Alte Orchidee blüht nicht mehr So bringen Sie sie wieder in Schwung
Bei älteren Orchideen kommt es manchmal vor, dass sie auf den ersten Blick großartig aussehen. Sie haben viele Blätter, ein kräftiges Wurzelsystem und wirken vital, nur die Blüten bleiben aus. Die Pflanze kann lange Energie in Blattmasse und Wurzeln investieren, während die Blühfreude nachlässt oder ganz aussetzt. In so einem Moment ist es sinnvoll, die Orchidee nicht nur umzutopfen, sondern sie gezielt zu verjüngen und gleichzeitig eine zweite Pflanze zu gewinnen.
Was Sie vor dem Start bereitlegen sollten
Grundvoraussetzung sind wirklich scharfe Scheren und frisches Material zum Umtopfen. Am häufigsten wird Rinde verwendet, die man vorher mit heißem Wasser überbrüht, damit sie durchgespült wird und mögliche Verunreinigungen verliert. Praktisch sind außerdem zwei Pflanzgefäße, idealerweise durchsichtig, denn bei Orchideen ist es hilfreich, die Wurzeln auch nach dem Umtopfen im Blick zu haben. Ziel des gesamten Vorgehens ist es, die Pflanze in zwei lebensfähige Teile zu teilen, von denen jeder mit der Zeit einen neuen Blütentrieb bilden kann.
Orchidee aus dem alten Substrat nehmen
Nehmen Sie die Orchidee zuerst vorsichtig aus dem bisherigen Substrat. Das alte Material entfernen Sie am besten so schonend wie möglich, damit Sie klar erkennen, in welchem Zustand die Wurzeln sind und wo genau sich der Stängelbereich mit jungen Austrieben befindet. Gerade diese Austriebe sind entscheidend, denn aus ihnen lässt sich eine neue Pflanze heranziehen.
Blätter auslichten für besseren Zugang zum Stängel
Der nächste Schritt ist das Auslichten der Blätter. Dabei werden überzählige ältere Blätter entfernt, sodass nur das obere Blattpaar stehen bleibt. So wird der Stängelbereich freigelegt, an dem sich häufig neue Austriebe zeigen. Sind sie bereits gut sichtbar, haben Sie eine sehr gute Basis für die anschließende Teilung. Sind die Austriebe dagegen noch klein und kaum zu erkennen, lohnt es sich, mit dem Schnitt noch etwas zu warten, damit sie mehr Kraft entwickeln.
Wurzeln verjüngen und die Pflanze teilen
Wenn die Austriebe ausreichend entwickelt sind, sind die Wurzeln an der Reihe. Alte und überlange Wurzeln werden teilweise gekürzt, damit die Pflanze verjüngt wird und sich besser handhaben lässt. Anschließend wird die Orchidee an der Stelle unter den neuen Austrieben in zwei Hälften geteilt. So erhalten Sie einen oberen Teil mit jungem Wachstum und einen unteren Wurzelteil, der nach der Verjüngung wieder regenerationsfähig ist.
Wurzelkontrolle im Wasser
Den Wurzelteil kann man sehr gut im Wasser vorsichtig entwirren. Das Wasser hilft, Substratreste zu lösen, und zugleich erkennen Sie besser, welche Wurzeln gesund sind. Alles, was weich, beschädigt oder faulig ist, sollte entfernt werden. Gesunde Wurzeln lassen Sie hingegen stehen, denn sie entscheiden darüber, wie schnell beide Teile nach dem Umtopfen wieder anwachsen.
Ziel des Schnitts ist nicht, die Orchidee zu schwächen, sondern ihre Energie in Erneuerung und die Bildung neuer Blütentriebe zu lenken und zugleich eine zweite, eigenständige Pflanze zu gewinnen.
In zwei Gefäße pflanzen und weiter pflegen
Bereiten Sie zwei Gefäße vor und schichten Sie in jedes die überbrühte Rinde. Pflanzen Sie jeden Orchideenteil separat, damit beide Raum haben, sich eigenständig zu entwickeln. Danach pflegen Sie sie wie gewohnt, rechnen aber damit, dass die Pflanze nach dem Eingriff eine Zeitlang regeneriert. Der obere Teil mit den Austrieben bildet nach und nach eine neue Pflanze, und auch der untere, verjüngte Wurzelteil hat die Chance, mit der Zeit einen neuen Stängel auszutreiben und wieder zur Blüte anzusetzen.
Welches Ergebnis Sie erwarten können
Bei korrekter Durchführung erhalten Sie zwei vielversprechende Orchideen statt einer überständigen Pflanze, die nur noch Blätter und Wurzeln hält. Die verjüngten Teile passen sich in der Regel besser an das neue Substrat an und bei guten Bedingungen kommt die Blühfreude nach und nach zurück. Geduld lohnt sich, denn Orchideen reagieren auf Veränderungen langsamer, doch die Belohnung kann ein gesünderes Wachstum, neue Austriebe und mit der Zeit auch deutlich reichere Blüten sein.
Quelle: Gardener’s World, To je nápad, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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