarze Johannisbeeren brauchen eine regelmäßigere Erneuerung
Bei der Schwarzen Johannisbeere verlieren ältere Triebe nach und nach an Ertragskraft. Oft sind sie dunkler, haben eine gröbere Rinde, verzweigen sich stark und bilden an den Enden nur noch kurze junge Zuwächse. Solche Triebe schneiden Sie am besten möglichst tief bodennah heraus, damit sie den jungen Ersatztrieben nicht im Weg stehen.
Ideal ist es, als zukünftiges Grundgerüst einige kräftige junge Bodentriebe zu belassen, die direkt aus der Basis wachsen. Sie übernehmen dann die Rolle der fruchttragenden Triebe und halten den Strauch in guter Kondition.
Rote und weiße Johannisbeeren schonender schneiden

Bei der Roten und Weißen Johannisbeere gilt eine andere Logik. Gesunde ältere Triebe können länger tragen, entfernen Sie sie also nicht nur, weil sie mehrjährig sind. Sonst nehmen Sie sich unnötig einen Teil des Ertrags, den der Strauch noch liefern könnte.
Vorsichtig sollten Sie auch mit den einjährigen Zuwächsen sein. Starkes Einkürzen bedeutet oft, dass Sie einen Teil der künftigen Fruchtstellen wegschneiden und die Ernte damit begrenzen, noch bevor die neue Saison beginnt.
Einen vernachlässigten Strauch nicht mit einem radikalen Schnitt verjüngen
Wenn Sie eine Johannisbeere haben, die mehrere Jahre niemand richtig geschnitten hat, ist sie oft voller alter Triebe und undurchsichtiger Dickichte. In so einer Situation ist der größte Fehler, eine komplette Verjüngung auf einmal zu versuchen. Der Strauch würde zu viel Holz verlieren, wäre geschwächt und würde statt stabil zu tragen eher mit Regeneration kämpfen.
Sicherer ist es, die Verjüngung auf zwei bis drei Saisons aufzuteilen. Schneiden Sie jedes Jahr nur einen Teil der ältesten und schwächsten Triebe heraus und lassen Sie gleichzeitig genügend gesunde Triebe verschiedener Altersstufen stehen. So hat der Strauch sowohl etwas zum Tragen als auch etwas zum Erneuern der Krone.
So sollte die Johannisbeere nach dem richtigen Schnitt aussehen
Das Ziel ist kein kahler, übertrieben ausgelichteter Strauch. Eine richtig gepflegte Johannisbeere hat mehrere kräftige Triebe unterschiedlichen Alters, zwischen denen Luft frei zirkulieren und Licht eindringen kann. Die Strauchmitte sollte nicht durch viele dünne Ruten verstopft sein, die sich gegenseitig kreuzen und scheuern.
Ein gutes Zeichen ist, wenn die Triebe sich nicht gegenseitig drücken, junge Bodentriebe Platz zum Wachsen haben und der ganze Strauch natürlich offen wirkt. Damit wird auch die spätere Ernte und die weitere Pflege einfacher.
Scharfes und sauberes Werkzeug ist die Basis
Schneiden Sie mit scharfer, sauberer Schere oder einer kleinen Säge. Ein sauberer Schnitt verheilt besser und hinterlässt keine ausgefransten Wunden. Wenn Sie auf einen Trieb mit Krankheitsverdacht stoßen, ist es sinnvoll, das Werkzeug vor dem Weiterschneiden zu desinfizieren, damit eine mögliche Infektion nicht auf weitere Sträucher übertragen wird.
Der häufigste Fehler ist übertriebener Eifer im Herbst

Im Herbst entsteht leicht der Eindruck: Je mehr altes Holz man entfernt, desto mehr junge Triebe bildet der Strauch. Tatsächlich bedeutet ein zu starker Schnitt für die Pflanze jedoch eine große Belastung kurz vor dem Winter. Der Strauch kann dann Energie in unnötigen Neuaustrieb stecken oder Frost schlechter überstehen.
Machen Sie zuerst den Sanitätsschnitt, lichten Sie dann maßvoll aus und entfernen Sie erst zum Schluss wirklich alte, wenig fruchtbare Triebe.
Wenn Sie Schritt für Schritt und mit Bedacht vorgehen, behält die Johannisbeere genügend Kraft zum Überwintern und konzentriert sich im Frühjahr auf gesunde, vielversprechende Triebe. Das Ergebnis ist meist ein ausgeglichenerer Wuchs, weniger Krankheiten und vor allem ein stabilerer Ertrag in der nächsten Saison.
Quelle: To je nápad, , Gardener’s World, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
Ähnliche Artikel
Äpfel richtig pflücken So bleibt die Ernte lange frisch ohne Fäulnis
Nicht nur Sorte und Lagerraum entscheiden über die Haltbarkeit von Äpfeln, sondern vor allem der Umgang bei der Ernte. Mit schonendem Pflücken, guter Sortierung und passenden Lagerbedingungen bleibt die Ernte deutlich länger gesund.
Rasen ohne kahle Stellen beruht auf zwei Dingen über die kaum gesprochen wird
Ein dichter Rasen aus Saat gelingt vor allem mit dem richtigen Saatgut und einer sorgfältigen Bodenvorbereitung. Wer Zeitpunkt, Aussaattechnik und Nachpflege beachtet, vermeidet kahle Stellen und erhält einen dauerhaft belastbaren Bestand.
Ein Schnitt im September kann für Sträucher fatal sein Diese Arten lässt man besser in Ruhe
Der Griff zur Schere im September kann bei vielen Sträuchern neuen, frostempfindlichen Austrieb provozieren und die Pflanzen vor dem Winter schwächen. Besonders Frühlingsblüher und empfindliche Immergrüne sollten jetzt nicht geschnitten werden.
Kommentare (0)
Schreiben Sie den ersten Kommentar.