Ein einziger falscher Herbstschnitt an Hortensien kann den Garten um die Blüten der nächsten Saison bringen
Hortensien gehören zu den beliebtesten Ziersträuchern in Gärten, weil sie üppig und elegant wirken und während der Blüte sofort ins Auge fallen. Umso größer ist die Enttäuschung, wenn sie im folgenden Jahr gar nicht blühen. Häufig liegt die Ursache dabei nicht an Krankheiten oder schlechtem Wetter, sondern an einem unpassenden Griff zur Gartenschere. Wenn der Gärtner nicht weiß, welche Hortensienart er kultiviert und wann der Schnitt erfolgen soll, kann er die Pflanze leicht um die Blüten für die gesamte nächste Saison bringen.
Welche Bedingungen Hortensien am besten bekommen
Den meisten Hortensien bekommt ein Standort im Halbschatten gut, wo sie nicht den ganzen Tag der prallen Sonne ausgesetzt sind. Einen vollsonnigen Platz vertragen nur manche Arten besser, zum Beispiel Rispenhortensien. Wichtig ist auch der Boden. Hortensien wachsen am besten in einem eher sauren, humusreichen und gut mit Nährstoffen versorgten Substrat. Die Erde sollte nicht dauerhaft austrocknen, darf aber ebenso wenig ständig nass sein. Regelmäßiges Gießen, Düngen und ein richtig getimter Schnitt entscheiden darüber, ob der Strauch kräftig wächst und reich blüht.
Der größte Fehler passiert oft im Herbst
Bei Bauernhortensien ist besondere Vorsicht geboten. Diese Pflanzen legen ihre Blütenknospen nämlich an Trieben an, die sie im Vorjahr gebildet haben. Anders gesagt: Was dieses Jahr wächst, trägt erst in der nächsten Saison die Blüten. Wenn Sie also im Herbst oder unüberlegt zu früh im Frühjahr kräftige junge Triebe zurückschneiden, entfernen Sie damit auch die zukünftigen Blüten. Das Ergebnis ist einfach und unangenehm: Der Strauch bleibt zwar am Leben, blüht im nächsten Jahr aber nicht.
Genau deshalb wird bei Bauernhortensien kein Herbstschnitt empfohlen. Über den Winter lässt man am besten nicht nur die Triebe, sondern auch die vertrockneten Blütenstände stehen. Sie bieten einen gewissen Schutz und helfen der Pflanze, Frost besser zu überstehen. Werden sie zu früh entfernt, kann der Strauch geschwächt werden und schlechter durch den Winter kommen.
Wann und wie man Bauernhortensien schneidet

Der passende Zeitpunkt für den Schnitt ist erst im Frühjahr. Aber auch dann geht es nicht um radikales Einkürzen. Entfernt werden vor allem alte, beschädigte, schwache oder vollständig vertrocknete Triebe. Kräftige und gesunde junge Triebe müssen dagegen stehen bleiben, denn genau an ihnen entstehen die Blüten. Bei diesem Hortensientyp gilt daher: Weniger ist oft mehr. Ein zu eifriger Schnitt zeigt sich schnell durch ausbleibende Blüte.
Rispen- und Schneeballhortensien haben andere Regeln
Nicht alle Hortensien verhalten sich gleich. Rispen- und Schneeballhortensien blühen am neuen Austrieb, der im jeweiligen Jahr wächst. Das bedeutet, dass ihr Schnitt mit Blick auf die kommende Blüte nicht so riskant ist. Selbst wenn man sie stärker zurückschneidet, treibt die Pflanze im Frühjahr wieder aus, und die Blüten erscheinen an den neuen Trieben.
Trotzdem lassen viele Gärtner auch bei diesen Arten die trockenen Blütenstände bis zum Frühjahr stehen. Der Grund ist ähnlich wie bei Bauernhortensien. Vertrocknete Teile können den Strauch im Winter teilweise schützen, und es ist nicht nötig, die Pflanze vor Frost unnötig zu schwächen. Im Frühjahr entfernt man dann vor allem ältere Triebe vom Vorjahr, die man leicht an den Resten der trockenen Blüten erkennt.
Wie man aus Hortensien neue Pflanzen zieht
Wer seine Sammlung ohne zusätzliche Kosten erweitern möchte, kann Hortensien über Stecklinge vermehren. Zuerst schneidet man einen gesunden, kräftigen Trieb ab und entfernt im unteren Bereich die Blätter. Eine interessante Hausmethode ist die Verwendung von Bananenschale. Diese wird mit Wasser übergossen, optional mit einem Wurzelstimulator ergänzt und nach kurzer Ziehzeit nutzt man die entstandene Lösung zur Unterstützung der Bewurzelung.
Das Ende des vorbereiteten Stecklings reibt man mit dem weichen Fruchtfleisch der Bananenschale ein und lässt ihn längere Zeit in der vorbereiteten Lösung stehen. Nach einigen Wochen können sich Wurzeln zeigen, und der Steckling kann in einen Topf mit saurem Substrat, das für Hortensien geeignet ist, umgesetzt werden. Nach dem Einpflanzen sind kräftiges Angießen und ein Platz im Halbschatten wichtig. Bekommt die Jungpflanze ausreichend Feuchtigkeit und ruhige Bedingungen, kräftigt sie sich gut und kann später an ihren endgültigen Platz im Garten umziehen.
Die richtige Artbestimmung entscheidet über die Blüte

Die wichtigste Regel bei der Hortensienpflege ist, zu wissen, welche Art man im Garten hat. Davon hängen Zeitpunkt und Stärke des Schnitts ab. Bauernhortensien vertragen kein Einkürzen kräftiger junger Triebe im Herbst, weil dabei die Blütenknospen verloren gehen. Rispen- und Schneeballhortensien sind diesbezüglich robuster, doch auch bei ihnen ist es sinnvoller, den Hauptschnitt auf das Frühjahr zu legen. Wer diesen Unterschied versteht, vermeidet den häufigsten Fehler und kann sich auch in der nächsten Saison auf eine reiche Blüte freuen.
Quelle: Gardening Know How, To je nápad, Pestrazahrada.cz
Ein Liebhaber der Natur, des Gartens und allem, was sich bewegt, blüht oder wächst. Er baut buchstäblich alles an, von Kräutern bis hin zu seltenen Arten, und kümmert sich ebenso gern um Tiere. Bei seiner Arbeit verbindet er moderne Technologien mit erprobten Großmutter-Methoden und freut sich, wenn beide Wege zum selben Ziel führen.
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